Christin Görtler vom Budo SV sieht Gold-Auftritte und trifft Steinmeier Olympia-Abenteuer:Kalletalerin weilt in Südkorea

Pyeongchang/Kalletal (VZ). Sie bejubelte die erste Goldmedaille von Laura Dahlmeier live vor Ort und plauderte mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Deutschen Haus: Die ersten Tage bei den olympischen Winterspielen in Südkorea hatten es für Christin Görtler vom Budo SV Kalletal in sich.

Von Alexander Grohmann
Lippisches Treffen im Deutschen Haus: Christin Görtler ist rechts neben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu sehen.
Lippisches Treffen im Deutschen Haus: Christin Görtler ist rechts neben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu sehen. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Auslandserfahrung der besonderen Art: Die 19-jährige lernt zwei ­Wochen als Bewohnerin des deutschen olym­pischen Jugendlagers in Pyeongchang Land und Leute kennen und sammelt bei knackiger Kälte unvergessliche Ein­drücke.

Die Trainerin des Budo SV Kalletal betreibt seit zwölf Jahren den Kampfsport Kempo und ist Trägerin des braunen Gürtels. Aufgrund ihres herausragenden Engagements in der Kinder- und Jugendarbeit des Vereins gehört Görtler zu den 40 deutschen Jugend­lichen, die für die Olympia-Reise ausgewählt wurden.

Kulturelle Unterschiede

An die koreanische Kultur hat sich die Kempo-Kämpferin schnell gewöhnt. »Im Hotel gibt es jeden Tag Reis, sogar morgens schon«, berichtet Görtler lächelnd. Die ersten Tage in Südkorea haben es für die 19-Jährige in sich. Beim ersten Biathlon-Wettkampf von Laura Dahlmeier steht die Kalletalerin an der Strecke und jubelt über Platz eins der Deutschen.

Wenig später kommt es für die junge Frau, die in Talle wohnt, zu einem besonderen »lippischen Duell« im Deutschen Haus. Sie trifft Frank-Walter Steinmeier und schüttelt dem Bundespräsidenten die Hand. »Christin und ihre Mitstreiter sind für die Wettkämpfe akkreditiert und offizielle Mitglieder des deutschen Olympia-Teams«, berichtet Lutz ­Odewald. Der leitende Trainer der Kempo-Abteilung hatte sich mit dem Budo SV Kalletal um den Austausch-Platz für Görtler bemüht. »Wir können nur unterstützen, dass unsere Sportler in die Welt ­hinauskommen. Christin hat sowieso Hummeln im Hintern«, sagt Odewald, der zudem darauf verweist, dass schon einmal zwei junge Vereinsmitglieder am deutschen Jugendlager in Indien teilgenommen haben.

Bis zum 22. Februar werden die Sportlerinnen und Sportler im Alter von 16 bis 19 Jahren die Olympischen Spiele und die koreanische Kultur hautnah erleben. »Wir bieten den Teilnehmenden in diesem Jahr ein beeindruckendes Programm. Sport, Kultur, Austausch und Bildung bilden die Schwerpunkte und somit einen interessanten Rahmen für die kommenden zwei Wochen«, sagt Tobias Knoch, Leiter des DOJL und Direktor der Deutschen Olympischen Akademie (DOA).

Das gehört auch zum Programm

Umsonst ist der Korea-Trip nicht. »Christin musste 2000 Euro aus eigener Tasche bezahlen«, sagt Odewald. Zwei Wochen hält sie sich im Land auf, sammelt bleibende Eindrücke. Auch wenn Olympia im Vordergrund steht, dreht sich nicht alles nur um Sport. »Die jungen Leute lernen viel über das Land und sind auch zwei Tage in Gastfamilien untergebracht«, erklärt Odewald.

Im ­Goethe-Institut in Seoul hat Görtler heimische Schüler kennengelernt. Nicht ohne zuvor einen Grundkurs in Koreanisch absolviert zu haben. Auch die Geschichte des Landes hat einen festen Platz im Programm des DOJL. Die Teilnehmenden werden die demilitarisierte Zone zwischen Nord- und Südkorea besuchen.

Spannend ist auch der Blick hinter die Olympia-Kulissen: Die Jugendlichen sitzen in Pyeongchang mit deutschen Sportlern beim Essen zusammen oder treffen Promis wie Model Lena Gehrke, die für ein Sportartikelunternehmen vor Ort ist. Als Mitglied des Olympia-Teams muss Christin Görtler auch selbst hin und wieder Selfie-Anfragen erfüllen. Aufregende Tage in Pyeongchang.

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