Fußball: Leonie Heitlindemann war mit der U18-Westfalenauswahl in Namibia »Das vergesse ich nie«

Herford (WB). Lange hat Leonie Heitlindemann hin und her überlegt, ob sie mitfliegen soll. Letztlich ist die Herforder Nachwuchs-Fußballerin heilfroh, dass sie zehn Tage mit der U18-Westfalenauswahl in Namibia gewesen ist.

Von Lars Krückemeyer
Besuch in einer Schule in Windhoek: Leonie Heitlindemann (hinten, 2. von rechts) hat in Namibia  auch Land und Land und Leute kennengelernt. Mit der Westfalenauswahl war die U18-Spielerin  ins südwestafrikanische Land gereist.
Besuch in einer Schule in Windhoek: Leonie Heitlindemann (hinten, 2. von rechts) hat in Namibia auch Land und Land und Leute kennengelernt. Mit der Westfalenauswahl war die U18-Spielerin ins südwestafrikanische Land gereist.

Ihr 17. Geburtstag am 29. Juni, dem vorletzten Tag der Reise, hat sie zweifeln lassen. Doch es war die richtige Entscheidung. »Ich kann jedem nur empfehlen, so eine Chance unbedingt zu nutzen. Die Erlebnisse vergesse ich nie«, sagt die künftige Zweitliga-Spielerin des Herforder SV.

Nach zehnstündigem Direktflug ab Frankfurt begann für die 18 Spielerinnen und fünf Begleiter das Fußball-Abenteuer in der namibischen Hauptstadt Windhoek. Training, Spiele, Safari und auch Einblicke in das Leben der Menschen – das sind eben jene Erlebnisse, von denen Leonie Heitlindemann spricht. »Das war kein Urlaub. Wir haben vor allem im taktischen Bereich viel trainiert, das hat uns einiges gebracht«, sagt die Schülerin, die dafür Sonderurlaub vom Anna-Siemsen-Berufskolleg bekommen hat.

Besonders die Freundlichkeit ihrer Gastgeber bleibt Leonie Heitlindemann in guter Erinnerung. »Wir haben namibische Fußballerinnen zu Hause besucht. Die leben zum Teil in Wellblechhütten mit nur einem großen Wohnraum. Die Toilette befindet sich draußen«, berichtet sie.
Auch in einer Schule waren die westfälischen Auswahlspielerinnen gern gesehene Gäste und begehrte Fotomotive. »Die Schüler müssen dort Uniformen tragen«, ergänzt die junge Fußballerin. Und noch etwas bleibt ihr unvergesslich: Eine Safari, bei der das übrigens nicht von Gittern geschütze Auto Krokodilen, Nashörnern und Giraffen sehr nahe kam.

In den Testspielen gewannen die westfälischen Talente gegen die namibische U20- und die Frauennationalmannschaft, zum Abschluss gab es eine Niederlage gegen ein gemischtes Team. »Wir haben in einem Stadion mit etwa 10 000 Plätzen gespielt. Einige Zuschauer hatten Vuvuzelas dabei«, erzählt die Herforderin. Eine zusätzliche, unerwartete Anstrengung zum sportlichen Programm war die Unterbringung. Alle zwei Tage musste das Hotel gewechselt werden.

Im Alter von 17 Jahren hat es Leonie Heitlindemann im Fußball schon weit gebracht. Zur Westfalenauswahl gehörte sie bereits in der U15. Und sie will noch mehr. Der Herforder SV hat die vielseitig einsetzbare Spielerin mit einem Vertrag für die Frauenmannschaft in der 2. Bundesliga ausgestattet, nachdem sie in der vergangenen Saison mit guten Leistungen bei den B-Juniorinnen und in der zweiten Mannschaft die Trainer Daniel Hollensteiner und Jürgen Prüfer auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Die nächste Einladung zur Westfalenauswahl liegt ihr bereits vor. Die Mannschaft bereitet sich auf den U18-Länderpokal im Herbst vor. Und dafür möchte sich die Herforderin ebenso einen Platz im Team erkämpfen, wie beim Herforder. Es sollen noch ein paar mehr unvergessliche Erlebnisse in ihrer Karriere dazukommen

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