Frauen-WM: Lena Goeßling bekommt vor dem Elfer-Krimi gegen Frankreich Familienbesuch Bruder als Glücksbringer

Montreal/Löhne (WB). Der Traum von ihrem ersten Weltmeister-Titel lebt weiter. Lena Goeßling steht mit den deutschen Fußball-Frauen nach dem Elfmeter-Krimi gegen Frankreich heute Nacht (1 Uhr gegen die USA) im Halbfinale. Die Löhnerin ist auf Erfolgskurs – auch dank Familien-Unterstützung: Zwillingsbruder Arne reiste nach Kanada, um Lena anzufeuern.

Von Alexander Grohmann
Voll fokussiert: Lena Goeßling hat bei der WM  den Titel im Blick. Als Glücksbringer fungierte  im Viertelfinale  ihr Zwillingsbruder Arne.
Voll fokussiert: Lena Goeßling hat bei der WM den Titel im Blick. Als Glücksbringer fungierte im Viertelfinale ihr Zwillingsbruder Arne.

Vor dem schweren Spiel gegen die Französinnen postete Goeßling auf Facebook ein Foto, das sie und ihren Bruder nach dessen Ankunft in Montreal zeigt. Der Löhner sah im Stadion live den Viertelfinal-Krimi, entpuppte sich als echter Glücksbringer. Arne hatte Lena einst zum Fußballspielen gebracht, sie zum Training beim SV Löhne-Obernbeck mitgenommen.

Am Freitag musste er aber mit seiner Schwester bangen. Lange waren die Deutschen nicht richtig im Spiel, lagen mit 0:1 zurück und standen kurz vor dem WM-Aus. Auch für Lena lief es nicht rund: In der 79. Minute wurde die defensive Mittelfeldspielerin ausgewechselt und musste den Rest der Partie von draußen angucken.

Dennoch griff die 29-Jährige im Elfmeterschießen noch einmal in die Entscheidung ein. Kurios: Goeßling brachte Bundestrainerin Silvia Neid darauf, Teamkollegin Dzsenifer Marozsan als fünfte Schützin auszuwählen. Neid hatte zunächst nur vier »Freiwillige« für die Entscheidung vom Punkt gefunden.

Goeßling bewies im Trubel nach der Verlängerung den Durchblick und verwies auf Marozsan, die zu diesem Zeitpunkt aufgrund einer Blessur abseits vom Team behandelt wurde. Die Begründung: »Wir kennen alle ihren präzisen Schuss«, sagte die Löhnerin, die zur verletzten »Maro« eilte und von ihr die Zusage für die Elfer-Lotterie holte. Während anschließend alle DFB-Frauen nervenstark verwandelten, scheiterte die letzte Französin Lavogez an Schlussfrau Nadine Angerer.

Der Rest war Erleichterung und Jubel. Der WM-Traum lebt weiter. Mehr als sieben Millionen Fans verfolgten das Spiel in Deutschland am Fernseher. Lena und Co. sorgen für Mega-Quoten. Der Halbfinal-Klassiker gegen die USA in der Nacht auf Mittwoch deutscher Zeit (1 Uhr) dürfte ebenfalls viele Fans zum Wachbleiben ermuntern.

Lena, die Titelsammlerin. Seit ihrem Wechsel zum VfL Wolfsburg 2011 erlebt Goeßling einen wahren Pokal- und Medaillenregen. Am meisten gab es 2013 zu feiern, als die Spielerin mit den Niedersachsen das Vereins-Triple holte und ihr Sommermärchen mit dem Gewinn der Europameisterschaft krönte. 2014 holte Goeßling mit Wolfsburg erneut die Champions League, in diesem Jahr sprang der DFB-Pokalsieg für die Titel-Hamsterin aus Löhne heraus.

Doch das reicht ihr nicht: Mit der Nationalmannschaft will sich die 29-Jährige nun erstmals den WM-Pokal sichern. Dieser Titel fehlt schließlich noch in ihrer Sammlung. 2011 scheiterte Goeßling bei der Heim-WM mit Deutschland im Viertelfinale. Längst ist sie eine der Anführerinnen, sorgt auch neben dem Platz für Stimmung. Die soll die ganze Woche so gut bleiben. Zwei Siege fehlen nur noch bis zum Erreichen des großen Ziels. Lenas Bruder Arne kann sich weiter als Glücksbringer profilieren.

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