Auch bei Kälte: Gastschüler aus Ecuador trainiert in Vlotho für den Hermannslauf  Papenhoff macht Mateo fit 

Vlotho (VZ). Freundschaften schließen, die Sprache lernen – und nebenbei auch noch Kilometer sammeln: Mateo Buenaño (17) bekommt alles unter einen Hut. Der Schüler aus Ecuador, der ein Gastjahr in Vlotho verbringt, trainiert fleißig für den Hermannslauf. Hilfe erhält er von einem echten Experten.

Von Alexander Grohmann
Die Kondition stimmt schon: Beim Gedächtnislauf in Minden absolvierte Mateo Buenaño die zehn Kilometer in etwas mehr als 43 Minuten. Bis April will der junge Ekuadorianer, der ein Austauschjahr in Vlotho verbringt, richtig fit für den Hermannslauf sein.
Die Kondition stimmt schon: Beim Gedächtnislauf in Minden absolvierte Mateo Buenaño die zehn Kilometer in etwas mehr als 43 Minuten. Bis April will der junge Ekuadorianer, der ein Austauschjahr in Vlotho verbringt, richtig fit für den Hermannslauf sein.

 Ein kalter November-Abend in Vlotho. Im Jahnstadion empfängt Bruno Papenhoff seinen dick vermummten Schützling. »Heute trainieren wir Grundschnelligkeit«, verkündet der Leiter des Lauftreffs Vlotho, der für den fröstelnden Mateo drei Ein-Kilometer-Läufe auf der Aschebahn vorgesehen hat. An die Kälte muss sich der Gast vom warmen Äquator noch gewöhnen. »Bei uns herrschen das ganze Jahr über die gleichen Temperaturen«, sagt er. Beim Training läuft er schnell heiß: In 3:30 Minuten muss Mateo den Kilometer bewältigen, nach einer kurzen Pause pfeift Papenhoff das nächste Intervall an.

 Beim Vlothoer »Lauf-Papst« ist Mateo in besten Händen. Papenhoff weiß schließlich genau, wie man für den »Hermann« trainieren muss. »Ich bin dort 30 Mal hintereinander gestartet«, zehrt der 59-Jährige aus einem großen Erfahrungsschatz. Auch sein Schüler hat sich viel vorgenommen für die 31,1 Kilometer zwischen Hermannsdenkmal und Sparrenburg: »Ich will deutlich unter drei Stunden bleiben«, sagt der Ekuadorianer, den das Hermannslauf-Fieber gepackt hat. Praktisch: Um den Startplatz für die 44. Ausgabe am 25. April 2015 muss er sich keine Sorgenmachen. Sein Coach hat ihm bereits ein Ticket besorgt. »Ich kenne den Organisator von vielen Laufveranstaltungen«, hat Papenhoff seine Kontakte spielen lassen. Während die anderen Teilnehmer bis zur Online-Anmeldung (6. Januar) ausharren müssen, ist Mateo schon im Besitz des begehrten Startpasses.

 Neben dem Unterricht am Vlothoer Wesergymnasium steht bei dem aufgeweckten Jugendlichen, der bei Familie Happe lebt, regelmäßig Lauftraining auf dem Stundenplan. Drei Mal pro Woche nimmt Buenaño an den Einheiten des Lauftreffs und der SGE Exter teil. Kurios: Seine Lauf-Leidenschaft hat Mateo erst in Vlotho entdeckt. Vielleicht liegt es ja an der Umgebung. »Die Landschaft ist sehr schön«, findet der 17-Jährige, der im August aus dem 2000 Meter hoch gelegenen Quito nach Vlotho gekommen ist und sich bereits passabel auf Deutsch unterhalten kann.

 Auch die Kondition stimmt. »In Ecuador bin ich geschwommen und habe Cross-Fit gemacht«, erzählt Mateo, der als Läufer laufend Fortschritte macht. »In dem Alter geht das schnell«, weiß Papenhoff. Auch bei Wettkämpfen war Mateo schon am Start. Jetzt geht's an die Feinarbeit. Denn beim Hermannslauf erwartet ihn nicht nur langes, sondern auch hügeliges Terrain. Die Treppen von Lämershagen (120 Stufen/45 Höhenmeter) beispielsweise haben schon viele Läufer in die Knie gezwungen. »Ab Februar verlagern wir das Training in den Teutoburger Wald«, sagt Papenhoff.

 Mateo sieht nur ein Problem: »Das deutsche Essen ist so lecker. Ich habe schon vier Kilo zugenommen«, blickt der Schüler ängstlich auf die Weihnachtsfeiertage. Zum Glück ist bis zum Hermannslauf ja noch jede Menge Zeit.

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