Jahreswechsellauf der Non-Stop-Ultra Brakel: Mädchen bei den Frauen ganz vorn Die Millimeter-Entscheidung

Brakel (WB). Einen so spannenden Endspurt hat es beim Jahreswechsellauf der Non-Stop-Ultra noch nie gegeben. Jan Kaschura (RunArtist Holzminden) und Lokalmatador Michael Brand werden schließlich beide zu Siegern gekürt.

Von Sylvia Rasche
Einen spannenden Endspurt haben sich Lokalmatador Michael Brand (links) und Jan Kaschura (Holzminden) nach elf Kilometern in Brakel geliefert. Am Ende eines längeren Entscheidungsprozesses wurden schließlich beide zu Siegern gekürt.
Einen spannenden Endspurt haben sich Lokalmatador Michael Brand (links) und Jan Kaschura (Holzminden) nach elf Kilometern in Brakel geliefert. Am Ende eines längeren Entscheidungsprozesses wurden schließlich beide zu Siegern gekürt. Foto: Sylvia Rasche

Der Schlussspurt war so eng, dass selbst die beiden Läufer noch Minuten nach dem Rennen nicht wussten, wer denn nun die Nase vorn hatte. »Wir waren beide gleichauf«, sagte Kaschura. »Bei einem Bahnlauf würden wir jetzt das Zielfoto entscheiden lassen. Das haben wir bei einem Volkslauf natürlich nicht zur Verfügung«, meinte Kampfrichter Lukas Grüner. Im Wettkampfbüro hatte man sich zuerst für den Gast als Sieger entschieden und entsprechende Ergebnislisten veröffentlicht. Am Tag danach wurden doch noch beide Akteure gleichberechtigt auf Platz eins gesetzt und die offiziellen Listen geändert.

Für Michael Brand war es somit der siebte Sieg beim Jahreswechsellauf. Häufiger hat sich noch niemand in der langen Geschichte des Laufes Platz eins gesichert.

Die ersten zehn Kilometer war das Duo zusammen mit dem Paderborner Sebastian Schär (Laufladen Endspurt) unterwegs. Dann musste Schär abreißen lassen, Brand und Kaschura setzten zum lang gezogenen Finish an und schenkten sich nichts. »Zehn Kilometer war es ein schneller Trainingslauf, der letzte Kilometer hatte es aber in sich«, meinte Michael Brand im Ziel.

Schär kam als Dritter mit gut zwei Minuten Vorsprung vor dem Driburger Mathias Nahen ins Ziel. Alle vier gewannen ihre Altersklassen.

Das Spitzenduo schrammte mit 37:10 Minuten allerdings um eine knappe Minute am Streckenrekord vorbei, den seit 27 Jahren der Brakeler Michael Amstutz hält. Er lief dann auch standesgemäß mit der Startnummer eins, benötigte diesmal aber 44:53 Minuten und wurde hinter Josef Struck vom SV Kollerbeck Zweiter der M50-Klasse. »Ich bin mit meiner Zeit zufrieden. Beim Rekord 1991 war ich wesentlich besser im Training als heute. Allerdings waren die äußeren Bedingungen diesmal so gut, dass der Rekord durchaus hätte geknackt werden können«, meinte Amstutz.

Beste Frau war Viktoria Rath von »Delbrück läuft« vor Elke Wolf (Scharmede) und der Brakelerin Friederike Frin. »Ein schöner Lauf, im Wald war es sehr matschig, ansonsten bin ich gut durchgekommen«, berichtete Frin und freute sich über den inoffiziellen Titel der schnellsten Teilnehmerin aus dem Kreis Höxter.

Über die kurze Strecke von vier Kilometern gab es immerhin einen »halben Heimsieg«. Der Paderborner Thomas Kruse eilte dem Feld schnell davon und hatte im Ziel in 13:59 mehr als eine Minute Vorsprung auf den Hamelner Lauritz Grote. Kruse unterrichtet Maschinenbautechnik am Berufskolleg des Kreises Höxter in Brakel und lief somit direkt vor dem Fenster seines Arbeitsplatzes zum Sieg.

Die Frauenwertung dominierten die ganz jungen Mädchen des Warburger SV: Klara Kuhaupt (13) kam in 16:42 vor Marie Albers (15) und Mia Kuhaupt (11) ins Ziel. Das Trio ließ dabei den Großteil der männlichen Teilnehmer hinter sich. »Am schwersten war die lange Gerade am Ende. Ich dachte, es geht gar nicht mehr vorwärts«, meinte Klara Kuhaupt im Ziel. Ging es dann aber offenbar doch... »Die Mädchen sind sehr fleißig. Sie trainieren drei- bis viermal in der Woche, dazu kommt der Wettkampf am Wochenende«, lobt Trainer Alexander Selter das schnelle Trio. Die vielen Trainingskilometer zahlen sich aus.

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