Tischtennis-Bezirksliga: CVJM Wehrendorf gewinnt Kellerduell gegen Bardüttingdorf II nach 1:7-Rückstand mit 9:7  »Wir waren schon mausetot« 

Vlotho (VZ). Was für eine irre Wende: Tischtennis-Bezirksligist CVJM Wehrendorf gerät gegen den TuS Bardüttingdorf II schon früh auf die Verliererstraße, als sich Erstaunliches ereignet: Einen 1:7-Rückstand verwandelt der Gastgeber in ein 9:7 und feiert mit dem ersten Saisonsieg das Comeback im Abstiegskampf. Das Abschlussdoppel gerät dabei zur Nervenschlacht.

Von Alexander Grohmann
Unfassbare Aufholjagd: Björn Schulz biegt mit dem CVJM Wehrendorf gegen Bardüttingdorf II einen 1:7-Rückstand noch um. Am Ende feiert der Bezirksliga-Aufsteiger den ersten Saisonsieg. Im Abschlussdoppel macht es Schulz aber noch einmal spannend.
Unfassbare Aufholjagd: Björn Schulz biegt mit dem CVJM Wehrendorf gegen Bardüttingdorf II einen 1:7-Rückstand noch um. Am Ende feiert der Bezirksliga-Aufsteiger den ersten Saisonsieg. Im Abschlussdoppel macht es Schulz aber noch einmal spannend.
Vor der Aufholjagd: Fabian Strohschein (von links), Andre Nies, Patrick Alami und Stefan Seubert sind nach drei Doppel-Pleiten gefrustet.

»Wir waren schon mausetot. Bei dem Spielstand und unserem Saisonverlauf glaubt keiner mehr daran, dass noch was geht. Es sah nach einer Monster-Klatsche aus«, blickt Björn Schulz zurück. Ausgerechnet der Abstiegsrivale Bardüttingdorf schickte sich am Samstag an, den Wehrendorfern die schmerzhafteste Abreibung der Saison zu verpassen.

Beim Stand von 1:7 haken einige CVJM-Akteure den Klassenerhalt innerlich wohl schon ab. Auch Björn Schulz hat wenig Hoffnung. »Ich stand mit Fabian Strohschein vor der Halle. Ich weiß noch, wie ich zu ihm gesagt habe: ›Komm', jetzt lass' uns die Saison wenigstens mit Spaß zu Ende spielen. Dann reicht es eben nicht‹«, blickt er zurück.

Doch für den Abgesang ist es zu früh, wie sich herausstellt. Als Schulz wenig später wieder am Tisch steht, beginnt die Wende zum Guten. Mit einem in der Höhe völlig überraschenden Dreisatzsieg gegen Bardüttingsdorfs Nummer eins Thorsten Tiemann setzt der Angriffspieler ein Zeichen. Es hat sich etwas verändert. Schulz' Alles-oder-Nichts-Taktik greift auf die Teamkollegen über, die urplötzlich von einer Welle des Erfolges getragen werden.

Patrick Alami, Andre Nies, Dirk Berges, Fabian Strohschein und Stefan Seubert feiern gegen die nun ihrerseits wie paralysiert wirkenden Gäste sechs Punkte am Stück – vor dem Abschlussdoppel liegt Wehrendorf sensationell mit 8:7 vorne. »Das war unfassbar«, sagt Schulz. Doch die große Chance lässt den Aufsteiger noch einmal verkrampfen.

»Auf einmal gehen die Köpfe wieder an, weil man etwas zu verlieren hat«, beschreibt Schulz den fast logischen Wackler auf der Zielgeraden. Eine 2:0-Satzführung lässt er sich mit Strohschein im Abschlussdoppel aus der Hand nehmen. Die Nerven. Es entwickelt sich ein Krimi mit Überlänge. Im fünften Satz hat das Wehrendorfer Duo beim Stand von 10:5 fünf Matchbälle in Folge – und vergibt alle fünf. Erinnerungen kommen hoch. Die Niederlage im Abschlussdoppel hat in dieser Saison beim CVJM Tradition: In allen fünf Fällen konnte der Bezirksligist bei wechselnden Besetzungen die entscheidende Partie nicht nach Hause bringen. Nun droht Pleite Nummer sechs.

Mit dem Mut der Verzweiflung erkämpft Strohschein beim Stand von 10:10 den sechsten Matchball. Daran nimmt sich Schulz im nächsten Ballwechsel ein Beispiel: »Ich habe mit all meinem Frust draufgehauen.« Es ist der Punkt zum 12:10. Was folgt, sind selten gesehene Jubelszenen. »Ich weiß nur noch, dass ich über die Bande gehüpft bin«, so Schulz, der seinen Emotionen freien Lauf lässt. Der erste Saisonsieg nach fast uneinholbarem Rückstand versetzt den bislang vom Pech verfolgten Aufsteiger in Ekstase.

»Wir haben gefühlt noch einige Stunden in der Halle verbracht«, erzählt der Matchwinner, der in seinem ersten Einzel einen 0:2-Satzrückstand gedreht hatte. »Wir haben das Glück, das uns bisher im Stich gelassen hat, erzwungen. Jetzt ist wieder etwas Hoffnung im Abstiegskampf da. Wir sind nicht abgeschlagen.« Die Gäste packen dagegen blitzschnell ihre Sachen zusammen und treten zur Flucht an. Durch die Niederlage ist Bardüttingdorfs Reserve (2:18 Punkte) hinter Wehrendorf (4:16) auf den letzten Platz zurückgefallen.

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