36:35-Sieg nach Siebenmeterwerden gegen den HSV Bad Blankenburg TuS Spenge gewinnt Deutschen Amateur-Pokal

Hamburg (WB). Solche Nerven muss man mit 21 Jahren erstmal haben. Als letzter Spenger schreitet Justus Clausing zur Siebenmeterlinie und verwandelt zum 36:35 (31:31/14:13)-Sieg. Es ist ein Wurf für die Ewigkeit: Der TuS Spenge gewinnt in einem dramatischen Finale gegen den HSV Bad Blankenburg den Deutschen Amateurpokal!

Die Spenger feiern ihren Erfolg in Hamburg.
Die Spenger feiern ihren Erfolg in Hamburg. Foto: Henrik Wittenborn

»Auf dem Weg zur Linie war ich im Kopf ganz leer und habe alles um mich herum ausgeblendet. Obwohl ich eigentlich mit dem anderen Torwart gerechnet hatte«, sagt Clausing. Für seinen Trainer Heiko Holtmann ist es kaum auszuhalten, während des Siebenmeterwerfens vertritt er sich in der Ecke der anderen Spielhälfte die Beine.

Nachdem die Konzentration im Angriff nach dem schnellen 4:0 etwas nachlässt und der HSV auf 6:4 (19.) verkürzt, nimmt auch TuS-Trainer Heiko Holtmann die erste Auszeit. Zweimal Fabian Breuer und der immer anspielbereite Gordon Gräfe erhöhen auf 9:4, Harbert erzielt in der 23. Minute das 10:5. Doch im Anschluss helfen die Spenger dem Gegner unfreiwillig wieder ins Spiel zurück. Zunächst scheitert Christoph Harbert frei an Tobias Jahn – 10:6 statt 11:5.

Drama in den Schlusssekunden

Was sich in den letzten Minuten der ersten Hälfte angebahnt hat, nimmt nach dem Wechsel in der nach und nach voller werdenden Arena (am Ende mögen es 2500 Zuschauer gewesen sein) seinen Lauf. Der HSV Bad Blankenburg trifft nun besser aus dem Rückraum, der TuS Spenge nutzt seine sechs Überzahlen nicht gut genug und gerät 17:20 und 19:22 in Rückstand. Als sich Bad Blankenburg zehn Minuten vor dem Abpfiff auf 24:28 absetzt, scheint das Spiel verloren.

Doch was dann folgt ist »Wahnsinn«, wie es Nils van Zütphen später formulieren wird, »unsere Fans waren ein unglaublicher Rückhalt.« Unerschrocken reißt der erst 20-Jährige Fabian Breuer das Spiel an sich und trifft bis zum Ende noch dreimal. »So werden große Spieler geformt«, wird Holtmann später loben. Dennis Mathews wirft das fünfte Spenger Tor in Folge zum 29:28 (55.), ehe Bad Blankenburg noch zweimal die Führung übernimmt und Harbert zum 31:31 ausgleicht.

Dann nimmt das Drama erst richtig seinen Lauf. Die Schiedsrichter zwingen den HSV Bad Blankenburg in dessen letztem Angriff mit einer fragwürdigen Zeitspiel-Entscheidung zu einem schnellen Wurf, den Räber hält. 13 Sekunden vor Schluss holt Harbert einen Siebenmeter raus, mit dem Mathews aber an Felix Herholc scheitert. »Am liebsten hätte ich mich eingegraben«, meint der Routinier später. Es bleibt beim 31:31 nach 60 Minuten bevor Clausing den Wurf für die Ewigkeit versenkt.

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