Tischtennis-Bundesliga: Aufsteiger hat gegen TUSEM Essen nichts zu verlieren Driburg fordert den Favoriten

Bad Driburg (WB). Gelassen blicken die Damen des Tischtennis-Bundesligisten TuS Bad Driburg dem Heimspiel gegen TUSEM Essen an diesem Sonntag entgegen. Gegen den Tabellenzweiten hat der Aufsteiger nichts zu verlieren.

Von Sylvia Rasche
Elena Waggermayer (rechts) wird in der Rückrunde die neue Nummer zwei des TuS Bad Driburg. Sie muss damit die Spitzeneinzel bestreiten. Gegen Essen ist Katharina Michajlova (links) als Aushilfe im oberen Paarkreuz gefordert.
Elena Waggermayer (rechts) wird in der Rückrunde die neue Nummer zwei des TuS Bad Driburg. Sie muss damit die Spitzeneinzel bestreiten. Gegen Essen ist Katharina Michajlova (links) als Aushilfe im oberen Paarkreuz gefordert.

 »Wir müssen unsere Punkte für den Klassenerhalt gegen andere Mannschaften einfahren«, unterstreicht TuS-Manager Franz-Josef Lingens die Ausgangsposition vor dem NRW-Duell. Essen ist der Favorit, Driburg will sich anständig aus der Affäre ziehen und seinen Fans zum Abschluss der Hinrunde noch einmal ein paar schöne Spiele bieten. Nach dem Sieg in Schwabhausen haben die Badestädter den Anschluss an die Mittelfeldplätze hergestellt und freuen sich auf das Spiel gegen den Tabellenzweiten. Pausieren werden diesmal Andrea Todorovic (verletzt) und Sarah DeNutte.

 Am vierten Advent gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Nadine Bollmeier, die Nummer drei der Essenerinnen, hat insgesamt acht Jahre für den TuS Bad Driburg gespielt, ist 1993 mit dem TuS Deutscher Mannschaftsmeister der Schülerinnen geworden und 1998 in die Bundesliga aufgestiegen. Inzwischen ist sie 33 Jahre, amtierende Bundesranglistensiegerin und hinter Team-Europameisterin Petrissa Solja mit 12:1-Siegen die beste Bundesligaspielerin im unteren Paarkreuz. Dazu kommen 7:1-Siege im Doppel an der Seite von Barbora Balazova.

 Noch nicht so lange zurück liegt das Engagement von Essens Topspielerin Shi Qi unter der Iburg. Die Chinesin kam 2008 nach Bad Driburg. Damals war sie in Deutschland nahezu unbekannt. Inzwischen ist sie eine der besten Spielerinnen der 1. Liga und hat im Gipfeltreffen mit dem amtierenden Deutschen Meister, TTC Berlin, beide Spitzeneinzel gewonnen. »Bei Shi Qi und auch Barbora Balazova weiß man nie, woran man ist. Sie können auf extrem hohem Niveau spielen, sind aber nicht so konstant wie zum Beispiel die deutsche Nationalspielerin Sabine Winter«, analysiert Franz-Josef Lingens. So fällt es ihm auch schwer, die Chancen seines Spitzenduos gegen die Essenerinnen zu taxieren. Nina Mittelham hat bekanntlich im April gegen Shi Qi, die damals noch in Baunatal spielte, den Driburger Aufstieg in die Bundesliga perfekt gemacht. »Nina kann an einem guten Tag gegen beide punkten«, blickt Lingens vorsichtig voraus. Andrea Todorovic leidet an einer Schulterverletzung. »Der Arzt meint, eine Pause würde ihr gut tun«, berichtet Lingens. In der Rückrunde wird Todorovic im unteren Paarkreuz agieren. »Sie wird als Nummer eins der zweiten Mannschaft gemeldet«, hat sich der Manager festgelegt. Gegen Essen ersetzt Katharina Michajlova die Nummer zwei, in der Rückrunde soll Elena Waggermayer nach oben rücken. Die Österreicherin habe der »Beförderung« zugestimmt. Jede Driburgerin hat an Position zwei einen schweren Stand.

 Gegen Essen spielt Waggermayer noch einmal im unteren Paarkreuz und trifft dort neben Nadine Bollmeier entweder auf Alena Lemmer, die Driburger Zuschauer noch aus dem Saisonfinale in Baunatal kennen, oder Na Yin. »Ich tippe eher auf Na. Sie hat schon länger kein Einzel mehr bestritten. Die Spielstärke der beiden ist in etwa gleich«, meint Lingens.

 Neben Waggermayer wird Shamini Kumaresan aufschlagen. Die Inderin reist nach dem Spiel wieder in ihre Heimat und wird erst im März zurück erwartet. Die Luxemburgerin Sarah DeNutte setzt gegen Essen noch einmal aus. Sie ist im Januar wieder mit von der Partie.

 Die Doppel ergeben sich im aktuellen TuS-Quartett quasi von selbst. Nina Mittelham und Shamini Kumaresan werden gemeinsam antreten wie auch Elena Waggermayer und Katharina Michajlova. »Schön wäre, wenn wir wenigstens ein Doppel gewinnen würden«, meint Lingens. Einen Punktgewinn gegen den Tabellenweiten kann er nicht versprechen. »Trotzdem lohnt es sich, in die Halle zu kommen. Es gibt noch einmal spannende Spiele zu sehen.«

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