Krafttraining für die Gesundheit – Volkskrankheiten gar nicht erst entstehen lassen  Bewegte Zeiten 

Steinheim (WB). Rhythmische Musik. Dazu eine Gruppe strampelnder Sportler undvorneweg ein Instruktor, der alle antreibt und das Tempo bestimmt. Bewegt geht es im Steinheimer Fitness-Studio»ego« im Spinningkurs zu. Die Ausdauer und Muskeln werden gestärkt.

Von Heinz Wilfert
Schwitzen für die Gesundheit: Dafür sorgen im Fitness-Studio ego in Steinheim die ausgebildeten Trainer (von links): Susanne Neuschäfer, Simone Walter, Elmar Wiesemann und Ufuk Basaran. Über die Bewegung werden Volkskrankheiten verhindert.
Schwitzen für die Gesundheit: Dafür sorgen im Fitness-Studio ego in Steinheim die ausgebildeten Trainer (von links): Susanne Neuschäfer, Simone Walter, Elmar Wiesemann und Ufuk Basaran. Über die Bewegung werden Volkskrankheiten verhindert.

Training in der Gruppe wird immer beliebter. So entstehen neue Kurse, die Bauch, Po, Beine und den Body allgemein auf Vordermann bringen sollen. Die Kurse heißen »Body Workout«, »Body Pump«, »Funktional Training« und »Spinning auf dem Rad«.

»Bereits 7,6 Millionen Menschen aller Altersklassen trainieren in deutschen Fitness-Studios. Die Tendenz ist steigend. So auch bei uns«, berichtet Elmar Wiesemann, Besitzer des Steinheimer »ego«.

Und das ist gut so, denn Statistiken belegen: 56 Prozent der Männer und 39 Prozent der Frauen haben Übergewicht. Der Bauchumfang ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Wer dem mit Diäten zu Leibe rücken möchte, stößt schnell an Grenzen. Am Ende einer Diät ist oft nur der Stoffwechsel gestört, Fettzellen fühlen sich bedroht, und die Fettspeicherung legt immer mehr zu. Muskelzellen werden beim Abnehmen sogar abgebaut, die Muskelmasse kommt nur durch aktives Training zurück.

»Eine vernünftige Ausdauerbelastung sollte zu jedem Fitnesstraining gehören«, betont Wiesemann. Am besten sollte mehrmals in der Woche trainiert werden. Längst hat die Medizin das Krafttraining entdeckt: Muskeln sind mehr als reine Zugmaschinen – ihre Botenstoffe stärken das Herz, minimieren die Gefahr von Herzinfarkt (bis zu 83 Prozent), senken den Blutdruck und lassen sogar Fettdepots schmelzen. Skelettmuskelnschütten hormonähnliche Stoffe aus, hat eine dänische Medizinerin heraus gefunden. Sie entdeckte Botenmoleküle. Diese Botenstoffe sind der Grund, dass Bewegung bei vielen Krankheiten hilft. Der Muskel sendet nämlich seine Myokine vorwiegend aus, wenn er arbeitet. »Je mehr Training, desto besser«, weiß Wiesemann.

Am besten erforscht ist der Botenstoff Interleukin, der dabei hilft, dem Einfluss des Bauchfetts entgegen zu wirken. Der tief sitzende Körperspeck produziert Stoffe, die Entzündungen fördern, unter anderem den Tumor-Nekrose-Faktor (TNF). Zu viel TNF fördert Entzündungen, was als Hauptverursacher für Altersdiabetes und Arterienverkalkung gilt. Der trainierte Skelettmuskel setzt hingegen Myokin frei, um die Fettverbrennung anzuregen und zu beschleunigen. Die Bildung von Myokin soll auch das Wachstum von Tumorzellen in der weiblichen Brust bremsen. Weitere Botenmoleküle regen die Neubildung der Knochen an und wirken gegen Osteoporose. Nachgewiesen ist auch, dass Typ-2 Diabetiker beschwerdefrei werden können, wenn sie parallel zur Ernährungsumstellung und Gewichtsreduzierung auf Muskeltraining setzen.

Wer diese Erkenntnisse beherzigt, braucht weniger Medikamente, bekommt keine Probleme mit seinen Gelenken oder der Wirbelsäule und kann länger ein aktives Leben führen. Auf ihre Aufgaben sind Studios bestens vorbereitet.

»Wer in einem Fitness-Studio anfängt, wird von den Trainern vorbereitet und behutsam in die Arbeit mit Geräten eingeführt«, erklärt Elmar Wiesemann. Gerade Anfänger sollten nicht übertreiben und sich zu viel zumuten, denn der Körper braucht einige Zeit, um die Muskulatur und die Kraft aufzubauen. Hier gilt die Maxime: zu viel ist ungesund, zu wenig bringt nichts. Deshalb ist das Training auch nicht stupide mit hunderten von Wiederholungen. Der Muskel ist bei einem angemessenen Gewicht bereits nach zehn bis 15 Wiederholungen erschöpft. Schon damit lässt sich der Muskelaufbau mit allen positiven Wirkungen erzielen. »Solche Effekte treten auch bei den Reha-Sportangeboten, beim Zirkeltraining und in der 60 oder 90 Grad Sauna ein«, hebt Wiesemann hervor.

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