Nach dem zweiten Kreuzbandriss droht Vlothos Flügelflitzer das Fußball-Aus  Wochmins traurige Weihnacht 

Vlotho (VZ). Tore kann Andreas Wochmin zurzeit nur an der Playstation erzielen. Dem Offensivmann des Fußball-Bezirksligisten SC Vlotho droht nach seinem zweiten Kreuzbandriss im Alter von 22 Jahren das Karriere-Ende.

Von Alexander Grohmann
Da war er noch fit und voller Tatendrang: Andreas Wochmin hat abgezogen, der Ball zischt Richtung Tor. Dem Flügelflitzer des SC Vlotho droht nach dem zweiten Kreuzbandriss mit erst 22 Jahren das Fußball-Aus. Einfach bitter, sagt der Löhner.
Da war er noch fit und voller Tatendrang: Andreas Wochmin hat abgezogen, der Ball zischt Richtung Tor. Dem Flügelflitzer des SC Vlotho droht nach dem zweiten Kreuzbandriss mit erst 22 Jahren das Fußball-Aus. Einfach bitter, sagt der Löhner.

 Im Auswärtsspiel bei der SV Eidinghausen-Werste am 9. November riss sich der Spieler erneut das Kreuzband im linken Knie. »Ich kannte das Gefühl noch vom ersten Mal. Ich habe noch gehofft, dass es nicht ganz so schlimm ist, aber leider hat es sich anschließend bestätigt. Das ist sehr bitter«, sagt Wochmin, der 2013 als Hoffnungsträger auf den Winterberg gekommen war.

 Nach einem A-Jugendjahr beim FC Bad Oeynhausen (Bezirksliga) und einer Senioren-Saison beim SV Rödinghausen II (Bezirksliga) wollte Wochmin in Vlotho durchstarten. Doch ehe die Vorbereitung los ging, war der Löhner bereits aus dem Rennen. »Ich hatte mir bei einem Hobbyturnier das Kreuzband gerissen«, erzählt der große SCV-Pechvogel.

 Es folgte eine fast einjährige Leidenszeit, erst im Endspurt der vergangenen Saison stand Wochmin wieder auf dem Platz und sprühte gleich vor Spielfreude. Unter dem neuen Bezirksliga-Coach Olaf Sieweke machte der dynamische Dribbler in dieser Saison weitere Fortschritte – bis ihn am 12. Spieltag erneut das Verletzungspech auf brutalste Art heimsuchte.

 Bitter: Wochmin muss sich nun gleich zweimal operieren lassen. »Im Februar wird das alte Kreuzband entfernt, erst im Sommer dann das neue eingesetzt«, berichtet der 22-Jährige, der sich wie beim ersten Mal in die Hände des Herforder Spezialisten Dr. Jungmann begibt. Die Doppel-OP hat eine längere Ausfallzeit zur Folge. »Ich muss anderthalb Jahre mit Fußball pausieren. Da fragt man sich schon, ob es überhaupt Sinn macht, danach wieder einzusteigen«, sagt Wochmin traurig.

 Die vergangenen Wochen waren hart für den leidenschaftlichen Kicker, der sich trotz der Verbundenheit zu den Vlothoer Teamkollegen nicht jedes Spiel angeschaut hat. »Das hätte ich wirklich nicht ertragen können«, sagt Wochmin, der jüngst bei der Weihnachtsfeier aber dabei war und sich auch nicht beim SC Vlotho abgemeldet hat.

 Trotz des Kreuzbandrisses kann er weiter Sport treiben – ohne Ball am Fuß. »Ich gehe oft ins Fitness-Studio. Irgendwas muss ich einfach machen«, sagt der angehende Industriekaufmann, der bei Hettich in Kirchlengern beschäftigt ist. Ein Comeback auf dem Platz ist fast ausgeschlossen – eine kleine Hintertür lässt sich der Flügelflitzer aber offen. »Zu einem kompletten Schlussstrich konnte ich mich noch nicht durchringen. Wenn die Ärzte in ein, zwei Jahren sagen, dass das Knie stabil ist, probiere ich es vielleicht nochmal«, sagt Andreas Wochmin. In der Zwischenzeit vertreibt er die negativen Gedanken mit Fußballspielen – an der Playstation.

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