Herforder Motorsportler Marko Stipp wechselt in den LM-V8-Supercup Mit 450 PS durchs Oval

Herford (WB). Nach zwei Gaststarts Ende des vergangenen Jahres ist der Herforder Motorsportler Marko Stipp nun endgültig in die niederländische LM-V8-Supercup-Serie eingestiegen. Beim Saisonauftakt auf dem schnellen, 880 Meter langen Halbmeilen-Oval in Venrey belegte Stipp einen fünften Platz.

Schnell unterwegs: Der Herforder Marko Stipp (oben) lenkt seinen Rennwagen durch die kurvige Strecke auf dem Raceway Venray in den Niederlanden. Im LM-V8-Supercup sind alle Fahrzeuge mit 450 PS ausgestattet und erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 210 Kilometern pro Stunde.
Schnell unterwegs: Der Herforder Marko Stipp (oben) lenkt seinen Rennwagen durch die kurvige Strecke auf dem Raceway Venray in den Niederlanden. Im LM-V8-Supercup sind alle Fahrzeuge mit 450 PS ausgestattet und erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 210 Kilometern pro Stunde.

Seine neue Disziplin ist vergleichbar mit der amerikanischen Nascar-Xfinity-Serie. Die halbe Meile auf der Strecke in Venrey, wo alle sechs Rennen ausgetragen werden, bietet interessanten Motorsport. »Das ist nicht zu vergleichen mit meinen Einsätzen im Porsche auf der Nürburgring-Nordschleife«, erklärt Marko Stipp.

Die Runden im Oval erfordern eine ganz andere Vorbereitung, insbesondere was das Körpertraining angeht. Die leistungsstarken Rennwagen – alle mit einem 5,7 Liter-V8-Motor mit 450 PS ausgestattet – entfalten ihre brachiale Kraft schon beim kleinsten Gasstoß. Auf den Geraden erreichen sie schnell eine Geschwindigkeit von 210 Kilometern pro Stunde. Und in den Kurven sind sie mit 150 auch nicht gerade langsam.

Im Winter wurden viele Überlegungen angestellt, um sich mit einem eigenen Team zu etablieren. Dieses hat nun Stipps Freund und Manager Hubertus Heyman gegründet. Mit erfahrenen Mechanikern vom Nürburgring wurde das »Team Racing-Total« aus der Taufe gehoben. Vom Betreiber der Rennstrecke »Raceway Venray«, Harry Maessen, wurde ein Fahrzeug für die Saison 2016 angemietet und vorbereitet. Mit dem Fernsehsender Motorvision TV (Sky-Gruppe) wurde zudem ein Medienpartner gefunden. Dieser begleitete das neue Team am Ostermontag beim ersten Rennen, demnächst werden die Bilder auf dem Sender in einer Zusammenfassung gezeigt.

Bei anfänglichen Regenschauern war der erste Renntag mit fast 5000 Besuchern schon sehr gut besucht und sollte trotz optimaler Vorbereitung für das »Team Racing Total« mit Höhen und Tiefen enden, aber auch mit vielen neuen Erfahrungen und Kenntnissen. Zunächst konnte das Auto in der Woche vor Ort nicht mehr getestet werden, weil kurzfristig von der Gemeinde Venray aufgrund der Geräuschentwicklung ein Testverbot verhängt worden war. Kurz vor dem zweiten Training wurde dem Team von der Zeitnahme mitgeteilt, dass der für die Zeitmessung nötige Transponder nicht funktionierte. Und ehe das Gerät ausgetauscht werden konnte, war das Tor zur Streckeneinfahrt bereits geschlossen, weil das Training schon gestartet werden musste.

Im ersten Rennen behauptete sich Stipp zunächst auf Platz zwei. Nach einigen Runden kollidierten dann zwei Fahrzeuge und das Rennen wurde unterbrochen um die verunfallten Wagen und Teile von der Strecke zu entfernen. Zwei Runden nach dem Neustart wurde der Bolide des »Teams Racing-Total« immer langsamer und letztlich nur auf Rang 14 gewertet. Der Grund war schnell gefunden: ein schleichender Plattfuß. »Wir hatten nur noch 0,4 bar im Reifen hinten rechts. Zum Glück war der Reifen nicht von der Felge gesprungen«, berichtet Marko Stipp. Aufgrund des vorausgegangenen Unfalls hatte sich ein Splitter in den Reifen gebohrt, der vermutlich noch auf der Strecke lag.

Hochmotiviert startete das Team in den zweiten Lauf, doch nach dem Vorstart sprang der Motor nicht mehr an. Nach aufwendiger Fehlerermittlung wurde ein defektes Steuergerät ausgemacht. Bis dieses ausgetauscht war, war das zweite Rennen schon gestartet worden – eine Nullrunde für Stipp und seine Mitstreiter. Im umkämpften Finale mischte der Herforder dann aber vorne mit und fuhr als Fünfter von 20 Teilnehmern ein gutes Ergebnis heraus.

Bei den nun anstehenden Testfahrten will das Team an den fehlenden fünf zehntel Sekunden zur Spitze arbeiten und hofft, beim nächsten Lauf am Pfingstwochenende ganz vorne dabei zu sein. Die weiteren Termine sind am 26. Juni, 20./21. August, 25. September und 23. Oktober jeweils auf dem Raceway Venray.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.