Handball-Oberliga: TuS Spenge bremst trotz Siegen im Kreispokal und Derby die Euphorie  »Schön bescheiden bleiben« 

Spenge (HK). Eine Serie ist beendet, eine neue soll gestartet werden: Die Handballer des TuS Spenge haben mit dem 37:31 gegen den TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck den Trend gestoppt. Zuvor hatten sie das Oberliga-Derby viermal verloren. Außerdem war es jahresübergreifend der zweite Erfolg in Folge, weitere sollen hinzu kommen.

Von Marc Schmedtlevin
Dennis Mathews (links) und die Handballer des TuS Spenge haben einen optimalen Start in das Jahr 2015 hingelegt. Mit dem 37:31-Erfolg gegen den TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck konnten sie auch die Sieglos-Serie im Oberliga-Derby beenden.
Dennis Mathews (links) und die Handballer des TuS Spenge haben einen optimalen Start in das Jahr 2015 hingelegt. Mit dem 37:31-Erfolg gegen den TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck konnten sie auch die Sieglos-Serie im Oberliga-Derby beenden.

 Die erste Partie nach der Winterpause ist immer eine Standortbestimmung. Der TuS hat nun Gewissheit: Die spielfreie Zeit hat sich nicht negativ auf die Form ausgewirkt. Die Spenger erwischten mit dem Derbysieg den optimalen Start in das Jahr 2015. Sie zeigten vor allem in der ersten Halbzeit ein beinahe perfektes Spiel in Abwehr und Angriff. »Es waren viele positive Aspekte dabei. Die sollten wir mit in die kommenden Wochen nehmen«, sagte Trainer Heiko Holtmann.

 Im Vorfeld hatte er auf eine angespannte Personalsituation bei seinem Team hingewiesen. Vier Stammspieler hatten in den Tagen vor der Begegnung aufgrund von Verletzungen und Erkrankungen nicht trainieren können. Am Samstagabend war davon aber wenig zu erkennen. Das lag daran, dass die wenigen Spieler, die über die gesamte Spielzeit zum Einsatz kamen, ihre Sache sehr gut machten. So konnten es sich die Spenger beispielsweise erlauben, den angeschlagenen Lasse Bracksiek nur phasenweise einzusetzen. »Wir sind mit wenigen Spielern ausgekommen, das ist bei diesem Resultat bemerkenswert«, erklärte Holtmann.

Erfolg des Willens

 Den Beweis dafür, dass der Heimsieg auch ein Erfolg des Willens war, lieferte Marco Fillies. Er hatte eine Grippe gerade noch rechtzeitig zum Spiel auskuriert. Als Vorbereitung diente lediglich eine kurze Trainingseinheit mit der A-Jugend. Dennoch arbeitete er unermüdlich am Kreis und in der Deckung. Nach der Partie war ihm die Erschöpfung allerdings anzumerken. »Ich bin total fertig. Normalerweise stehe ich in der Halbzeit und nach dem Spiel. Dieses Mal muss ich sitzen«, sagte der 23-Jährige.Ein weiterer Gewinner des Derbys war Simon Hanneforth. Da auf seiner Position im linken Rückraum zwei Spieler nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte waren, durfte der 2,08 Meter große Rechtshänder von Beginn an auflaufen. Von einem Fehlversuch in der 1. Minute ließ er sich nicht aus dem Konzept bringen, übte weiterhin viel Druck aus und belohnte sich mit sieben Toren. »Simon hat sich über das Training angeboten. Wir haben immer gesagt, dass er wichtig für uns sein kann und wir seine Tore brauchen. Ich freue mich, dass er es beweisen konnte«, sagte Holtmann.

 Nach dem Erfolg gegen Jöllenbeck stufte der Trainer auch den eine Woche zuvor gewonnenen Kreispokal höher ein. Vor dem Derby hatte er diesem Triumph wenig Bedeutung beigemessen. »Für das Selbstvertrauen war der Pokalsieg wichtig. Wir haben die gute Leistung des zweiten Turniertages mit in das Training und das Spiel transportiert. Es war eine gute Vorbereitung«, erklärte er.

 Eine positive Stimmung sei nach dem großartigen Jahresstart in Spenge erwünscht, übertriebene Euphorie allerdings nicht. Der Sportliche Leiter Heiko Ruwe richtete mahnende Worte an die Mannschaft: »Wir haben gute Leistungen gezeigt, sollten aber schön bescheiden bleiben.«Beim Gegner TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck musste die Derby-Pleite aufgearbeitet werden. »Wir haben als Mannschaft nicht funktioniert«, sagte Trainer Walter Schubert. Vor allem der emotionslose Auftritt in der ersten Halbzeit (10:19) habe ihm Rätsel aufgegeben. Ein positives Signal sendete er dennoch an sein Team. Der Ex-Spenger, der seit September 2009 den TuS 97 trainiert, hat seinen Vertrag um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2017 verlängert.

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