Lennert Brinkhoff (30) feiert Premiere als Moderator von »Sport im Dritten« beim SWR TV-Neuling überrascht Kuranyi

Stuttgart (WB). Der Zufall war mit im Spiel. Eigentlich wollte Lennert Brinkhoff Fußballmanager werden. Jetzt ist der 30-Jährige aus Lenzinghausen neuer Moderator der renommierten Sendung »Sport im Dritten« am Sonntagabend im SWR-Fernsehen. Bei der Premiere sorgt Brinkhoff für leuchtende Augen bei Studio-Gast Kevin Kuranyi.

Von Alexander Grohmann
Lennert Brinkhoff (links)  konnte   bei seiner Premiere als Moderator von  »Sport im Dritten« Studiogast    Kevin Kuranyi (Mitte)    überraschen.
Lennert Brinkhoff (links) konnte bei seiner Premiere als Moderator von »Sport im Dritten« Studiogast Kevin Kuranyi (Mitte) überraschen.

Den freien Donnerstag nutzte Lennert Brinkhoff auf seine Weise. »Ich habe in Stuttgart im Freibad gelegen und den ›Kicker‹ gelesen«, berichtet der Wahl-Schwabe von seinem Entspannungsprogramm nach der geglückten Erstsendung. Eine Stunde hatte er am Sonntagabend im Rampenlicht unter Strom gestanden – beäugt von in der Spitze 300?000 Sport-Fans vor dem Fernseher. Aus dem TV-Stahlbad ist er heile herausgekommen: »Es ist nichts vorgefallen, was Stefan Raab ausschlachten müsste. Die Rückmeldungen waren so, dass ich damit gut leben kann«, blickt Brinkhoff auf eine gelungene Feuertaufe zurück.

Vor dem Debüt prasselte ein Berg Neues auf den Jungmoderator ein, der im Sommer bei diversen Sportereignissen bereits Sendeminuten beim Südwestdeutschen Rundfunk gesammelt hatte. Das »Trainingslager« beinhaltete unter anderem das Rasentennis-Turnier in Stuttgart, bei dem Brinkhoff den früheren Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal am Mikrofon hatte, sowie eine halbstündige Fußball-Sendung am Samstag rund um die dritte Liga. »Da konnte man schon mal üben«, sagt Brinkhoff, der mit »Sport im Dritten« eine ungleich größere Herausforderung zu bewältigen hatte: »Da ist viel Multi-Tasking gefragt. Einige Male habe ich noch in die falsche Kamera geguckt und zu oft von den Karteikarten abgelesen«, sagt er selbstkritisch.

Beim Casting überzeugt

Kurios: An eine TV-Laufbahn hatte der passionierte Fußballer, als er 2005 zum Studieren nach Stuttgart ging, gar nicht gedacht. Kurz vor dem Abschluss seines Studiums zum Diplom-Sportökonomen bekam er den Tipp, es einmal in der Sportredaktion des SWR zu versuchen. »Ein späterer Kollege sagte mir, dass man dort immer Hochdeutsch sprechende Leute sucht«, so der Arminia-Bielefeld-Fan.
Über erste Jobs arbeitet sich Brinkhoff zum Fußball-Kommentator hoch, fasst anschließend endgültig Fuß beim Fernsehen. Im März beendet er sein Volontariat beim SWR, das 15 verschiedene Stationen in 18 Monaten beinhaltete. »Da hat man den ganzen Laden kennengelernt. Vor allem die Zeit in der Auslandsredaktion war grandios. Aber am Ende hat das Herz für den Sport entschieden.« In einem Casting für »Sport im Dritten« überzeugt der smarte Ostwestfale mit geballter Kompetenz und Studio-Präsenz und wird ins Moderatoren-Team um Tom Bar­tels, Michael Antwerpes und Julia Scharf aufgenommen. »Er ist ein großes Talent und kennt sich nicht nur im Fußball gut aus, sondern auch im Tennis oder Handball«, lobt SWR-Sportchef Harald Dietz seine TV-Neuentdeckung aus Lenzinghausen.

90 Tore für Hücker-Aschen

 Bammel vor der großen Bühne hat der frühere Stürmer, der in der D-Jugend einmal 90 Saisontore für den TuS Hücker-Aschen erzielte, nicht. Kurz vor der »Sport im Dritten«-Premiere befällt Brinkhoff dann aber doch etwas Lampenfieber: »Ich wusste ja, dass in dem Moment Familie und Freunde am Fernseher sitzen. Aus einer Live-Sendung kannst du nichts rausschneiden«, sagt Brinkhoff, dem kein Patzer unterläuft, dafür aber ein echter Volltreffer gelingt: Seinem Studio-Gast Kevin Kuranyi vermittelt er in der Sendung das Wunsch-Autokennzeichen S-KK 22 aus Stuttgarter Zeiten. Der frühere Nationalspieler, der jetzt für Hoffenheim spielt, hatte zuvor einen Aufruf bei Facebook gestartet. Das Redaktionsteam macht die Halterin ausfindig, die dem Stürmer vor laufenden Kameras das Nummernschild überreicht – ein kleiner medialer Coup. »Für uns war das eine Steilvorlage«, sagt Brinkhoff.
 Übung macht den Meister: Bereits in jungen Jahren setzt sich das TV-Talent in Szene. »Mit einem Freund habe ich als Kind mal eine eigene Sportschau gedreht«, erinnert sich der Lenzinghauser. Aus Spaß ist Realität geworden. Brinkhoff lebt seinen Traum. Nicht nur bei »Sport im Dritten« will sich der Fußball- und Tennis-Experte beweisen. »Auch als Kommentator würde ich gerne weiter arbeiten.«

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