Deutscher Fußball-Bund zeichnet Wolfgang Berg mit dem Ehrenamtspreis aus Fußball ist sein Leben

Löhne(WB). Wolfgang Berg ist Fußballer aus Leidenschaft. Der 64-Jährige trainiert seit 46 Jahren Jugend- und Seniorenmannschaften im Kreis Herford und arbeitet auch hinter den Kulissen bei TuRa Löhne und im Fußballkreis. Dafür wurde er vom Deutschen Fußball-Bund mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet.

Von Florian Weyand
Wolfgang Berg trainiert seit mittlerweile 46 Jahren Fußballmannschaften im Kreis Herford. Dafür wurde er mit dem Ehrenamtspreis des Deutschen Fußball-Bunds ausgezeichnet.
Wolfgang Berg trainiert seit mittlerweile 46 Jahren Fußballmannschaften im Kreis Herford. Dafür wurde er mit dem Ehrenamtspreis des Deutschen Fußball-Bunds ausgezeichnet. Foto: Weyand

Durch den Fußball änderte sich sogar sein Berufswunsch. »Ich wollte eigentlich etwas im Bereich Maschinenbau machen«, sagt Wolfgang Berg. Doch als der Löhner mit 18 Jahren erstmals eine Jugendfußballmannschaft trainierte, hatte sich sein Leben plötzlich verändert. »Damals habe ich gemerkt, dass ich beruflich etwas mit Kindern machen wollte«, sagt der langjährige Trainer und Funktionär, der anschließend viele Jahrzehnte als Sozialpädagoge bei der Evangelischen Jugendhilfe Schweicheln arbeitete. »Auch dort habe ich immer Jungen und Mädchenmannschaften trainiert«, sagt Berg.

Über Umwege bei TuRa Löhne gelandet

Über einige Umwege – unter anderem trainierte er beim VfL Herford und der SG Schweicheln – landete Berg bei TuRa Löhne, wo er zahlreichen Kindern und Jugendlichen das Fußballspielen beibrachte. »Von den Minis bis zu den A-Junioren habe ich in allen Altersklassen gearbeitet«, sagt der 64-Jährige, der für zwei Jahre auch die Seniorenmannschaft in der Bezirksliga betreute. Ein Schicksalsschlag seines Freundes Peter Ulitzka brachte ihn dann zum TuS Hücker Aschen. »Als Peter bei einem Autounfall verstorben ist, habe ich seine Mannschaft übernommen. Er war in Hücker-Aschen Spielertrainer«, erzählt Wolfgang Berg.

Nach der Arbeit geht es auf den Fußballplatz

Neben dem Beruf und der Jugendarbeit bei TuRa Löhne pendelte der engagierte Trainer mehrmals in der Woche zwischen beiden Vereinen. Nachmittags stand er mit den Kindern in Löhne auf dem Sportplatz, abends in Hücker-Aschen mit den Senioren auf dem Rasen. »Diese Zeit hat mich sehr geprägt«, erinnert sich Berg an neun turbulente Jahre zurück, als er mit dem TuS zwischen Kreisliga B und der A-Liga pendelte. Eine anstrengende Zeit, die er aber nicht missen möchte.

Dienstags kickt er bei den Alt-Herren mit

Aus dem aktiven Fußball hat sich Wolfgang Berg mittlerweile etwas zurückgezogen. Aber immer dienstags steht er bei den Alt-Herren von TuRa Löhne auf dem Platz. Freitags ist er bei den Spielen auch meist dabei. Hinter den Kulissen arbeitet der Fußballer aus Leidenschaft aber weiterhin mit – im Vorstand von TuRa Löhne, beim Fußballkreis und als Vorsitzender der Jugendspruchkammer. Dabei ist er nicht immer ein Mann der leisen Töne. Gerne diskutiert er mit, wenn Verbandsentscheidungen Auswirkungen auf die kleinen Vereine haben. Zuletzt trug er beim Thema Futsal einiges zur Debatte bei. »Ich finde es wichtig, dass die Basis sich beim Verband einbringt. Daher diskutiere ich bei vielen Themen gern mit. Als Fußballkreis Herford sind wir stark genug, um auch einmal die Stimme zu erheben«, sagt er.

Auf Einladung des DFB in Rostock

Bergs 46-jähriges Engagement für den Fußball ist auch den Funktionären des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbands und beim DFB nicht verborgen geblieben. Daher wurde der Löhner mit dem Ehrenamtspreis des Deutschen Fußball-Bunds ausgezeichnet. Die Urkunde wurde ihm während einer dreitägigen Einladungsreise in Rostock vom FLVW-Ehrenamtsbeauftragten Ulrich Jeromin übergeben. »Gemeinsam mit 23 weiteren Preisträgern aus Nordrhein-Westfalen bin ich dort ausgezeichnet worden. Das war eine richtig tolle Veranstaltung«, berichtet der Löhner, der während der Reise die Städte Bad Doberan und Kühlungsborn besuchte und auch eine Führung durch das Ostseestadion von Hansa Rostock geboten bekam.

Die Auszeichnung vom Verband ist für ihn aber kein Grund, um sportlich kürzer zu treten. Wolfgang Berg hat noch viel vor, um TuRa Löhne und den Fußballkreis Herford nach vorn zu bringen. Weiter möchte er auch dienstags bei den Alt-Herren auf dem Fußballplatz stehen. »Mir macht es Spaß, Woche für Woche meine Sportkameraden zu treffen. Ich werde so lange spielen, bis ich umfalle«, sagt Berg. Fußball ist halt sein Leben.

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