Handball-Oberliga: TuS gewinnt das Spitzenspiel gegen Tabellenführer Volmetal 27:26 (16:13)  Spenge feiert wie ein Meister 

Spenge (HK). Die Gäste wollten feiern, doch nur die Gastgeber durften es: Die Handballer des TuS Spenge haben die vorzeitige Meisterschaft des Oberliga-Tabellenführers TuS Volmetal verschoben. Sie gewannen das Spitzenspiel vor 700 Zuschauern mit 27:26 (16:13).

Von Marc Schmedtlevin
Die Freude kannte bei den Handballern des TuS Spenge keine Grenzen. Nach dem knappen Heimsieg gegen den Tabellenführer TuS Volmetal lagen sich die Spieler in den Armen und feierten das 27:26. Dadurch ist die Meisterfeier des Gegners verschoben worden.
Die Freude kannte bei den Handballern des TuS Spenge keine Grenzen. Nach dem knappen Heimsieg gegen den Tabellenführer TuS Volmetal lagen sich die Spieler in den Armen und feierten das 27:26. Dadurch ist die Meisterfeier des Gegners verschoben worden.

Das Duell zwischen dem Tabellenzweiten und dem Spitzenreiter hielt das, was es versprochen hatte. Tempo, Härte, Spielstärke und eine großartige Atmosphäre – dieses Handballspiel hatte alles zu bieten. »Ich kann nur sagen: Schade für diejenigen, die nicht in der Halle waren«, sagte Spenges Trainer Heiko Holtmann.

Vor allem die Gäste hatten alles mobilisiert. Mehr als 200 Fans waren mit nach Spenge gereist und hatten sich auf die geplante Meisterfeier vorbereitet. Mit Fahnen, Trommeln und grünen T-Shirts ausgerüstet, nahmen sie einen der drei Blöcke in der Halle komplett ein. Schon während des Einlaufens sorgten die Hagener für den ersten Hingucker, als sie ihre Spieler mit einem Konfettiregen in den Vereinsfarben begrüßten. »So eine Fanbegeisterung kommt nur bei wenigen Vereinen vor«, erkannte Sebastian Kopschek an. Er fügte aber auch gleich hinzu, dass die Spenger Anhänger großartig dagegen gehalten hätten.

Denn mit deren Unterstützung gelang es den Gastgebern, das nervenaufreibende Spiel zu gewinnen. Kopschek war dabei ein Spieler, der die erste Halbzeit prägte. Schon nach 23 Sekunden gelang ihm sein erster Treffer zum 1:0. Bis zur Pause sollten noch sechs weitere – teilweise sehr sehenswerte – hinzu kommen.

Positiv verlief die hitzige Anfangsphase für den TuS allerdings nicht. Nach neun Minuten lag er 2:5 zurück und hatte schon einen Spieler verloren. Dennis Mathews sah für einen Ellbogen-Treffer gegen Silas Kaufmann die Rote Karte (5.). »Das hat uns aber zusätzlich motiviert«, erklärte Holtmann.

Seine Mannschaft zeigte eine sehr gute Reaktion, leistete sich in den folgenden Minuten keine Fehler und zog dank einer guten Abwehr und Trefferquote auf 9:5 davon (16.). Der TuS Volmetal wirkte in dieser Phase verunsichert, verwarf unter anderem zwei Siebenmeter. Der Tabellenführer fand zu bekannter Stärke aber zurück und kam danach Schritt für Schritt näher. Beim Stand von 12:12 (24.) war der Ausgleich wieder hergestellt. Die Spenger waren aber sofort wieder in der Lage, die Abwehr zu stabilisieren, Bälle abzufangen und sich bis zur Pause auf drei Tore abzusetzen.

 Auch nach dem Seitenwechsel erwischten die Gäste den besseren Start. Während einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Lasse Bracksiek kamen sie auf 15:16 (34.) heran. Doch dann kassierte auch Volmetal einen personellen Rückschlag. Weil die guten Schiedsrichter ihre Linie durchzogen, sah Felix Bauer für einen Treffer im Gesicht von Bracksiek ebenfalls die Rote Karte (34.). Es blieb kampfbetont, hektisch und vor allem spannend. Spenge konnte sich nie auf mehr als zwei Tore absetzen, legte aber durchgehend vor. »Ich denke, dieser Aspekt war am Ende einer der ausschlaggebenden«, sagte Spenges Sportlicher Leiter Heiko Ruwe.

 Der TuS Spenge verpasste es, frühzeitig für die Entscheidung zu sorgen. Dreimal Sebastian Reinsch und einmal Christoph Harbert vergaben ihre Möglichkeiten, einen Drei-Tore-Vorsprung zu erzielen. Dadurch musste bis zur letzten Sekunden gezittert werden. 19 Sekunden vor Schluss fand Sebastian Redeker die Lücke in der Volmetaler Deckung und traf zum 27:26. Den letzten Wurf von Kevin Herzog parierte Tobias Linke. Der Rest war nur noch grenzenloser Spenger Jubel. Die Gäste-Fans konnten ihren Spielern lediglich den Beifall für ein unterhaltsames Handballspiel spenden. »Nuancen haben an diesem rundum gelungen Abend entschieden«, sagte Heiko Holtmann. Sein Gegenüber Stefan Neff sah das ähnlich: »Es war ein Topspiel, bei dem ein Tor entscheidet. Und genau dieses eine war Spenge besser.«

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