Tischtennis: 1:3-Niederlage in Russland Driburg verspielt frühe Führung

Taganrog/Bad Driburg (WB). Das hat sich die kleine Bad Driburger Delegation in Russland anders vorgestellt. 1:3 muss sich der Tischtennis-Bundesligist dem TMK-Tagmet Taganrog geschlagen geben und steht nun im Heimspiel am kommenden Freitag unter Druck. Wohl nur mit einem klaren 3:0-Erfolg in eigener Halle können sich die Driburgerinnen ihren Traum vom ersten europäischen Halbfinale der Vereinsgeschichte noch erfüllen.

Von Sylvia Rasche
Sarah DeNutte und Nina Mittelham sind nach der 1:3-Niederlage in Russland enttäuscht. Im Heimspiel am kommenden Freitag wollen sie trotzdem noch ins Halbfinale einziehen.
Sarah DeNutte und Nina Mittelham sind nach der 1:3-Niederlage in Russland enttäuscht. Im Heimspiel am kommenden Freitag wollen sie trotzdem noch ins Halbfinale einziehen. Foto: Sylvia Rasche

Als Sarah DeNutte am Samstag kurz nach 18 Uhr Ortszeit in Russland ihrer Gegnerin zum Sieg gratulieren musste, war der 3:1-Erfolg der Gastgeberinnen besiegelt. »Wir sind sehr enttäuscht«, berichtete Manager Franz-Josef Lingens Minuten später live aus der kleinen Sporthalle, die mit 200 russischen Fans gut gefüllt war und direkt neben dem Hotel lag, in dem die Driburger in der Hafenstadt am Asowschen Meer untergebracht waren. Nach der langen Anreise über Moskau und Rostov am Don war das ETTU-Cup-Viertelfinale vor Ort somit ein Spiel der kurzen Wege.

»Wir mussten den Hotelkomplex gar nicht verlassen. Alles lag nah beieinander«, erzählte Lingens. Allerdings kamen seine Spielerinnen mit den ungewohnten Verhältnissen nur schlecht zurecht. »Alle hatten Probleme mit den Bällen«, berichtete Lingens, »gerade im Europapokal ist der Unterschied zwischen Auswärts- und Heimspiel schon enorm.«

Dabei begann die Partie eigentlich ganz nach seinem Geschmack. Nina Mittelham traf im Auftaktmatch auf die vermeintlich stärkste Spielerin, Olga Vorobeva, die in der Weltrangliste sechs Plätze vor ihr notiert ist. »Nina fühlte sich nicht wohl, hat daher auch die Rolle der Nummer eins an Sarah DeNutte abgegeben. Trotzdem hat sie sich durchgebissen und in fünf Sätzen gewonnen«, berichtete Franz-Josef Lingens.

Mit der Führung im Rücken sollte es Sarah DeNutte gegen Vatentina Sabitova einfacher haben - doch es kam anders. »Sarah fand überhaupt nicht ins Spiel, hat zwar einen Satz gewonnen, war am Ende aber weit von einem möglichen Sieg entfernt«, sagte Lingens. Ähnlich ging es Elena Waggermayer, die gegen Elena Troshneva zwar ebenfalls einen Satz gewann, Taganrog aber letztlich die Führung überlassen muste.

Nun lag es an der Luxemburger Meisterin DeNutte, Driburg weiter im Spiel zu halten. Sie musste ihr zweites Einzel gewinnen, damit Nina Mittelham im fünften Spiel überhaupt noch mal eingreifen durfte. Das gelang nicht. Klar in drei Sätzen verlor DeNutte gegen Vorobeva und besiegelte damit die Driburger Niederlage.

»Wir müssen trotzdem nach vorne schauen und haben es am kommenden Freitag selbst in der Hand, das Halbfinale zu erreichen«, versuchte Lingens trotz der bitteren Niederlage das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Da das Satzverhältnis mit 5:11 gegen den TuS Bad Driburg spricht, muss am kommenden Freitag ein deutlicher Erfolg in eigener Halle her. »Dann haben wir Heimrecht. Nichts ist unmöglich«, so Lingens.

Die TuS-Statistik

TMK-Tagmet Taganrog - TuS Bad Driburg 3:1 Olga Vorobeva - Nina Mittelham 2:3, Valentina Sabitova - Sarah DeNutte 3:1, Elena Troshneva - Elena Waggermayer 3:1, Vorobeva - DeNutte 3:0.

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