Handball-Oberliga: TuS Spenge verpasst bei der TSG A-H Bielefeld eine höhere Führung und verliert 29:30 Derby-Drama mit bitterem Ende

Von Marc Schmedtlevin

Vlotho/Bielefeld (WB). Erste Niederlage und die Tabellenführung verloren: Vor 1300 Zuschauern in der Seidensticker Halle unterlag der TuS Spenge im Derby der Handball-Oberliga bei der TSG A-H Bielefeld mit 29:30 (14:13).

Endstation TSG-Abwehr: Johannes Ebbinghaus wird  in dieser Szene  von Moritz Schneider (rechts) gestoppt.  Bei der 29:30-Niederlage lief der reaktivierte Ebbinghaus zum ersten Mal in dieser Saison für den TuS Spenge in der Oberliga auf und erzielte zwei Tore.
Endstation TSG-Abwehr: Johannes Ebbinghaus wird in dieser Szene von Moritz Schneider (rechts) gestoppt. Bei der 29:30-Niederlage lief der reaktivierte Ebbinghaus zum ersten Mal in dieser Saison für den TuS Spenge in der Oberliga auf und erzielte zwei Tore. Foto: Bernhard Pierel

Der Handball beider Mannschaften war nicht immer hochklassig. Das Duell lebte von seiner Spannung. »Endlich mal wieder ein gutes Derby«, sagte Spenges Trainer Heiko Holtmann. Die Gäste mussten aber wieder einmal dem Nachbarn gratulieren. Die Bielefelder als TuS-Gegner – das passt derzeit nicht zusammen. Zum dritten Mal in Folge ging die TSG als Sieger vom Feld.

Guter Start

Dabei hatte die Partie für die Spenger so gut begonnen. Nach fünf Minuten hatten Nils van Zütphen, Marco Fillies und Christoph Harbert eine 3:0-Führung herausgeworfen. Grundlage war in der Anfangsphase eine sehr konsequente Abwehrleistung. Bielefeld kam nicht ins Spiel, weil sich keine Lücken ergaben. Erst nach sechs Minuten trafen die Gastgeber durch Phil Holland das erste Mal – es sollte nicht sein letzter Treffer bleiben. Nachdem Dennis Mathews per Siebenmeter auf 4:1 erhöht hatte, waren für Spenge noch weitere Chancen zu einer deutlicheren Führung vorhanden. Harbert traf aber den Pfosten und van Zütphen scheiterte an der Latte. »Wir hätten uns absetzen müssen, dann wäre das Spiel vielleicht früher für uns gelaufen gewesen«, sagte Holtmann.

Stattdessen kämpfte sich die TSG zurück und glich beim 5:5 (13.) aus. Bis dahin hatte Holland schon dreifach getroffen. Holtmann reagierte und ließ den Rückraumspieler von Justus Clausing in Manndeckung nehmen. Diese Maßnahme zeigte zumindest so eine Wirkung, dass sich der TuS wieder auf drei Tore zum 8:5 absetzte (18.). Ausschalten lassen sollte sich Holland im weiteren Verlauf aber nicht. Allgemein zeigten die Gäste die reifere Spielanlage, agierten unaufgeregter und hatten mit Bastian Räber zunächst den besseren Torwart. »Wir waren zu diesem Zeitpunkt die bessere Mannschaft«, sagte Holtmann. Abschütteln ließ sich Bielefeld aber nicht. Bis zur Pause war der Vorsprung wieder auf ein Tor zusammengeschmolzen.

Plötzlich im Rückstand

Aus der Kabine kamen die Gastgeber mit etwas mehr Schwung. Die Körpersprache war nun eine andere. Die Spenger ließen sich davon nicht beeindrucken, aber die Spielzüge liefen nicht mehr so flüssig, die Lücken in der TSG-Abwehr taten sich nicht mehr so häufig auf und die eigene Abwehr kam seltener zum Stehen. Der TuS transportierte den knappen Vorsprung noch bis zum 19:17 (37.) und 20:19 (41.), dann leiteten die Gastgeber die Wende ein. Innerhalb von fünf Minuten trafen sie viermal und führten mit 23:20. »Plötzlich mussten wir einem Rückstand hinterher laufen und dann wird es schwierig«, sagte TuS-Kreisläufer Marco Fillies.
Aufgeben wollte Spenge aber noch nicht. Mit einem kurzzeitigen Torwartwechsel von Räber zu Michael Sarschizky und einer erneuten Manndeckung gegen Holland sollte die Aufholjagd beginnen. Der Rückstand pendelte sich daraufhin bei einem oder zwei Toren ein. Zu einem Punktgewinn reichte es nicht, weil vor allem die Abwehr nicht den einen notwendigen Ball abfangen konnte. »Dadurch kamen wir auch nicht in unser Tempospiel«, sagte Holtmann.

Spannende Schlussminuten

In zwei spannenden Schlussminuten überschlugen sich dann die Ereignisse. Beim Stand von 30:29 für die TSG hielt Sarschizky zunächst einen Siebenmeter von Lukas-Martin Schulz. Im Gegenzug nahm sich Sebastian Kopschek den Wurf zum möglichen Ausgleich, den der immer stärker gewordene Torwart Pascal Welge großartig parierte. Die TSG versuchte nun, die Zeit herunterzuspielen – bis sich ein freier Wurf für Holland ergab. Doch der mit zehn Treffern überragende Spieler traf nur den Pfosten und ermöglichte Spenge sechs Sekunden vor Schluss noch einmal Ballbesitz. Den langen Pass auf Christoph Harbert fing die Deckung aber ab.

TSG: Welge, Conzen – Schnorfeil, Schmidt 8/3, Wagner 1), N. Prüßner, Fröbel 3, Schneider, Holland 10, Strathmeier 1, L. Prüßner 1, Gote 1, Wiese, Schulz 5.

Spenge: Räber, Sarschizky (47. bis 53. und bei einem Siebenmeter) – Röttger 1, Clausing, Kopschek 4/1, Reinsch 3, Mathews 5/3, Harbert 6, Hanneforth, van Zütphen 3, Fillies 1, Ebbinghaus 2, Ortjohann 4.

Siebenmeter: TSG 4/3 (Schulz scheitert an Sarschizky) – Spenge 5/4 (Mathews scheitert an Welge). Zeitstrafen: TSG 4 (2x Schneider, 2x Strathmeier) – Spenge 6 (2x Fillies, 2x Hanneforth, 2x Mathews).

Schiedsrichter: Heywinkel/Korte (TSV Oerlinghausen) Zuschauer: 1300. Torfolge: 0:3, 1:3, 1:4, 3:4, 3:5, 5:5, 5:8, 6:8, 6:9, 7:9, 7:10, 8:10, 8:11, 9:11, 9:12, 10:12, 10:13, 12:13, 12:14, 13:14 – 14:14, 14:15, 15:15, 15:16, 16:16, 16:17, 17:17, 17:19, 19:19, 19:20, 23:20, 23:22, 25:22, 25:24, 26:24, 26:25, 27:25, 27:26, 28:26, 28:27, 29:27, 29:28, 30:28, 30:29.

Nächstes Spiel: Samstag, 3. Oktober Westfalenpokal-Vorrunde in Spenge.

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