Herforder SV: Benjamin Hark will ein besseres Image und zurück in die 1. Liga Neuer HSV-Vorsitzender hat viel vor

Herford (WB). Marketing und Sponsoring stehen beim Frauen- und Mädchenfußballverein Herforder SV ab sofort an erster Stelle. Umsetzen soll das der neue Vorsitzende: Dr. Benjamin Hark wurde wie berichtet an die Spitze des derzeit 210 Mitglieder großen Klubs gewählt.

Von Lars Krückemeyer
Visionär: Benjamin Hark will als neuer Vorsitzender des Herforder SV für eine bessere Außendarstellung und eine größere Wahrnehmung des Vereins in der Öffentlichkeit sorgen.
Visionär: Benjamin Hark will als neuer Vorsitzender des Herforder SV für eine bessere Außendarstellung und eine größere Wahrnehmung des Vereins in der Öffentlichkeit sorgen. Foto: Lars Krückemeyer

Im Beruf Fotomodel

Der 35-jährige Lemgoer trumpfte während der Jahreshauptversammlung mit großen Zielen auf: »Wir wollen den Herforder SV wieder zur Nummer eins in OWL machen«, sagte der frühere Spieler von Borussia Dortmund (A-Jugend und 2. Mannschaft). Und schob später nach: »In fünf Jahren wollen wir wieder erstklassig sein!«

In der ostwestfälischen Fußballszene ist der neue HSV-Vorsitzende bisher kaum in Erscheinung getreten. Eine Zusage als Trainer des TBV Lemgo II hatte er im Februar 2017 wieder zurückgezogen. Im Frauenfußball ist Herford seine erste Station. Nach eigenen Angaben arbeite der promovierte Betriebswissenschaftler als Fotomodel und habe für Firmen wie Joop, H&M und O2 vor der Kamera gestanden. Zudem sei er im Entertainment-Bereich tätig.

Neues Vereinswappen geplant

Den Kontakt stellte Friedhelm Quermann, Co-Trainer der HSV-B-Juniorinnen, her. Knapp ein halbes Jahr haben sich Benjamin Hark und der Verein kennengelernt. Die stimmberechtigten Mitglieder wählten ihn am Dienstag nach kurzer Vorstellung für zwei Jahre an die Vorstandsspitze.

Danach stellte Lars Stricker von der Lemgoer Werbe-, Foto-, Video-, Text- und Grafikagentur »Time-Catcher« ein Konzept vor, dass »die unterirdische Öffentlichkeitsarbeit« verbessern und den Herforder SV wieder interessant machen soll. Stricker verstand seine Präsentation als »Geschenk für Euch«, zerpflückte sogleich das bisherige Vereinswappen und hatte wenig überraschend den neuen Entwurf schon dabei. Es ist schmal, zeigt einen roten Adler, den Vereinsnamen und das Gründungsjahr 1969 auf schwarzem Grund. Die Entscheidung, ob das Logo ausgetauscht wird, will der neue Vorstand in Kürze treffen.

Bikinis als Fanartikel

Zudem hatte der Werbefachmann Entwürfe für Trikots, Hosen, Bekleidung und Fanartikel dabei. Als »absolute Besonderheit« zeigte er einen schwarzen Bikini mit dem roten Adlerwappen. Auch Werbung auf Autos und Vereinsbullis gehört zum Konzept.

Hark und Stricker wollen für ihr ehrgeiziges Vorhaben den Pioniergeist des Herforder SV in Sachen Frauenfußball nutzen – schließlich wurde der Verein 1969 gegründet, ein Jahr bevor der DFB das Frauenfußballverbot aufhob. Für die Herstellung von Jacken und Hosen streben die Verantwortlichen eine Zusammenarbeit mit dem Herforder Mode-Hersteller Ahlers AG an, genauer gesagt mit dessen Jeans-Label Pioneer (Pionier). »Die Firma Ahlers ist nicht abgeneigt. Es wird weitere Gespräche geben«, sagte Benjamin Hark. Das Unternehmen wollte sich dazu gestern auf Anfrage der Sportredaktion nicht äußern.

Kommentare

ein novum

ein novum...

sicherlich ist die aussendarstellung eines frauenfussballvereins eine wichtige
sache...

dazu gehören allerdings auch basics wie eine gescheite stadionansage mit
vernünftigen megaphones und zeitgemässem sound...

wünschenswert wären auch die bereits bekannten bauchladenmädels mit
schokis und anderen fanartikeln sowie ein repräsentationstand...

schwerpunkt sollte aber in jedem fall nach wie vor auch das operative ge-
schäft sein im sportlichen bereich und insbesondere die an sich vorbild-
liche talentförderung sowie attraktivere konditionen für die spielerinen, die
natürlich gezielteres sponsoring und markting mit entsprechenden prä-
sentationen bedingen...

viel glück dabei
thomas ulrichs

1 Kommentare

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