Handball-WM: Brakeler B-Jugend fiebert mit der deutschen Mannschaft in Katar mit DJK drückt die Daumen

Brakel (WB). Donnerstag 17 Uhr. In Katar tritt die deutsche Handball-Nationalmannschaft zum WM-Spiel gegen Argentinien an. In der Brakeler Bahndammhalle laufen sich die B-Jugendlichen der DJK Adler Brakel warm. Sie fiebern mit dem deutschen Team mit, lassen ihre Trainingseinheit aber trotzdem nicht ausfallen.

Von Sylvia Rasche
Seit dem deutschen WM-Triumph 2007 spielen sie Handball. Inzwischen gehören sie zu den Spitzenmannschaften der B-Jugend-Kreisliga und fiebern mit dem deutschen Team bei der Weltmeisterschaft in Katar mit. Die DJK Adler Brakel hinten von links: Robert Senft, Timon Niederprüm, Vincent Hoffmann, Finn Rüther, Klaus Bolte, Tilmann Studzinsky, Tristan Senft, Marvin Lücke, Michael Krelaus, Wolfgang Niederprüm; vorne von links: Ismael Abdi, Robin Kleibrink, Leon Fiekens.
Seit dem deutschen WM-Triumph 2007 spielen sie Handball. Inzwischen gehören sie zu den Spitzenmannschaften der B-Jugend-Kreisliga und fiebern mit dem deutschen Team bei der Weltmeisterschaft in Katar mit. Die DJK Adler Brakel hinten von links: Robert Senft, Timon Niederprüm, Vincent Hoffmann, Finn Rüther, Klaus Bolte, Tilmann Studzinsky, Tristan Senft, Marvin Lücke, Michael Krelaus, Wolfgang Niederprüm; vorne von links: Ismael Abdi, Robin Kleibrink, Leon Fiekens.

 »Wäre das Spiel live im Fernsehen übertragen worden, hätte ich den Jungs frei gegeben«, räumt Brakels B-Jugend Trainer Wolfgang Niederprüm ein. So aber nutzen die Adler die Möglichkeit, sich vor dem Kreisliga-Spiel an diesem Samstag den letzten Schliff zu holen. Der Großteil des Nachwuchs-Teams kam 2007 nach dem WM-Triumph der deutschen Mannschaft im eigenen Land erstmals zum Handball-Training der DJK. »Damals hatten wir einen enormen Zulauf. Da wollten viele Kinder Handball spielen, weil sie die Spiele im Fernsehen gesehen hatten«, erinnert sich Niederprüm. Eine solche Euphorie erwartet der 47-Jährige bei der WM in Katar nicht.

 Um die acht Jahre alt waren die Mitglieder der heutigen Kreisliga-Mannschaft damals und fanden bei der DJK eine sportliche Heimat. Die Verantwortlichen boten ihnen schnell ein Programm rund um den temporeichen Sport. So durften sie als Einlaufkinder beim TBV Lemgo Bundesligaluft schnuppern und fahren auch heute noch mindestens einmal im Jahr zu einem Bundesligaspiel oder auch mal zum Super-Cup nach Halle.

 »Handball ist nicht so langweilig wie Fußball. Fußball spielt jeder«, sagt Ismael Abdi. Der 16-Jährige ist schon seit der D-Jugend im Team von Wolfgang Niederprüm und begeisterter Handballer. »Die Deutschen schlagen sich in Katar sehr gut. Wenn sie so weitermachen, ist auch das Halbfinale oder sogar das Finale drin«, meint der Brakeler, der die Lemgoer Hendrik Pekeler und Jugend-Nationalspieler Tim Suton als seine Vorbilder nennt. Teamkollege Michael Krelaus, den sein älterer Bruder sogar schon vor der WM 2007 mit zum Handball nahm, pflichtet ihm bei. Sein Lieblingsspieler ist Finn Lemke - ebenfalls Lemgoer. Die TBV-Stars bewundern die Brakeler bei ihren Ausflügen in die Lipperlandhalle und schauen sich den einen oder anderen Trick ab. »Es ist jedes Mal ein großer Ansporn, wenn man sieht, wie gut die Bundesligisten Handball spielen. Da will man selbst auch besser werden und freut sich auf das nächste Training«, sagt Krelaus.

 Während die DJK-Jungs in der Halle das Aufwärmtraining abgeschlossen und die Torhüter auf »Betriebstemperatur« gebracht haben, kämpft Deutschland in Katar gegen die gleichwertigen Argentinier in einem spannenden Spiel um den Einzug ins Achtelfinale. Die Brakeler kennen die knappen Zwischenstände nicht. »Wir haben am Dienstag ab und zu ins Handy geschaut, aber keinen richtig guten Live-Ticker gefunden«, meint Trainer Wolfgang Niederprüm, der seit gut 25 Jahren Jugendmannschaften in Brakel betreut und in seiner aktiven Zeit selbst als Kreisläufer für Gefahr vor dem gegnerischen Tor gesorgt hat. Mit seiner aktuellen Mannschaft belegt er derzeit Platz zwei in der Kreisliga Lippe - eine gute Zwischenbilanz. »Wir sind in der Vorsaison Dritter geworden und wollen jetzt zwischen Platz zwei und vier ins Ziel kommen. Wichtig ist dabei auch das Spiel an diesem Samstag in Stukenbrock. Die haben nur drei Punkte weniger als wir«, informiert der Coach.

Nur die Anpfiffzeit am Samstag ist nicht nach seinem Geschmack. »Ausgerechnet dann spielt wieder Deutschland in Katar.« Doch das ist ja nach dem am Ende doch überzeugenden Sieg gegen Argentinien nicht mehr ganz so wichtig. Deutschland steht im Achtelfinale. Und in der Finalrunde - das hat Wolfgang Niederprüm seinen Jungs versprochen - gibt es frei, wenn Deutschland an einem der DJK-Trainingsabende ran muss. Spätestens dann geben sich die Nachwuchs-Handballer nicht mit Internet-Ticker oder Zusammenfassungen zufrieden. Dann wollen sie live bewegte Bilder im Fernsehen sehen, treffen sich in Gruppen bei Freunden, die zu Hause den Abo-TV-Sender empfangen und drücken die Daumen, dass das deutsche Handball-Märchen in Katar noch möglichst lange andauert.

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