Herforder Jugendsportlerwahl – Folge 4: Judoka Luca Sgorzaly Luca hat alle im Griff

Herford (WB). Dienstags wird es immer knapp für Luca Sgorzaly. Bis 13 Uhr besucht der erfolgreiche Judoka vom PSV Herford das Ravensberger Gymnasium, dann geht’s zum Trompeten-Unterricht und nach dem Mittagessen folgen Trainingseinheiten auf dem Rad beim RC Endspurt und auf der Judomatte. Als Westdeutscher Vizemeister steht er zur Wahl zum Jugendsportler des Jahres.

Von Lars Krückemeyer
Diese Hände können kräftig zupacken: Luca Sgorzaly vom PSV Herford hat in seiner jungen Laufbahn schon viele Pokale, Medaillen und Urkunden gewonnen.
Diese Hände können kräftig zupacken: Luca Sgorzaly vom PSV Herford hat in seiner jungen Laufbahn schon viele Pokale, Medaillen und Urkunden gewonnen. Foto: Lars Krückemeyer

Der vielseitige 14-Jährige stammt aus einer sportbegeisterten Familie. Die Zwillingsgeschwister Chiara und Danilo (13) sowie Vater Marco machen ebenfalls Judo beim PSV. Für sein Alter ist Luca Sgorzaly schon viel herumgekommen. Internationale Turniere im Serbien, Ungarn oder Belgien gehören zu seinen Stationen. Die zahlreichen Medaillen und Urkunden zieren fein säuberlich die Wände im Trainingsraum der Familie. Auf die Frage nach seiner schönsten Medaille muss Luca nicht lange überlegen. »Diese hier aus Emmen. Da bin ich Dritter geworden«, erinnert er sich noch genau an einen Wettkampf in den Niederlanden.

»Der PSV ist ein Familienbetrieb«

Seit sieben Jahren trainiert Luca Sgorzaly beim Polizei-Sport-Verein Judo. Und dort fühlte er sich von Anfang an gut aufgehoben: »Meine Geschwister und ich hatten sofort viel Spaß. Gleich zu Beginn gab es ein Judo-Wochenende mit Übernachtung.«Auch an sein erstes Training erinnert sich der 14-Jährige ganz genau. »Kathrin Bocker war meine Trainerin, sie hat mir den Wurf O-Goshi beigebracht. Ich war gleich mittendrin im Geschehen, der PSV Herford ist ein Familienbetrieb«, sagt Luca Sgorzaly.

Erste Erfolge stellen sich schnell ein

Bei seinem ersten Wettkampf in Minden belegte er den zweiten Platz. Danach war klar, dass er beim Judo bleiben würde. Erfolge auf Kreis- und Bezirksebene ließen nicht lange auf sich warten. Erst im November 2017 absolvierte Luca wieder ein großes Turnier mit Kämpfern aus 23 Nationen. Beim internationalen Adler-Cup in Frankfurt belegte er bis 46 Kilogramm Platz sieben in seiner Altersklasse U15 und sogar den dritten Platz in der nächst höheren U17. »Ich hatte sechs Kämpfe, die zum Teil in die Verlängerung gingen«, beschreibt er, dass Judo auch ganz schön anstrengend sein kann. Zudem müssen die Kämpfer immer auf den Punkt konzentriert sein.

Westdeutscher Vizemeister bis 40 Kilo

Der größte Erfolg im vergangen Jahr gelang Luca Sgorzaly bei der Westdeutschen Meisterschaft in Münster. Damals noch bis 40 Kilogramm startend, zog er souverän ins Finale ein und wurde erst dort gestoppt. »Dass hätte ich vorher nicht gedacht. Aber ich habe mir gar keine Gedanken über mein Abschneiden gemacht. Der zweite Platz war ein großer Motivationsschub«, berichtet er.

DM-Teilnahme ist das nächsste Ziel

Am 10. und 11. Februar startet er erneut bei der »Westdeutschen« in Dormagen. Dort will er bis 46 Kilogramm wieder aufs Treppchen. Denn: »Die ersten Drei qualifizieren sich für die Deutsche Meisterschaft. Dafür würde ich mein Gewicht dann halten, bis ich in die nächste Gewichtsklasse komme«, sagt Luca Sgorzaly. Für dieses Ziel trainiert er bis zu zweimal in der Woche mit Stefan Struckmeier im Verein. Und zum Ausgleich setzt sich Luca Sgorzaly auch noch aufs Crossrad beim RC Endspurt Herford. Langweilig wird’s ihm so schnell also gewiss nicht.

Bisher erschienen:

Folge 1: Im Weitsprung durchgestartet: Leichtathletin Maya Siegert

Folge 2: »Taxi Papa« macht’s möglich: Tennistalent Louis Nass

Folge 3: Alte Hose ist sein Glücksbringer: Schwimmer Tristan Ellerbrock

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