Handball: Janis Brandt und Hendrik Thies pfeifen gemeinsam in der Oberliga Pfiffiges Duo aus Vlotho

Vlotho (WB). Mit den Handballern des TuS Westfalia Vlotho-Uffeln haben sie den Aufstieg knapp verpasst. Als Schiedsrichter starten Janis Brandt (20) und Hendrik Thies (21) dafür richtig durch: Das junge Duo ist aufgestiegen und leitet ab der kommenden Saison Spiele bis zur Oberliga.

Von Alexander Grohmann
Hendrik Thies (links) und Janis Brandt geben auf dem Spielfeld den Ton an. In der Regel kommen die Schiedsrichter aus Vlotho mit Zeitstrafen und gelben Karten aus.
Hendrik Thies (links) und Janis Brandt geben auf dem Spielfeld den Ton an. In der Regel kommen die Schiedsrichter aus Vlotho mit Zeitstrafen und gelben Karten aus. Foto: Grohmann

Das junge Gespann hat eine rasante Entwicklung hinter sich. 2011 entschieden sich die beiden Handballer, die auch weiterhin für den TuS Westfalia Vlotho-Uffeln auf dem Parkett stehen wollen, für den Nebenjob Schiedsrichter. »In der ersten Zeit haben wir Jugendspiele auf Kreisebene geleitet«, erinnert sich Janis Brandt. Die erste Herausforderung wartete dann aber schnell: »Am Ende der ersten Saison wurden wir schon für zwei Kreisliga-Spiele im Männerbereich eingeteilt.«

In der Verbandsliga haben sich die Talente bewährt

Seitdem ist kein Stillstand eingetreten. »Eigentlich sind wir in jeder Saison aufgestiegen«, berichtet Brandt, der mit Hendrik Thies auch in den Förderkader des Handballverbandes Westfalen aufgenommen wurde. In der abgelaufenen Spielzeit durfte sich das pfiffige Duo bereits in der Verbandsliga beweisen – und hatte auch hier keine Probleme.

Das nötige Durchsetzungsvermögen bringen die Beiden mit. Auch deshalb hat der Verband dem Duo jetzt die Lizenz für die Oberliga erteilt. »Wir werden aber auch weiter Spiele in der Verbandsliga leiten«, sagt Brandt. Beide wissen, dass auf sie erhöhter Aufwand zukommt. »Zum Teil stehen Fahrten bis ins Ruhrgebiet an«, sagt Thies, der in Bad Oeynhausen wohnt.

Janis Brandt eifert seinem Vater nach

Wie der Vater, so der Sohn: Janis Brandt tritt mit seinem Hobby in große Fußstapfen innerhalb der eigenen Familie. Papa Torsten, Geschäftsführer im Verein, pfiff viele Jahre in der 2. Handball-Bundesliga. Zu Beginn begleitete der erfahrene Referee die Nachwuchs-Schiris noch regelmäßig zu ihren Einsätzen. »Er hat uns da gut unterstützt. Wenn etwas nicht so gepasst bei unseren Spielen, hat er das gesagt. Er war unser größter Kritiker. Das hat vor allem am Anfang geholfen, als man überhaupt noch keine Erfahrung hatte«, betont Janis Brandt, der auch in anderer Hinsicht für die Unterstützung dankbar war: »Am Anfang mussten wir ja zu den Spielen meist gefahren werden.«

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Ich mag die engen Hallen und Spiele mit vielen Zuschauern. Da kann man als Schiedsrichter 60 Minuten lang nicht abschalten.

Janis Brandt

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In der Oberliga dürfte das Duo des TuS Westfalia Vlotho-Uffeln in der kommenden Saison sogar eines der jüngsten eingesetzten Gespanne sein. Mittlerweile haben sich die Unparteiischen aber genug Erfahrung angeeignet, um auch schwierigere Spiele souverän zu meistern. »Wenn man von den Zuschauern mal wieder etwas auf die Mappe bekommt, weiß man das jetzt besser einzuschätzen«, sagt Brandt, der gegen eine hitzige Atmosphäre nichts einzuwenden hat. »Ich mag die engen Hallen und Spiele mit vielen Zuschauern. Da darf man als Schiedsrichter 60 Minuten lang nicht abschalten«, sagt der Vlothoer.

Dass sie meist jünger sind als die gestanden Handballer, die nach ihrer Pfeife tanzen müssen, ist offenbar auch in den höheren Spielklassen kein Problem. Übermäßig autoritär müssen die Vlothoer gar nicht auftreten. »Wir haben bisher pro Saison maximal eine Rote Karte gezeigt«, berichtet Hendrik Thies. Dafür überzeugen die Schiri-Youngster mit einer umsichtigen Leitung.

Schwierig ist nur, Hobby und Alltag unter einen Hut zu bringen. Während Brandt ein duales Studium absolviert, peilt Thies ein Studium an. »Man braucht ein gutes Zeitmanagement, um alles in Einklang zu bringen«, weiß Brandt. Schließlich gehen die Handballer auch für den TuS weiter auf Torejagd in der 1. Kreisliga. »Wir werden als Schiedsrichter so eingeteilt, dass es mit unseren Ligaspielen kaum Überschneidungen gibt«, erklärt Brandt, der weder auf das Handballspielen noch auf den Schiri-Job derzeit verzichten will. »Man muss sehen, wie sich das noch entwickelt.« Fest steht aber: Für die relativ geringe Aufwandsentschädigung ist er nicht an der Pfeife. »Da verdient man beim Kellnern mehr.«

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