Ehemalige Driburger Bob-Anschieberin ist Konditionstrainerin der Rodler Inga Versen bleibt dem Eiskanal treu

Bad Driburg (WB). Inga Versen hat die Seiten und die Sportart gewechselt. Dem Eiskanal ist die ehemalige Bob-Anschieberin aber treu geblieben. Seit dieser Saison kümmert sich die Bad Driburgerin um die Fitness der besten Nachwuchsrodler Österreichs.

Von Sylvia Rasche
Vom Bob zum Rodeln: Im Zweierbob war die Bad Driburgerin Inga Versen von 2008 bis 2014 für das Tempo am Start zuständig. Seit dieser Saison ist sie Konditionstrainerin des österreichischen Rennrodel-Juniorteams und kehrt in dieser Funktion an die altbekannten Eiskanäle zurück.
Vom Bob zum Rodeln: Im Zweierbob war die Bad Driburgerin Inga Versen von 2008 bis 2014 für das Tempo am Start zuständig. Seit dieser Saison ist sie Konditionstrainerin des österreichischen Rennrodel-Juniorteams und kehrt in dieser Funktion an die altbekannten Eiskanäle zurück. Foto: dpa, Montage: Kathrin Fischer

»Ich bin Konditionstrainerin der Junioren-Nationalmannschaft und dabei für die Athletik der Sportler verantwortlich«, berichtet die 30- Jährige. Einst kam sie über die Leichtathletik zum Bobsport und feierte zwischen 2008 und 2014 im österreichischen Zweierbob mit Pilotin Christina Hengster große Erfolge im Weltcup. Jetzt ist sie für die Grundlagen der Erfolge »ihrer« Sportler verantwortlich.

Während des Sportstudiums in Innsbruck hat sie sich an einem Rodelprojekt mit Grundschülern beteiligt und kam so mit dem Juniorteam in Kontakt.

»Vor der Saison suchte das Team jemanden, der die jungen Sportler im Sommer und im Winter betreuen konnte«, erzählt Versen. Da sie ihr Masterstudium gerade erfolgreich abgeschlossen hatte, kam die Anfrage zur passenden Zeit. In der Vorbereitung absolviert sie sieben Trainingseinheiten mit den Nachwuchstalenten. »Wir arbeiten jeden Tag direkt nach der Schule und an zwei Tagen zusätzlich noch vor dem Unterricht«, berichtet die Driburgerin.

Dabei muss sie sowohl die Schnellkraft für den perfekten Antritt im Eiskanal als auch die Kondition im Blick behalten, damit die Athleten den langen Wettkampfwinter durchhalten. »Wir sind im Sommer viel im Kraftraum, aber auch schon zum Techniktraining auf dem Eis. Im Winter wird der Umfang des Athletiktrainings zurückgeschraubt. Dann sind wir fast nur noch im Eiskanal«, beschreibt Inga Versen ihren neuen Berufsalltag.

Die guten Ergebnisse in diesem Winter mit zahlreichen Podestplätzen im Junioren-Weltcup und sogar dem Sieg im Junioren-Gesamtweltcup der Doppelsitzer zeigen, dass das Gesamtpaket passt.

Die andere Perspektive, aus der die ehemalige Bob-Anschieberin die ihr bekannten Eisbahnen nun erlebt, lassen sie manchmal auch zurückblicken. »Wenn wir morgens um 7 Uhr in der Dunkelheit zur Bahn aufbrechen und ich weiß, dass ich mich keinen 100 Stundenkilometern aussetzen muss, sondern mit einem heißen Tee neben der Bahn stehen darf, ist das auch mal ganz schön«, lacht die 30-Jährige.

Die Rennen ihres ehemaligen Teams verfolgt sie immer noch regelmäßig und drückt Pilotin Christina Hengster und Co. beide Daumen. »Natürlich haben wir noch Kontakt. Es sind ja immer die Menschen, die so eine Zeit unvergessen machen. Wir hatten viele tolle Momente zusammen. Ich hoffe, dass das Team jetzt bei den Olympischen Spielen in Korea gut abschneidet«, sagt Inga Versen, die auf dem Bob-Rücksitz unter anderem eine Bronzemedaille bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2010 in St. Moritz, einen dritten Platz im Weltcup in Igls 2011 und einen fünften Platz bei der Europameisterschaft 2012 in Altenberg eingefahren hat.

Auch aus dieser Zeit profitieren nun indirekt ihre Rodelschüler. »Ich hatte in meiner Laufbahn tolle Trainer, die ganz unterschiedliche Methoden angewandt haben. Davon versuche ich auch immer etwas in mein Training einzubauen«, berichtet die Driburgerin.

Das Rennrodeln hat in Österreich übrigens einen höheren Stellenwert als der Bobsport. »Die vielen Erfolge in der Vergangenheit haben dazu beigetragen, wie zum Beispiel durch Markus Prock, der heute Sportdirektor des Österreichischen Rodelverbandes ist, oder die Linger-Brüder, die zuletzt in Sotschi noch Olympia-Silber gewonnen haben«, berichtet Inga Versen.

Die gute Nachwuchsarbeit lasse auch für die Zukunft hoffen. An der wird die Driburgerin ab April wieder eifrig mitwirken und ihre jungen Sportler fit für den nächsten Rodelwinter machen. Doch zuvor stehen erst mal ein paar Wochen Freizeit auf dem Programm. »Wir hatten am Sonntag in Altenberg unseren letzten Wettkampf und gehen jetzt in die Pause«, sagt Inga Versen. Wie sie die nutzt, weiß sie schon ganz genau: Nach all den Wochen am Eiskanal geht es zum Urlaub in die Wärme.

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