Andreas Kreuzer vom Hof Meyer zu Bexten startet beim CHIO in Aachen Ein Frühstarter unter Reitern

Herford (WB). Der »CHIO Aachen« ist der jährliche Höhepunkt im deutschen Reitsport. Wenn dort heute die Springpferde in den Wettbewerb einsteigen, sitzt auch Andreas Kreuzer im Sattel. Seit April bereitet er sich inzwischen auf dem Hof Meyer zu Bexten in Herford auf große Turniere vor.

Von Tilo Sommer
Auf Calvilot wurde Andreas Kreuzer in Balve Deutscher Meister. Jetzt will sich das Duo auch beim CHIO in Aachen gut präsentieren.
Auf Calvilot wurde Andreas Kreuzer in Balve Deutscher Meister. Jetzt will sich das Duo auch beim CHIO in Aachen gut präsentieren. Foto: dpa

Bis Sonntag misst sich die Springreiter-Elite bei den Wettbewerben in Aachen. Im prominenten Teilnehmerfeld gehört der 25-jährige Andreas Kreuzer zu den jüngeren Startern. Während Athleten in anderen Sportarten mit 25 Jahren längst nicht mehr als Talent gehandelt werden, ist Kreuzer unter Reitern ein Frühstarter.

Im Pferdesport ticken die Uhren etwas anders. Die Deutschen Vielseitigkeitsreiter, die bei Olympia 2012 in London Gold gewannen, waren im Schnitt 37 Jahre alt. Andreas Kreuzer ist nicht nur in jungen Jahren schon ein erfolgreicher Reiter, er hat sich bereits im November 2014 selbstständig gemacht. »Viele bleiben länger im Angestellten-Verhältnis, um Erfahrung zu sammeln. Ich habe den Schritt gewagt und es ist unglaublich, wie sich alles entwickelt hat.«

Im April verließ er die ehemalige Anlage von Franke Sloothaak in Borgholzhausen und ist seitdem auf dem Hof Meyer zu Bexten in Herford tätig. Hier konnte er sich von zwölf auf 20 Pferde vergrößern und die Nachwuchsarbeit integrieren. »Bernd Klein kümmert sich um die jungen Pferde. Ich brauche jemanden der mit den Tieren trainiert und arbeitet, wenn ich auf Turnieren bin.«

Zum sechs Personen starken Team gehören auch Reiter Rico Lamker und Stefanie Vollert, die Andreas Kreuzer als Pferdepflegerin bei Turnieren begleitet. »Die Besitzer geben mir ihre Pferde, damit wir sie trainieren. Manche wollen eine große Wertsteigerung, andere zu großen Turnieren oder, dass es ihrem Pferd an nichts fehlt«, erklärt der Pferdewirt.

Eines seiner erfolgreichsten Tiere ist aktuell Calvilot. Mit dem Oldenburger Springpferd, ein Dunkelfuchswallach, wurde er Anfang Juni auch Deutscher Meister in Balve. Zusammen mit ihm und zwei weiteren Pferden tritt Kreuzer ab heute in Aachen an. »Am Mittwoch ist der Große Preis von Europa, am Freitag der Große Preis von NRW. Mit guten Auftritten will ich mich dort dann für den Großen Preis von Aachen qualifizieren«, sagt Kreuzer.

Der Große Preis am Sonntag ist der Höhepunkt der langen Turnierwoche. »Ich habe in Aachen zwei extreme Erfahrungen gemacht. Deswegen ist das Turnier auch emotional etwas besonderes. 2011 gewann er überraschend Bronze mit dem Mecklenburger Hengst Chacco-Blue. 2013 stürzte er auf Balounito kopfüber, Pferd und Reiter blieben aber unverletzt. »Das ist ein Erfahrungswert, den ich vielleicht machen musste. Natürlich denkt man daran, wenn es wieder nach Aachen geht. Es hemmt mich aber nicht.«

Die Medaillenhoffnung für Aachen lebt noch, die für Olympia ist hingegen nicht einmal ein kühner Traum des 25-Jährigen. »Rio ist kein Thema für mich. Das wäre auch vermessen. Obwohl ich glaube, dass Calvilot das Potential dazu hätte«, sagt Kreuzer, der aber zumindest zum erweiterten Kader der Springreiter für die Sommerspiele gehört. Sein 9-jähriger Calvilot ist vielleicht auch noch etwas zu jung.

Das perfekte Alter haben die meisten Springpferde mit elf oder zwölf Jahren. »Im nächsten Jahr gibt es wieder eine Europameisterschaft. Dort werden jungen Reitern eher Chancen gegeben. Träumen darf man ja, davon leben wir als Sportler ja auch«, sagt Andreas Kreuzer.

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