Tischtennis-Europapokal: Driburger »Aus« im Viertelfinale Mittelhams Siege reichen nicht

Bad Driburg (WB). Es hat nicht gereicht. Der TuS Bad Driburg ist im Viertelfinale des Tischtennis-Europapokals ausgeschieden. 2:3 unterlag der Bundesligist im Rückspiel TKM Taganrog aus Russland. »Das fühlt sich für mich nicht nach einer Niederlage an«, fasste TuS-Manager Franz-Josef Lingens die drei Stunden in der Südstadthalle zusammen.

Von Sylvia Rasche
Nina Mittelham hat beide Einzel im Viertelfinale des ETTU-Cups für Driburg gewonnen. Zum Einzug ins Halbfinale reichte das aber nicht.
Nina Mittelham hat beide Einzel im Viertelfinale des ETTU-Cups für Driburg gewonnen. Zum Einzug ins Halbfinale reichte das aber nicht. Foto: Sylvia Rasche

»Wir haben uns sehr gut verkauft und den Zuschauern tollen Sport geboten. Den Einzug ins Halbfinale haben wir in Russland verspielt«, meint der Manager. Dabei war das Rückspiel vor 200 Fans vor allem in der Anfangsphase von großer Spannung geprägt. Driburg stand nach dem 1:3 aus dem Hinspiel unter Druck, musste gleich Vollgas geben, um noch eine Chance zu haben – und tat das auch. Nina Mittelham lieferte sich mit Valtenina Sabitova ein schon fast dramatisches Match. Die Driburgerin durfte keinen Satz verlieren . Sie holte sich den ersten Durchgang knapp mit 12:10, lag im zweiten Satz 6:10 hinten, wehrte insgesamt acht Satzbälle auf dem Weg zum 16:14 ab und hatte Sabitova damit geknackt. Der dritte Satz war Formsache und in Driburg lebte der Traum vom Halbfinale weiter.

Sophia Klee musste nach der Driburger Rechnung im zweiten Match gegen die amtierende russische Meisterin Olga Vorobeva mindestens einen Satz gewinnen. Die deutsche Jugendmeisterin präsentierte sich in starker Verfassung, bot der Nummer 68 der Weltrangliste eine enge Partie auf Augenhöhe, hatte in den entscheidenden Phasen aber nicht das nötige Glück auf ihrer Seite und unterlag 8:11/9:11/9:11.

Damit war Driburg (fast) raus. Sollten Sarah DeNutte und Nina Mittelham die beiden folgenden Einzel jeweils ohne Satzverlust gewinnen, wäre der Rechenschieber zum Einsatz gekommen. »Dann müssen wir die Bälle auszählen. Aber da sehen wir schlecht aus, da wir in Russland so hoch verloren haben«, ahnte Lingens schon zur Pause, dass der Traum ausgeträumt war.

Endgültig abhaken mussten die Driburger das Halbfinale, als Sarah DeNutte im dritten Einzel den zweiten Satz abgab – damit war Taganrog sicher am Ziel. »Das war wirklich nervenaufreibend. Wir wollten es eigentlich früher klar machen. Aber erst nach meinem gewonnen zweiten Satz waren wir entspannter«, meinte die russische Nationalspielerin Elena Troshneva sichtlich erleichtert nach dem Match. Wie angespannt sie und ihre Teamkolleginnen waren, war zuvor schon an sehr früh genommenen Auszeiten deutlich geworden. »Unsere Chancen liegen bei 50:50«, hatte Trainer Sergej Belevol vor der Partie behauptet. »Ich habe schon erlebt, dass deutlichere Vorsprünge verspielt worden sind«, betonte Fedor Kuzmin, amtierender Champions-League-Sieger und Lebengefährte von Troshneva.

Letztlich waren aber alle Rechnespiele Makulatur. Taganrog zog deutlich ins Halbfinale ein. Für Driburg blieb nur die Erkenntnis, sich gegen den russischen Vorjahresmeister im Rückspiel gut verkauft zu habe. Nach DeNuttes Niederlage glich Nina Mittelham im Duell der Topspielerinnen gegen Vorobeva erneut aus, bevor Klee trotz eines Satzgewinns Sabitova gratulierten musste. »Wir haben uns mit einer tollen Vorstellung aus dem Europapokal verabschiedet und konzentrieren uns jetzt auf die Bundesliga«, unterstrich Franz-Josef Lingens.

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