Fabian Kirchhoff wird Fünfter bei der WM am Gardasee – Platz drei bei der Kieler Woche Herforder segelt in die Weltspitze

Herford (WB). Ein grandioses Sportjahr liegt hinter Fabian Kirchhoff: Sieg bei den Deutschen Meisterschaften und der Kieler Woche 2015. Jetzt hat der Segler aus Herford diese Leistungen noch getoppt. Bei der Weltmeisterschaft am Gardasee wurde er Fünfter.

Von Tilo Sommer

»Der Sieg bei der Kieler Woche 2015 war schon außergewöhnlich. Aber dieses Erlebnis ist sogar noch ein ganz klein bisschen drüber. Mein größter Erfolg«, schwärmt Fabian Kirchhoff vom Wettkampf in Italien. Gestartet ist er dort in der Bootsklasse Europe – eine Einhand-Jolle mit nur 45 Kilo Rumpfgewicht und 3,35 Metern Länge, die schon bei wenig Wind Fahrt aufnimmt.

Die intensive Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft begann schon vor den nationalen Titel-Kämpfen im vergangenen Jahr. Bevor im Herbst 2015 am Bodensee der Deutsche Meister ermittelt wurde, trainierte der 26-Jährige eine Woche am Gardasee. Der zweite Trainingsblock folgte über Ostern. »Ich bin schon am 2. Juli angereist, obwohl die Weltmeisterschaft erst am 10. Juli begann. Das war dann der dritte Trainingsblock«, erklärt Kirchhoff.

Als Deutscher Meister hatte der Herforder die Teilnahme am Gardasee sicher. Ungesetzte Segler konnten sich noch bei der »Open Week«, eine Vor-Regatta, für die internationalen Rennen qualifizieren. »Da habe ich auch dran teilgenommen, um noch mal zu trainieren. Bei der Weltmeisterschaft startete ich dann im Herrenfeld mit 85 Startern.«

An fünf Renntagen mussten die Segler acht Rennen absolvieren, sieben davon kamen in die Wertung. »Ich will unter die Top-Zehn der Welt! Dieses Ziel hatte ich mir vorher gesetzt«, berichtet er. Danach sah es zunächst nicht aus. Am vierten Tag durften die Segler nicht aufs Wasser, es gab Gewitter.

Von Platz elf startete Kirchhoff dann in den letzten Tag – und schaffte mit der Tagesbestleistung in den finalen drei Rennen noch den Sprung auf Platz fünf: »Das war schon richtig spannend. Mit dem Verlauf bin ich aber absolut zufrieden.« Weltmeister wurde am Gardasee der Franzose Valerian Lebrun.

Auch bei seinem Heim-Rennen, der Kieler Woche, ging der Herforder vor der Weltmeisterschaft an den Start. Der Student aus Flensburg nutzte den Heimvorteil, fuhr nach seinem Vorjahres-Coup erneut aufs Podest und wurde Dritter. Auf Platz eins segelte der Norweger Lars Johann Brodtkorb, Zweiter wurde Valerian Lebrun. »Auch Platz drei ist für mich in Ordnung«, sagt Kirchhoff.

Nach den Erfolgen in den Jahren 2015 und 2016 muss sich der Herforder nun erst mal neue sportliche Ziele setzen. Eine wichtige Aufgabe kann der Segler aber auch auf dem Trockenen erledigen: die Taufe seines Gespannpartners. »Mein Boot hat noch gar keinen Namen«, gibt Kirchhoff zu. Geschadet hat es ihm bislang ja nicht. Getreu dem Motto »Nobody ist der Größte«.

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