Herforder EV plant langfristig mit neuer Spielstätte und Aufstieg Die neue Eishalle muss warten

Herford (WB). In der Ruhe liegt die Kraft – diese Weisheit gilt auch für den Herforder EV. Der aufstrebende Eishockey-Regionalligist informierte seine Sponsoren bei einem Empfang über die Probleme beim Bau einer neuen Eishalle in Herford. Außerdem äußerten sich die Verantwortlichen zu den Aufstiegsplänen.

Von Lars Fege
Der Vorstand des Herforder EV in Person des ersten Vorsitzenden Uwe Johann (links) und des zweiten Vorsitzenden Tobias Schumacher zusammen mit Marc Freyberg, Geschäftsleitung Marketing & e-commerce, des HEV-Sponsors Brax.
Der Vorstand des Herforder EV in Person des ersten Vorsitzenden Uwe Johann (links) und des zweiten Vorsitzenden Tobias Schumacher zusammen mit Marc Freyberg, Geschäftsleitung Marketing & e-commerce, des HEV-Sponsors Brax. Foto: Lars Fege

»Ziel muss es sein, bis Ende des Jahrzehnts eine echte Eissporthalle in Herford zu bauen«, sagte der erste Vorsitzende Uwe Johann vor einem Jahr bei der selben Veranstaltung und warf damals einen ganz neuen, imaginären Puck auf die alte Eisfläche. Ein riesiges und begeisterndes Echo sei dem Verein in den Tagen danach zu Ohren gekommen.

Kein Quartals-Denken

Doch zumindest von der ambitionierten Terminierung des Bauprojekts muss der Verein ein wenig Abstand nehmen. Es wird in Jahren und Jahrzehnten gedacht, nicht in Quartalen. »In drei bis fünf Jahren würden wir das Projekt gerne umsetzen«, sagte Johann auf Nachfrage. »Wir müssen die Ziele vorgeben und im Dialog mit der Politik die offenen Fragen lösen«, sagte der 50-Jährige. »Die öffentlichen Mittel sind jetzt verfügbar und wenn die Chance da ist, sollte man sie ergreifen.«

Bisher nahmen Johann und seine Mitstreiter ein »dröhnendes Schweigen« aus der Politik wahr und stellten sich selbst die offenen, noch ungelösten Fragen: Ist Herford zu klein für so viel Infrastruktur? Ist eine Privatisierung eine Alternative? Wo kann der Standort einer neuen Halle sein oder kann man sich mit einer Nachbargemeinde zusammentun? Ist gar eine Sanierung der bisherigen Spielstätte »Im kleinen Felde« sinnvoller?

Diese Argumente sprechen für den HEV

Viel Arbeit liegt also vor den Verantwortlichen des Herforder EV. Doch der Stein, den Johann vor einem Jahr ins Rollen brachte, dürfte nicht mehr aufzuhalten sein. Der erste Vorsitzende ist sich der Rolle, die sein Verein im Stadtbild von Herford spielt, durchaus bewusst und kann dort mit einigen Pfunden wuchern.

Innerhalb von fünf Jahren wuchs die Mitgliederzahl von 208 auf mehr als 500. Seinen Jahresumsatz steigerte der Herforder EV im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent auf 250.000 Euro. Der Zuschauerschnitt bei den Heimspielen wird mit 800 angegeben und ist damit der Beste der Liga, obwohl der HEV als einziger Verein dort keine Sitzplätze anbieten kann.

Die Herforder starteten 2013 nur mit einem Nachwuchsteam. Diese Zahl ist inzwischen auf sieben angewachsen, für die der hauptamtliche Trainer Jeff Job ebenfalls verantwortlich ist.

Fehlende Sitzplätze

Die dringenden Wünsche des HEV an die Spielstätte sind Sitzplätze, neue Plexiglasscheiben, höhere Tribünen und eine bessere Lautsprecheranlage – eine zweite Eisfläche bezeichnet Johann gar als »Befreiungsschlag«. Ziele, die der HEV zusammen mit den Stadtwerken und den Sponsoren umsetzen möchte.

Ob der Verein bei einem Gewinn der Regionalliga-Meisterschaft das Aufstiegsrecht wahrnimmt – die Mannschaft von Trainer Jeff Job geht als Mitfavorit in die am Freitag beginnende Play-Off-Runde – gilt als unwahrscheinlich. »Wir können nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen«, sagte der zweite Vorsitzende Tobias Schumacher. Für einen Aufstieg in die Oberliga visiert er ebenfalls einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren an.

Die sportliche Entwicklung der ersten Mannschaft gehe schneller voran als die Lösung der infrastrukturellen Probleme. »Ob in der jetzigen Halle überhaupt Oberliga-Eishockey angeboten werden kann und finanzierbar ist, ist offen«, sagt Uwe Johann, der somit den Puck geschickt weiterspielt und in den offenen Fragen des Vereins geeignete Anspielpartner in Politik und Wirtschaft sucht.

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