Freeway-Cup: Vlothoer scheitert trotz famoser Vorrunde mit den »Mühlis« im Achtelfinale  Bobe wird zum Werder-Schreck 

Lübbecke (VZ). Er trifft gegen den Hamburger SV und Werder Bremen und knöpft auch den Bayern einen Punkt ab: NiklasBobe erlebt mit der Mühlenkreisauswahl beim Freeway-Cup in Lübbecke eine famose Vorrunde. Das Achtelfinal-Aus kann aber auch der stark aufspielende Vlothoer nicht verhindern.

Von Alexander Grohmann
Niklas Bobe (2. von links) passt den Ball zu Keeper Jan Strate. Rechts beobachtet Lukas Hartmann die Szene. Mit dem 3:3 gegen die B-Jugend von Bayern München setzte die Mühlenkreisauswahl das i-Tüpfelchen auf eine tolle Vorrunde.
Niklas Bobe (2. von links) passt den Ball zu Keeper Jan Strate. Rechts beobachtet Lukas Hartmann die Szene. Mit dem 3:3 gegen die B-Jugend von Bayern München setzte die Mühlenkreisauswahl das i-Tüpfelchen auf eine tolle Vorrunde.

 Es ist zu schnell vorbei. Als die Viertelfinalspiele beginnen, sitzt Niklas Bobe schon auf der Tribüne. Auf dem Parkett wirbelt mit Münchens Manuel Wintzheimer oder BVB-Ass Hussein Bulut derweil möglicherweise die nächste Nationalspieler-Generation. Für kurze Zeit ist Bobe den Kicker-Juwelen in Lübbecke auf Augenhöhe begegnet. Doch im Achtelfinale ist der Traum von weiteren Duellen mit der nationalen B-Jugend-Elite geplatzt. »Das ist schon bitter«, sagt der 16-Jährige, der mit der Minden-Lübbecker Auswahl nach toller Vorrunde mit 0:3 an Hertha BSC Berlin gescheitert ist.

 Während der Hauptstadt-Express danach weiter bis ins Finale rollt, das Mainz 05 im Neunmeterschießen gewinnt (wir berichteten), ist das Turnier für die »Mühlis« schlagartig beendet. Dabei hatte die inoffizielle deutsche U16-Hallenmeisterschaft mit Erfolgen gegen den HSV (1:1), Bremen (3:2) und Bayern München (3:3) fulminant für den Gastgeber begonnen. Große Taten gegen große Namen – zur Krönung gelangen Bobe auch noch zwei Tore. Der Mittelfeldspieler der SV Kutenhausen/Todtenhausen (Landesliga) rechtfertigt seine Nominierung für das Turnier auf beeindruckende Weise. Weder von der Kulisse in der mit 3000 Fans voll besetzten Kreissporthalle noch von den Gegnern lässt er sich einschüchtern.

 Im Auftaktspiel gegen Titelverteidiger HSV rettet Bobe den »Mühlis« mit einem platzierten Schuss ins Eck kurz vor Schluss das 1:1 – die Halle steht Kopf. »Das war ein geiles Gefühl, wobei man die Zuschauer in dem Moment gar nicht so wahrnimmt«, beschreibt Bobe den Adrenalinkick. Gegen Bremen kommt es dann noch besser. Per Abstauber erzielt Bobe, der beim Turnier als zweikampfstarker Aufbauspieler glänzt, per Abstauber das 2:1. Am Ende steht ein 3:2-Sieg zu Buche. Kurios: Werder ist offenbar nicht nur Bobes Lieblingsverein, sondern auch Lieblingsgegner. Beim »Cup der Stadtwerke« in Vlotho trat er vor Jahren schon einmal gegen Bremens Bundesliga-Nachwuchs an – und siegte mit 4:3. Jetzt hat er wieder die Nase vorn.

 Auch der erste Auftritt am nächsten Morgen um 8.30 Uhr sorgt für Gänsehaut: Nach dem 3:3 gegen Bayern München beendet die heimische Auswahl die Vorrunde in ihrer Gruppe mit fünf Punkten ungeschlagen auf Platz zwei. »Wir haben die Erwartungen übertroffen. Da hofft man natürlich insgeheim, dass es noch etwas weiter geht«, sagt Bobe.

 Doch gegen Hertha endet sein Turnier-Abenteuer abrupt. Dabei geht das Achtelfinale gut los: Bobe leitet in der 4. Minute die erste Chance durch Lukas Hartmann ein. Dessen Schuss kracht gegen den Pfosten. Danach werden die Gastgeber eiskalt zum 0:2 ausgekontert (7., 10.). »Wir haben so gespielt, wie sie es wollten. Hertha hat sich zurückgezogen. Das hatten wir nicht erwartet«, analysiert Bobe. Nach dem 0:3 entlädt sich sein Frust: Mit voller Wucht drischt Bobe den Ball auf die Tribüne, stapft nach dem anerkennenden Abschieds-Applaus der Zuschauer wortlos in Richtung Kabine. Der Traum ist zu schnell vorbei. Ein bisschen weiter hätte die Reise schon noch gehen können. Statt Spiele gegen Bayern und Bremen wartet auf Bobe nun wieder Landesliga-Abstiegskampf mit Kutenhausen. Das Turnier-Erlebnis vor 3000 Zuschauern dürfte aber noch länger haften bleiben.

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