Joshua Fadire will die 4,80 Meter knacken – TV Löhne-Bahnhof als Talent-Schmiede Stabhochsprung-Single träumt von EM

Löhne (WB). Cool, locker, selbstbewusst: Joshua Fadire weiß, was er will. Der Leichtathlet des TV Löhne-Bahnhof, bereits dreifacher Sportler des Jahres in Löhne, hat bei den Deutschen U20-Hallenmeisterschaften wichtige Erfahrungen gesammelt. Der 16-Jährige will wie Vereinskollegin Charlotte Haas (16) hoch hinaus.

Von Philipp Bülter
Leidenschaft Stabhochsprung: Joshua Fadire überspringt in Halle/Saale 4,55 Meter. Bald will er noch viel höher hinaus.
Leidenschaft Stabhochsprung: Joshua Fadire überspringt in Halle/Saale 4,55 Meter. Bald will er noch viel höher hinaus. Foto: Ralf Görlitz

Beide Nachwuchsasse des TV Löhne-Bahnhof sind angehende Mehrkämpfer und fühlen sich vor allem in luftigen Höhen pudelwohl. Während Haas’ Lieblingsdisziplinen der Hoch- und der Weitsprung sind, begeistert sich Joshua Fadire insbesondere für den Stabhochsprung. Wie berichtet, hat der 16-Jährige beim Meeting im Werre-Park seine Bestleistung von 4,60 Meter eingestellt. Fadire wirkt unbekümmert und gilt als großes Talent. »Der Junge lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Joshua ist ehrgeizig, beim Training immer gewissenhaft dabei und bleibt im Wettkampf cool«, sagt André Düsterhöft.

Der 25-Jährige bildet gemeinsam mit Kalle Held ein eingespieltes Trainerteam beim TV Löhne-Bahnhof, das Athleten wie Fadire, Haas oder Sarina Brockmann fördert – und fordert. Gemeinsam mit Charlotte Haas und Joshua Fadire sammelt André Düsterhöft am vergangenen Wochenende wichtige Erfahrungen bei den Deutschen U20-Hallenmeisterschaften. Düsterhöft trainiert die Youngster seit dem letzten Jahr mit großem Einsatz, genau wie Trainerikone Held. »Das macht großen Spaß«, betont Düsterhöft.

Meisterschaften machen mächtig Eindruck

Für seine Schützlinge Fadire und Haas sind die Meisterschaften in Halle/Saale eine große Nummer, die durchaus Eindruck macht: »Das war etwas Anderes als in der U18, meiner eigentlichen Altersklasse«, sagt Fadire. Die Halle in Halle beeindruckt ihn mit ihrer großen Tribüne, die Veranstaltung glänzt mit einer professionellen Organisation. Als jüngster Starter im Feld wird Joshua Fadire im Stabhochsprung zwar nur Siebter, »aber ich habe einfach diese Erfahrung machen wollen«.

Der Löhner steigt im Wettkampf bei 4,40 Meter ein – »das hat Joshua zuvor noch nie machen müssen«, sagt Düsterhöft. Die Einstiegshöhe meistert Fadire reibungslos, bei 4,55 Meter braucht er drei Versuche, ehe die 4,70 dann noch eine Nummer zu groß sind. »Das war aber im dritten Versuch ganz schön knapp. Joshua hat das Potenzial für mehr. Ich hoffe, dass es bei ihm in diesem Jahr in Richtung 4,80 Meter oder 4,90 Meter gehen kann«, sagt Düsterhöft.

Joshua Fadire, der am 30. März 17 Jahre alt wird, trainiert derzeit sechs Mal in der Woche und hat sich auch selbst hohe Ziele gesteckt. Im Fokus: Die Deutschen Jugend-Meisterschaften der U20/U18 vom 27. bis 29. Juli in Rostock. Zuvor finden bereits vom 5. bis 8. Juli die U18-Europameisterschaften im ungarischen Györ statt. Die Norm für die DM von 4,60 Meter hat Fadire bereits in der Tasche. Für die EM werden 4,75 Meter verlangt. »Mein erstes Ziel sind die Deutschen Meisterschaften. Ich will endlich eine Medaille, egal welche. Die EM ist aktuell noch ein Traum. 4,80 Meter sollten es in diesem Jahr schon sein.«

»Diese Abwechslung brauche ich«

Sport, Schule, Familie: Zeit ist für Fadire, derzeit Single, knapp bemessen. Doch der Youngster, der mit seiner Familie in Bad Oeynhausen lebt, will es so: »Das viele Training spiegelt sich in meinen Ergebnissen wider.« Fadires Leidenschaft ist nicht allein der Stabhochsprung, sondern der Mehrkampf, insbesondere Speerwurf und Kugelstoßen. »Diese Abwechslung brauche ich einfach. Da kann ich mich voll reinhauen.«

Das Leichtathletik-Talent besucht derzeit die 11. Klasse der Gesamtschule Bad Oeynhausen. Fadire will nach dem Abitur gerne ein Lehramtsstudium mit den Fächern Sport sowie Biologie oder Pädagogik beginnen. Beim TV Löhne-Bahnhof fühlt er sich gut aufgehoben: »Wir sind eine eingeschworene Gruppe – fast wie eine kleine Familie.«

In diesem Sport zeigt Charlotte Haas ihre Stärken

Zu dieser zählt auch Charlotte Haas. Die 16-Jährige erreicht bei den Wettkämpfen in Halle/Saale mit 1,68 Meter im Hochsprung Platz neun. Sie ist wie Fadire eine der Jüngsten im Feld – und nach dem Wettkampf laut Coach André Düsterhöft geknickt: »Charlotte war enttäuscht. Sie hat sich ein paar technische Fehler geleistet, an denen wir arbeiten. Charlotte ist zielstrebig, hinterfragt viel und will sich immer verbessern.«

Mit einer Bestleistung von 1,76 Meter im Hochsprung muss sich Charlotte Haas nun bei den Freiluft-Wettkämpfen genau wie Fadire für die DM qualifizieren. Auch im Weitsprung überzeugt die Mehrkämpferin ihren Trainer André Düsterhöft: »Da ist bei ihr der Knoten geplatzt.«

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