Handball-Oberliga: TuS Spenge versemmelt große Chance – Jöllenbeck plötzlich in Abstiegsgefahr Totenstille in der Kabine

Spenge (HK). Der Trainer war kurz nach dem dramatischen Finale schon wieder zu einer sachlichen Analyse fähig – ganz im Gegenteil zu den Spielern des Handball-Oberligisten TuS Spenge. »Das Ergebnis ist nach dem Spielverlauf in Ordnung. Aber in der Kabine ist es totenstill«, schilderte Heiko Holtmann die Enttäuschung nach dem 32:32 bei LIT Handball NSM.

Von Lars Krückemeyer
Spenges Justus Clausing musste nach der Roten Karte Lasse Bracksieks Verantwortung als Spielmacher übernehmen.
Spenges Justus Clausing musste nach der Roten Karte Lasse Bracksieks Verantwortung als Spielmacher übernehmen.

 Der TuS Volmetal hatte tags zuvor einen Punkt gegen die SF Loxten abgegeben, aber die Spenger konnten den Druck auf den Tabellenführer nicht erhöhen. Mit einem siebten Feldspieler hatte LIT sechs Sekunden vor dem Abpfiff den Ausgleich erzwungen. In der Schlussphase war es dem TuS nach einer 29:26-Führung nicht gelungen, den Ausfall von Spielmacher Lasse Bracksiek (Rote Karte) zu verkraften. Danach musste Justus Clausing, der für den unglücklich agierenden Simon Hanneforth eingewechselt worden war und unter anderem den 30:30-Ausgleich erzielte, alleine die Verantwortung übernehmen.

 Das Spiel zeigte aber einmal mehr, dass die Mannschaft nicht aufgibt. Durch Tore von Dennis Mathews gingen die Gäste noch zweimal in Führung (31:30, 32:31). Ausgerechnet Mathews behielt die Nerven, der zuletzt hinter Sebastian Reinsch auf Linksaußen wenig Einsatzzeiten hatte. »Das zeigt wieder, dass jeder Spieler bei uns gebraucht wird. Wir haben einen hervorragenden Teamgeist entwickelt«, lobte Holtmann. Mit dem Derby gegen die TSG Altenhagen-Heepen verabschiedet sich der TuS Samstag in die dreiwöchige Ferienpause. Karten gibt es im Vorverkauf in der Tankstelle Held und bei Spenge-Sports.

Abstiegskampf verspricht Spannung

Die Vorlage für den TuS Spenge hatten die Sportfreunde Loxten mit dem 31:31 beim Tabellenführer TuS Volmetal geliefert. Nach dem Abpfiff kam es zu einer Rudelbildung, nachdem Loxtens Heiner Steinkühler von einem direkten Freiwurf der Gastgeber im Gesicht getroffen worden war. »Er hat geschubst, der andere schubste zurück und dann kam noch einer, der schubsen wollte«, sagte Loxtens Trainer Dirk Elschner. Die folgenden drei Roten Karten ziehen keine Sperren nach sich.

Spannung verspricht an den verbleibenden sechs Spieltagen der Abstiegskampf. Während der seit Mitte Dezember sieglose Tabellenletzte TuS Möllbergen kaum noch zu retten ist, kämpfte sich der Vorletzte HSG Gevelsberg-Silschede mit dem 28:27 gegen Eintracht Hagen II wieder heran. Die Anzahl der Absteiger hängt davon ab, wie viele Mannschaften aus der 3. Liga West in die Oberliga-Westfalen absteigen. Ein Kandidat ist der Vorletzte Soester TV, der bereits drei Punkte Rückstand zum rettenden Platz 14 hat. Den belegt mit dem VfL Gladbeck ein weiteres Team, das im Abstiegsfall in die Oberliga Westfalen käme. Müssen Soest und Gladbeck runter, steigen drei Oberligisten ab. »Das kann für einige Vereine noch ganz schön eng werden«, ahnt der Spenger Trainer Heiko Holtmann.

 Das gilt nach der 30:32-Heimniederlage gegen die SG Handball Hamm auch für den Spenger Nachbarn TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck auf Platz neun. »Keine Einstellung, keine Körpersprache. Das war eine Nicht-Leistung«, stellte der zehnfache Torschütze Hermann Hippe fest. Zum schwierigen Restprogramm gehört auch noch das Derby gegen den Spenge.

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