Pool-Billard-Club Vlotho spielt mit Mannschaften in der Landes- und Bezirksliga Mehr als ein Kneipensport

Vlotho (VZ). Billard hat immer noch das Image eines Kneipensports. Dass aber mehr dazu gehört, als zwischen Rauchschwarden und Biergeruch ein paar Kugeln in Löcher zu versenken, wissen die Mitglieder des Pool-Billard-Clubs (PBC) Vlotho. Seit 2009 nehmen die Sportler am Ligabetrieb teil und spielen aktuell in der Landesliga.

Von Florian Weyand
Künstler mit dem Queue: Thomas Priese (von links), Kay Brandner, Enrico Markert, Jacqueline Markert, Kai Lauterbach, Axel Brieskorn und Darren Lee Michel spielen für den PBC Vlotho in der Landes- und Bezirksliga. Trainiert wird dafür im eigenen Clubraum im Vlothoer Wesercenter. An vier Tischen herrscht fast jeden Abend Hochbetrieb, um für die Liga-Wettkämpfe zu üben.
Künstler mit dem Queue: Thomas Priese (von links), Kay Brandner, Enrico Markert, Jacqueline Markert, Kai Lauterbach, Axel Brieskorn und Darren Lee Michel spielen für den PBC Vlotho in der Landes- und Bezirksliga. Trainiert wird dafür im eigenen Clubraum im Vlothoer Wesercenter. An vier Tischen herrscht fast jeden Abend Hochbetrieb, um für die Liga-Wettkämpfe zu üben. Foto: Florian Weyand

Fast täglich werden im Vereinsheim im Vlothoer Wesercenter die Kugeln versenkt. »Ab 18.30 Uhr ist immer jemand hier«, sagt Jacqueline Markert. Sie ist die einzige Frau im PBC-Team und spielt gemeinsam mit ihrer »Männer-Truppe« in der Bezirksliga-Mannschaft. Eine Auswahl der heimischen Queue-Künstler ist aber auch in der eine Klasse höheren Landesliga aktiv. Oft stehen weite Auswärtsfahrten auf dem Programm. »Wir müssen sogar bis nach Brilon ins Sauerland fahren«, sagt Thomas Pries.
Um dort zu bestehen, muss viel trainiert werden. Mindestens zweimal, meist dreimal pro Woche steht jedes PBC-Mitglied an einem der vier Tische im Wesercenter. Schließlich soll in dieser Saison mit beiden Mannschaften der Klassenerhalt her. »In der Landesliga steht der Verein aktuell im Mittelfeld«, sagt Priese. Die Bezirksliga-Auwahl kämpft als Aufsteiger gegen den Abstieg. Noch ist man zuversichtlich, die Klasse zu halten.
Doch was ist für die derzeit 13 Mitglieder des PBC Vlotho der Reiz am Billard? »Das Spiel ist sehr komplex. Es ist ein bisschen wie Schach«, sagt Axel Brieskorn. So können Kenntnisse in Geometrie und Physik nicht schaden, um am grünen Tisch erfolgreich zu sein. Denn es geht darum, die Spielkugel so zu treffen, dass nicht nur die bunten Kugeln versenkt werden, sondern die weiße Kugel zugleich auch wieder in eine optimale Position für den nächsten Stoß gebracht wird. »Man muss viel vorausdenken«, ergänzt Brieskorn.
Dass die Vlothoer über vier eigene Tischte verfügen, ist der große Vorteil des Vereins. Damit ist der PBC für das Training und die Heimspiele nicht auf ein Billard-Center angewiesen. »Dass Billard-Vereine über ein Vereinsheim mit eigenen Tischtenverfügen, das ist in der Region ganz selten«, sagt Kai Lauterbach und ergänzt: »Wer bei uns langfristig Mitglied ist, der bekommt auch einen Schlüssel für das Vereinsheim.«
Denn Nachwuchs ist beim kleinen Club immer gern gesehen. »Wer Interesse am Billard hat, kann abends gern einmal vorbeischauen. Gespielt wird beim PBC Vlotho nicht nur im Meisterschaftsbetrieb. Auch Turniere richtet der Verein aus. So messen sich die Teilnehmer über das ganze Jahr bei einem internen Vereinsturnier. Ein öffentliches Turnier, an dem jeder teilnehmen kann der Lust am Billard spielen hat, ist auch geplant. Anfang Dezember bittet der PBC dann an die Tische des Wesercentes.
Das ist übrigens rauchfrei. Vom Image des Kneipensports ist in Vlotho nichts zu spüren.

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