Rainer Hoffmann ist bei Tischtennis-Europameisterschaften in Jekaterinburg im Einsatz Referee reist nach Russland

Vlotho (WB). Die russische Stadt Jekaterinburg hat sich mächtig herausgeputzt. Und zwar für die Tischtennis-Europameisterschaften. Beim Platten-Festival am Ural an allen Turniertagen dabei: Schiedsrichter Rainer Hoffmann aus Vlotho.

Von Florian Weyand
Rainer Hoffmann ist der Chef an der Platte. Als Schiedsrichter ist er bei den Tischtennis-Europameisterschaften in Russland dabei. Kommende Woche geht es bei den Polish Open in Warschau weiter.
Rainer Hoffmann ist der Chef an der Platte. Als Schiedsrichter ist er bei den Tischtennis-Europameisterschaften in Russland dabei. Kommende Woche geht es bei den Polish Open in Warschau weiter.

Der 51-Jährige ist bei den europäischen Titelkämpfen als einer von mehr als 100 Schiedsrichtern im Einsatz. Über Hannover und Istanbul reist der Referee Ende September nach Zentralrussland, wo die Wettkämpfe in den Messehallen stattfinden. Untergebracht sind er und seine Kollegen im Airport-Hotel, nur wenige Autominuten von den Sportstätten entfernt. »Mit einem Shuttle konnte man immer sehr gut zwischen Hotel und Halle pendeln. Zuletzt in Portugal habe ich das noch anders erlebt. Bei den Fahrplänen dort hatte man den Eindruck, als sei ein Zufallsgenerator am Werk gewesen«, sagt Hoffmann, der voll des Lobes für die russischen Organisatoren ist.

Hoffmann erlebt russische Charmeoffensive

»Man hat eine große russische Charmeoffensive erlebt«, berichtet der Schiedsrichter von optimalen Bedingungen für Spieler, Offizielle und Zuschauer. Man hat gemerkt, dass der russische Tischtennisverband keine finanziellen Probleme habe. »In den zwölf Jahren, seitdem ich als Schiedsrichter bei internationalen Wettkämpfen bin, war diese Europameisterschaft das beste Turnier, das ich erlebt habe. Das habe ich auch in meinem Bericht geschrieben«, sagt Hoffmann.
Auch auf die Sicherheit sei rund um die Sportstätten großen Wert gelegt worden. So gibt es Einlasskontrollen, bei denen auch Hoffmann seine Tasche öffnen muss. »Eine Kontrolleurin hat ein kleines Taschenmesser gefunden, das ich in meinem Rucksack dabei hatte. Bei meinen Flügen ist das dem Sicherheitspersonal aber noch nie aufgefallen«, wundert sich Hoffmann, freut sich aber über die Aufmerksamkeit der Russin.

Marathon-Match dauert vier Stunden

Als Referee ist der Vlothoer fast jeden Tag im Einsatz. Von morgens bis abends hat er die Spiele der besten Tischtennis-Asse Europas im Blick. »Meist hatte ich etwa fünf Einsätze am Tag. Manchmal bin ich aber auch nur als Reserve-Schiedsrichter angesetzt gewesen«, sagt Hoffmann, der von Marathon-Matches berichtet. »Teilweise gingen Spiele über mehr als vier Stunden. Das war zum Beispiel beim Endspiel der Mannschaften zwischen Deutschland und Österreich er Fall.«

Damen-Finale ist das Highlight

Die freie Zeit während des Turniers nutzt er, um sich als Zuschauer die Spiele anzusehen. Besonders die Wettbewerbe der Frauen haben es dem Vlothoer angetan. Höhepunkt der EM ist für Hoffmann das Damen-Finale zwischen Elizabeta Samara aus Rumänien und der Niederländerin Li Jie. »Weil sich nach dem langen Herren-Doppel viele Zuschauer erst einmal mit Getränken versorgt haben, bekam ich einen guten Platz in der ersten Reihe mit perfekter Sicht auf den Tisch«, berichtet Hoffmann. Von dort sieht er den Triumph der Rumänin, die mit einem 4:3-Sieg Europameisterin wird. Aber auch Hoffmann wird gesehen. »Nach den Europameisterschaften haben mich einige Bekannte, die das Spiel auf Eurosport sahen, angesprochen. Sie hatten mich während der Übertragung im Fernsehen beobachten können«, erzählt der Unparteiische.

Hoffmann gratuliert der Siegerin

Über den Sieg der Rumänin freut sich Hoffmann besonders. Der Vlothoer kennt die Spielerin, die ausgerechnet am Geburtstag ihres Trainers den Titel holt. »Nach dem Endspiel habe ich noch ein bisschen mit Beiden gesprochen«, ist Hoffmann nach dem Endspiel einer der ersten Gratulanten.

Nach dem Turnier ist vor dem Turnier. Am übernächsten Wochenende ist der Schiedsrichter schon wieder international im Einsatz. Dann reist Rainer Hoffmann zu den Polish Open nach Warschau – und wird die besten Tischtennisspieler der Welt wieder an den Platten erleben.

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