Tischtennis-Weltrangliste: Driburger Duo profitiert vom neuen System Großer Sprung nach vorne

Bad Driburg (WB). Die beiden Driburger Bundesligaspielerinnen Sarah DeNutte und Nina Mittelham haben in der Januar-Weltrangliste große Sprünge nach vorne gemacht und weisen beide nun die beste Platzierung ihrer Karrieren auf. DeNutte ist die Nummer 64, Mittelham die Nummer 76 der Welt.

Von Sylvia Rasche
Nina Mittelham (links) und Sarah DeNutte bilden das Spitzenpaarkreuz des Tischtennis-Bundesligisten TuS Bad Driburg. In der Januar-Weltrangliste ist das Duo nach dem neuen Berechnungssystem weit nach vorne gerutscht.
Nina Mittelham (links) und Sarah DeNutte bilden das Spitzenpaarkreuz des Tischtennis-Bundesligisten TuS Bad Driburg. In der Januar-Weltrangliste ist das Duo nach dem neuen Berechnungssystem weit nach vorne gerutscht. Foto: Sylvia Rasche

Die Luxemburgerin Sarah DeNutte fand sich im Dezember noch auf Platz 145 wieder, die Deutsche Nina Mittelham auf Rang 103. Der Tischtennis Weltverband ITTF berechnet seine Rangliste seit diesem Monat nach einer neuen, einfacheren Formel, angelehnt an das System im Tennis. Dadurch haben sich teilweise große Verschiebungen ergeben.

Weltrangliste kann sich noch verändern

Die beiden Driburgerinnen sehen das durchaus kritisch. »Es ist natürlich toll, dass wir beide jetzt so weit nach vorne gerutscht sind. Aber einige gute Spielerinnen sind noch nicht auf ihrer richtigen Position. Da wird sich in den kommenden Monaten noch sehr viel ändern«, sagt Sarah DeNutte. So ist zum Beispiel Weltmeisterin Ding Ning aus China von Platz drei auf 21 abgerutscht.

Bisher war das Berechnungssystem sehr komplex, es gab Bonuspunkte für Siege gegen höher eingestufte Akteure und Abzüge nach Niederlagen gegen schwächer platzierte Spielerinnen. Das fällt nun weg. »Häufiges Spielen wird belohnt. Acht Events eines Jahres fließen in die Wertung ein. Wer viel spielt, verfügt über mehr mögliche Streichergebnisse. Wer wenig spielt, muss mit größeren Platzeinbußen rechnen als bisher«, erklärt Manfred Schillings, Pressechef des Deutschen Tischtennisbundes.

So soll die Rangliste den aktuellen Leistungsstand besser abbilden als bisher. Lange Pausen auf der Tour können sich die Profis nun nicht mehr leisten, ohne in der prestigeträchtigen Rangliste abzurutschen. »Das finde ich gut«, sagt Sarah DeNutte, die sehr häufig Turniere spielt, »so ist man gezwungen, viel zu spielen und kann seine Position nicht einfach halten, indem man lange nicht antritt.«

Neue Berechnung noch gewöhnungsbedürftig

In jedem Fall wird mehr Bewegung in die Rangliste kommen. »Ich denke, dass sich da relativ schnell sehr viel ändern wird«, meint auch Nina Mittelham. Sie trauert allerdings den Bonuspunkten für Siege gegen höher eingestufte Spielerinnen, die ihr in der Vergangenheit immer mal wieder bei großen Turnieren gelungen sind, nach. »Jetzt ist die Berechnung zwar einfacher nachzuvollziehen. Trotzdem finde ist sie gewöhnungsbedürftig. Das Bonussystem war gut. Jetzt bekommt man die Punkte je nach Runde eines Turniers und ist damit noch mehr auf die Auslosung angewiesen. Ein Sieg gegen die Nummer drei der Welt müsste mehr wert sein als einer gegen die Nummer 200«, betont die Nationalspielerin. Diese Einschätzung teilt auch ihre Teamkollegin Sarah DeNutte.

Die Turniere sind in unterschiedliche Klassen eingeteilt. Für Siege bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen gibt es mehr Punkte als für EM-Erfolge oder World-Tour-Ergebnisse. Für beide Driburgerinnen startet das internationale Turnierjahr in zwei Wochen bei den Ungarn-Open in Budapest, einem der zwölf Turniere der World-Tour 2018.

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