Herforder Jugendsportlerwahl – Folge 2: Keglerin Michelle Welland (TGH) Der WM-Traum lebt

Herford (HK). Innerhalb von drei Jahren vom Fußball zur Deutschen Vizemeisterin im Kegeln: Zwei Sportarten, die nicht wirklich viel gemeinsam haben. Doch Michelle Welland hat schnell gelernt und befindet sich derzeit auf dem Höhepunkt ihrer noch jungen Laufbahn.

Von Lars Sundermann
Auf den Bahnen der TG Herford zu Hause: Michelle Welland zeigt ihre Silbermedaille von der Deutschen Meisterschaft.
Auf den Bahnen der TG Herford zu Hause: Michelle Welland zeigt ihre Silbermedaille von der Deutschen Meisterschaft. Foto: Lars Sundermann

 Das Jahr 2014 war für die Sportkeglerin der TG Herford sehr erfolgreich. Die damals 13-Jährige spielte sich bis in die nationale Spitze und belegte bei der Deutschen U14-Meisterschaft in Salzgitter den zweiten Platz. Dafür hatte sie sich mit Siegen bei der Regional- und Westdeutschen Meisterschaft qualifiziert. Beachtlich, weil Michelle Welland erst 2012 mit diesem – für viele Jugendliche wohl eher ungewöhnlichen – Sport angefangen hat.

 Die wesentlichen Techniken bringt ihr seitdem ihr Vater Christian Welland bei. Der Ex-Bundesligaspieler ist ebenso begeistert von diesem Sport wie Opa Lothar Welland. »Mir wurde Kegeln quasi in die Wiege gelegt«, sagt Michelle.

 In der Familie wurde ihre Begeisterung für den Kegelsport begrüßt, in ihrem Freundeskreis ist sie jedoch die einzige, die diese Sportart ausübt. »Leider hat man noch mit Vorurteilen zu kämpfen. Doch einmal habe ich eine Freundin mitgenommen und sie musste zugeben, dass Kegeln mehr ist als nur eine Kugel zu schmeißen«, freut sich die Neuntklässlerin des Wesergymnasiums in Vlotho.

 Bis zum Abitur muss sie Sport und Schule unter einen Hut bekommen. »Kegeln nimmt schon viel Zeit in Anspruch, viel bleibt da für andere Hobbys leider nicht«, weiß Michelle Welland. Aber ihr stetiger Ehrgeiz zahlt sich aus: Kürzlich wurde sie in den vorläufigen Nationalmannschafts-Kader für die Weltmeisterschaft 2016 in Belgien berufen. In drei Lehrgängen in Kamp-Lintfort will Michelle ihr Bestes geben, um ihren nächsten Traum am Leben zu erhalten.

 Dafür trainiert sie zweimal in der Woche und geht am Wochenende für Wettkämpfe gerne auf Reise. »Einfach wird die Nominierung für die Weltmeisterschaft nicht, denn die Konkurrenz ist durch meinen Altersstufenwechsel größer geworden«, erklärt sie. Inzwischen ist Michelle Welland 14 Jahre alt und konkurriert mit den bis zu 18-jährigen Keglerinnen. Außerdem wird von nun an mit einer fast doppelt so schweren Kugel geworfen.

 Für die nahe Zukunft möchte Michelle Mitte Februar die Regionalmeisterschaft in Gütersloh gewinnen, um dann wieder an der Deutschen Meisterschaft – mit dem Zwischenhalt Westdeutsche Meisterschaft – teilzunehmen.

 Zu Beginn ihrer sportlichen Laufbahn interessierte sich sie Vlothoerin für andere Sportarten wie Reiten, Schwimmen oder Fußball. Früher spielte sie für den TuS Victoria Dehme Fußball. »Ich habe Michelle extra nicht gefragt, ob sie Kegeln möchte. Das kannte ich noch aus meiner Kindheit. Ich wollte ihr die Entscheidung überlassen«, erklärt Papa Christian Welland. Und genau dies scheint das Erfolgsrezept der Familie Welland zu sein. Mit Spaß und ohne Druck will sich Michelle in den kommenden Jahren nicht nur an die nationale Spitze kegeln.

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