Silvestercross: Paul Lindenau gewinnt erneutes Bruderduell – Müller bester RC-Fahrer Mallorca-Sand verhilft zum Matsch-Sieg

Herford (WB). Der Mallorca-Sand hat Paul Lindenau zum wiederholten Silvestercross-Sieg verholfen. Beim 58. Querfeldein-Rennen des RC Endspurt profitierte der 21-jährige Hamburger von seinem Lauftraining am Strand. Schließlich war die Laufarbeit beim Matsch-Spektakel gefragter denn je.

Von Hendrik Fahrenwald
Quält sich durch den Schlamm: Ben Hagedorn (links) vom RC Endspurt kam im U17-Rennen auf Platz 20.
Quält sich durch den Schlamm: Ben Hagedorn (links) vom RC Endspurt kam im U17-Rennen auf Platz 20. Foto: Hendrik Fahrenwald

Immer wieder nahmen die Cross-Fahrer am Sonntag ihre Räder in die Hand oder auf die Schulter. »Steckenbleiben war keine Option«, sagte Leon Brescher, der Fünftplatzierte im U19-Rennen. Vor ihm kam der Niederländer Maarten Nijland als erster Master-2-Fahrer ins Ziel und freute sich über die viele Laufarbeit. »Im Laufen bin ich stark.«

Zum Laufen verdammt

An einigen Stellen war der Schlamm auf dem Gelände rund um die Gesamtschule Friedenstal so tief, dass die Räder nicht mehr rollten. »Ein Drittel der Strecke mussten wir laufen«, sagt Paul Lindenau. Bereits im vergangenen Jahr siegte der Fahrer vom Stevens-Racing-Team im Elite-Rennen vor seinem Bruder Max.

Für die Wiederholung des Erfolgs hatte er ein ganz besonderes Rezept. »Im Trainingslager auf Mallorca habe ich viele Laufeinheiten im Sand gemacht, das hat mir heute geholfen«, sagt Lindenau. Dank des Siegs hat er den Titel der U23 im Deutschland-Cup gewonnen. Lindenau, der sich selbst eigentlich als »Schön-Wetter-Fahrer« bezeichnet, ist somit in Form und peilt den Deutschen Meistertitel an.

Gruner gibt auf

Sein Teamkollege und Lokalmatador Yannick Gruner kam hingegen gehörig aus dem Tritt und beendete sein Rennen frühzeitig. Während Gruner sein Fahrrad putzte, feuerte ein Trio des RSV Gütersloh die Fahrer bei der Schlammschlacht lautstark an. Ein Aluminium-Lenker, den das Trio auf einen alten Fahrrad-Rahmen schlug, sorgte für Lärm. »Das ist unsere Premiere, wir arbeiten an einem Album«, scherzte Tobias Rotermund von den selbst ernannten »Radmusikern«.

Müller bester Endspurtler

Die Fahrer des RC Endspurt gaben hingegen bei ihren Heimrennen nicht den Ton an. Die beste Platzierung der heimischen Sportler erzielte Dietmar Müller mit Platz sieben in der Senioren-Klasse. »Das ist eigentlich traurig«, sagte Müller. Ein Platten kostete ihn sogar den zwischenzeitlichen fünften Rang. »Da war die Strecke noch ein bisschen besser«, sagte Müller. Aber auch die nachfolgenden Junioren hatten mit tiefen Matsch-Passagen und großen Pfützen zu kämpfen. »An einigen Stellen war es so tief, da hätte ich lieber laufen sollen«, sagte Max Philipp Bökenkröger, der mit Platz 15 in der U17 als schnellster Endspurtler ankam. Das Rennen empfand er als »gute Generalprobe für die Deutsche Meisterschaft.«

Eine solche sollte das Silvestercross-Rennen auch für Johanna Müller werden. Doch die Endspurtlerin musste ihren Start bei den Frauen gesundheitsbedingt kurzfristig absagen.

Wetter schreckte Hobby-Fahrer ab

Sie war nicht die einzige, die am Sonntag nicht zum Matsch-Spektakel antrat. Absagen gab es vor allem im Feld der Hobby-Fahrer. »Viele haben sich vom Wetter abschrecken lassen«, sagt RC-Sprecher Detlef Wittenbreder. Dabei habe es viel weniger geregnet, als angenommen. Dennoch sei nur rund ein Drittel der Hobby-Fahrer gekommen. Dass der RC Endspurt erst am Wettkampftag die Teilnehmergebühr einfordert, spielte den Fahrern in die Karten. »Das wollen wir im nächsten Jahr ändern«, sagt Wittenbreder. Dann solle die Startgebühr gleich bei der Anmeldung erhoben werden.

RC kürzt die Strecke

Veränderung hat der RC auch kurzfristig an der Strecke vorgenommen. Aufgrund zu großer Matsch-Passagen haben die Endspurtler die Strecke zuletzt um rund 300 Meter gekürzt.

Über die volle Distanz soll es Ende des Jahres erneut um die Gesamtschule gehen. »Das steht aber noch in den Sternen«, sagt Müller. An zu vielen hinterbliebenen Matschfeldern auf dem Schulgelände liegt es nicht. Ein Baugebiet schneidet sich mit einem Teil der Strecke und könnte die Endspurtler zu Umplanungen zwingen.

Ergebnisse sind zu finden auf

www.dsergebnis.de

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