Trainer Mark Meinhardt vom FC Nieheim über Freunde und schwere Zeiten »Der Blick geht immer nach oben«

Nieheim (WB). Die Weihnachtstage und den Jahreswechsel wird Mark Meinhardt auf Sylt verbringen. Der Trainer des Fußball-A-Liga-Spitzenreiters FC Nieheim will zehn Tage abschalten, loslassen und Energie tanken. Der 43-jährige Steinheimer spricht im Interview mit WESTFALEN-BLATT-Redakteur Jürgen Drüke nicht nur über die Erfolge mit dem FCN, sondern auch über Dankbarkeit, Freunde, Freude, Besinnung und Trauer.

Der Fußball hat Mark Meinhardt nach einem Schicksalsschlag Kraft gegeben. Zehn Tage wird der Trainer nun auf Sylt abschalten. Dabei will er auch loslassen und Energie tanken. Der 43-jährige Steinheimer strebt mit Spitzenreiter FC Nieheim den souveränen Aufstieg in die Bezirksliga an.
Der Fußball hat Mark Meinhardt nach einem Schicksalsschlag Kraft gegeben. Zehn Tage wird der Trainer nun auf Sylt abschalten. Dabei will er auch loslassen und Energie tanken. Der 43-jährige Steinheimer strebt mit Spitzenreiter FC Nieheim den souveränen Aufstieg in die Bezirksliga an. Foto: Harald Iding

Herr Meinhardt, was machen Sie über die Weihnachtstage? Haben Sie nach Weihnachten noch einige freie Tage?

Meinhardt: Am ersten Weihnachtstag fahre ich für zehn Tage auf meine Lieblingsinsel Sylt. Dort, wo ich in den vergangenen 15 Jahren regelmäßig abgeschaltet und mich erholt habe. Zuletzt war ich hier im Sommer mit meiner Lebensgefährtin Nina. An den letzten Urlaub werde ich mich immer wieder erinnern. Meiner Lebensgefährtin ist es aufgrund einer jahrelangen, chronischen Erkrankung sehr schlecht gegangen. Wir haben den Urlaub abgebrochen. Am 10. Juli ist sie dann im Klinikum in Detmold verstorben.

Hat sich Ihre Einstellung zum Leben und zum Tod nach diesem großen Verlust und Schicksalsschlag verändert?

Meinhardt: Die Zeit, die ich mit meiner Lebensgefährtin Nina gehabt und verbracht habe, kann mir niemand nehmen. Die Zeit jetzt ist sicherlich schwer. Es ist schwer loszulassen, das allerdings ist wichtig. Ich hoffe, dass mir die Tage auf Sylt beim Blick zurück und beim Loslassen helfen. Ich bin dankbar für die Freunde, die mir geholfen haben. In solchen Situationen und Lebensphasen zeigt sich, wie wichtig Freunde sind. Menschen, die einem helfen und wieder Mut geben. Menschen, denen man sich anvertrauen kann.

Alfred Ruberg, der erste Vorsitzende des FC Nieheim, hat an Ihrer Seite gestanden?

Meinhardt: Alfred Ruberg ist wie ein väterlicher Freund. Das war sehr wichtig für mich. Meine Lebensgefährtin ist verstorben, als die Vorbereitung auf die neue Saison mit meinem neuen Verein gerade begonnen hatte. Bei keinem Verein hätte ich in dieser Zeit meine Arbeit als Trainer fortgesetzt. Das war nur beim FC Nieheim möglich, weil mir Alfred Ruberg zur Seite gestanden, mich entlastet und vieles im Trainingsbetrieb geregelt hat. Wir kannten uns bereits aus der Zeit vor zehn Jahren gut, als ich beim FC Nieheim als Spielertrainer tätig war. Heinz Becker, das ist der Vater meiner verstorbenen Lebensgefährtin, ist ebenfalls ein sehr guter Freund und hat mich in der schweren Zeit unterstützt wo es nur geht. Er ist ebenfalls da, wenn ich ihn brauche.

In der A-Liga ist der FC Nieheim nicht zu stoppen und die Meisterschaft so gut wie sicher. Wie sehen sie das?

Meinhardt: Nach der ersten Saisonhälfte und in der Winterpause ist noch keine Mannschaft aufgestiegen. Das hat vor einigen Wochen mein Trainerkollege Norbert Dölitzsch vom FC Stahle so treffend formuliert. Eine Gefahr könnte darin bestehen, dass die Spieler jetzt zu oft auf die Tabelle schauen und sich zu sehr an den elf Punkten Vorsprung auf die unmittelbaren Verfolger ergötzen. Bereits in der Vorbereitung auf die Rückrunde müssen wir wieder hochkonzentriert sein. Es gilt ab März, in jedem Spiel 100 Prozent zu geben. Jede Mannschaft ist gegen uns doppelt motiviert und will uns bezwingen. Der FC Nieheim ist quasi in der Kreisliga und auf Kreisebene das, was der FC Bayern München im nationalen und internationalen Fußball ist. Für einen ambitionierten A-Ligisten ist es wichtig, sich stetig zu verbessern. Das ist eine wichtige Maxime im Sport. Wenn sich der FC Bayern München in jedem Spiel noch besser präsentieren will, dann muss das erst recht der Anspruch eines Amateurvereins sein.

Wie wichtig ist dabei die Veränderung?

Meinhardt: Wenn etwas verbessert wird, dann wird es zwangsläufig verändert. Personelle Zuwächse können beispielsweise für einen qualitativen Schub sorgen und die Spieler einer Mannschaft zusätzlich motivieren. Neue Spieler bedeuten Bewegung und verhindern Stillstand.

Mit Raffaele Wiebusch hat der FC Nieheim für die Rückrunde einen Torjäger verpflichtet. War das bereits ein perspektivischer Transfer?

Meinhardt: Sicherlich. Wir haben die Chance genutzt und einen der besten Stürmer des Hochstifts zu uns geholt. Es wäre fahrlässig, wenn wir in unserer Situation nicht für höhere Aufgaben planen würden. Einige Spieler haben uns auf der anderen Seite verlassen, weil sie den Aufwand nicht mehr betreiben konnten.

Herr Meinhardt, was wünschen Sie sich zum Weihnachtsfest am meisten?

Meinhardt: Gesundheit. Dieses Gut ist durch nichts zu ersetzen. Und Frieden in einer Welt, in der es so viele Krisenherde gibt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.