Dringenbergs Trainer Sven Schmidt im Interview: starke Hinrunde bestätigen »Das Team ist sehr lernwillig«

Dringenberg (WB). Die Winterpause des Fußball-Bezirksligisten SV Dringenberg verlängert sich um eine Woche. Der Frost macht den Burgkickern an diesem Wochenende einen Strich durch die Derby-Rechnung gegen den FC BW Weser. Im Gespräch mit WESTFALEN-BLATT-Mitarbeiter Björn Friedrichs blickt Trainer Sven Schmidt auf eine starke Hallenrunde und formuliert die Ziele für die Rückserie in der Bezirksliga.

Patrick Stiewe ist vor der Saison vom SV Alhausen zurück nach Dringenberg gekommen und hat in der Bezirksliga auf Anhieb wieder Fuß gefasst. Die Dringenberger wollen in der Rückrunde unter die besten Fünf vorrücken.
Patrick Stiewe ist vor der Saison vom SV Alhausen zurück nach Dringenberg gekommen und hat in der Bezirksliga auf Anhieb wieder Fuß gefasst. Die Dringenberger wollen in der Rückrunde unter die besten Fünf vorrücken. Foto: Björn Friedrichs

Herr Schmidt, anders als geplant startet Ihr Team an diesem Wochenende nicht in die zweite Saisonhälfte. Der Platz in Neuenheerse ist wegen Frost gesperrt. Wie passt Ihnen das in den Vorbereitungsplan?

Sven Schmidt: Es ist natürlich ärgerlich, weil wir seit Januar in der Vorbereitung sind. Aber wir sind nicht die einzige Mannschaft mit Nachholspielen, sodass ich keinen Aufwand erwarte, den andere nicht hätten.

Wie hält man die Mannschaft bei solchen Witterungen bei Laune?

Schmidt: Wir waren ein paar Mal in Paderborn zum Athletiktraining, letzte Woche außerdem im Hallenbad. Ich wollte weg vom stumpfen Laufen. Zweimal haben wir beispielsweise früh morgens in Brakel in der Halle trainiert. Das hat die Mannschaft bereitwillig angenommen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen hat der SV Dringenberg eine lange Hallensaison bestritten. Wie kam es dazu?

Schmidt: Wir haben uns im Herbst darüber unterhalten, ob wir teilnehmen möchten und das Mitspielen in der Halle freigestellt. Als aktiver Spieler mochte ich die Halle, das gilt auch für die Jungs. Wir haben am Silvestercup in Paderborn, beim Goeken-backen-Cup in Bad Driburg und beim Volksbanken-Wintercup teilgenommen und es sehr ordentlich gemacht. Es hat außerdem eine schöne Abwechslung geboten, man weiß im Winter nie, was man in der Vorbereitung machen kann. Es haben also mehrere Faktoren für die Teilnahme an den Turnieren gesprochen. Hier haben wir gute Werbung für den Verein gemacht.

Die Mannschaft hat allein beim Volksbanken-Wintercup eine große Summe eingespielt. Wandert diese in die Mannschaftskasse?

Schmidt: Ja, das wurde vorher mit dem Verein so abgesprochen und war für die Mannschaft natürlich eine zusätzliche Motivation.

Wollten Sie bei den Turnieren auch den Mannschaftsgeist stärken

Schmidt: Das war nicht notwendig. Der Mannschaftsgeist war durch die gute Vorrunde bereits sehr gut und musste nicht extra gestärkt werden. Von den Neuzugängen hat Thomas Frederkind mitgespielt, mit Irfan Hajdarevic hatten wir abgesprochen, dass er nach langer Verletzungspause nicht in der Halle spielt.

Welchen Eindruck haben Sie von den beiden Neuen?

Schmidt: Beide haben einen super Eindruck hinterlassen. Irfan ist nach seiner langen Pause sehr ehrgeizig und hat in den Testspielen seine Qualität angedeutet. Thomas hat sich genau wie Irfan super eingelebt. Ich hoffe, dass beide fit bleiben und uns weiterhelfen.

Wie lautet Ihre persönliche Bilanz der Hinrunde?

Schmidt: Wir hatten sehr viele Neuzugänge zu integrieren, das ist uns gut gelungen. Wir haben trotz des großen Konkurrenzkampfes eine gute Grundstimmung. Mit der sportlichen Ausbeute bin ich daher sehr zufrieden. Es gab aber auch Spiele, in denen wir uns geärgert haben, wie zum Beispiel die Unentschieden in Atteln und bei Suryoye Paderborn, bei denen wir in letzter Minute den Ausgleich kassiert haben. Wenn man aber sieht, wie die Mannschaft die Abgänge um Torjäger Philippe Soethe aufgefangen und nur zwei Spiele verloren hat, kann man zufrieden sein.

Nachdem wir anfangs viele Treffer kassiert haben, haben wir zudem am Umschaltspiel gearbeitet. In den letzten acht Spielen waren es nur acht Gegentore. Die Mannschaft ist gewillt zu lernen. Jeder hat seine Einsatzzeiten bekommen, viele haben sich positiv entwickelt. Mit Christian Rohe hat der Verein zudem einen Vorsitzenden, der immer für das Team da ist.

Wie schätzen Sie die Bezirksliga ein, auch im Vergleich zu den vergangenen Jahren?

Schmidt: Die Qualität ist auch durch die Paderborner Vereine enorm, die Liga ist sehr ausgeglichen. Es gibt keinen Gegner, bei dem man sagt: Die schlagen wir definitiv. Wir müssen uns auf jeden akribisch vorbereiten und Leistung bringen.

Was ist in der Rückrunde möglich? Möchten Sie oben anklopfen?

Schmidt: Ich denke, die Rückrunde hält noch viele Überraschungen bereit. Wir wollen als Tabellensechster unter die ersten Fünf, dafür muss aber alles passen. Wir richten außerdem den Blick nach unten und wollen den Abstand wahren.

Wo sehen Sie den Verein in der Zukunft?

Schmidt: Wir wollen Schritt für Schritt die Ergebnisse des Vorjahres verbessern. Man darf nicht vergessen, dass der Großteil unserer Neuzugänge aus unterklassigen Ligen kommt und sich erst an die Bezirksliga herantasten muss. Es wäre daher vermessen zu sagen: Wir wollen jetzt, in zwei oder drei Jahren aufsteigen. Für so etwas muss mehr Konstanz her.

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