Frauenfußball-Bundesliga: Herforder SV unterliegt Potsdam 1:3 – Nesse gleicht aus Die Hoffnung stirbt schnell

Herford (WB). Zwei Minuten lang ist die Überraschung für Frauenfußball-Bundesligist Herforder SV zum Greifen nah gewesen, eine Halbzeit zumindest in Reichweite. Trotzdem stand nach 90 Minuten mit dem 1:3 (1:2) gegen Turbine Potsdam die zehnte Niederlage im zwölften Spiel.

Von Henrik Wittenborn
Torschützin: Kirsten Nesse (hier gegen Jennifer Cramer) hat zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich für den HSV getroffen.
Torschützin: Kirsten Nesse (hier gegen Jennifer Cramer) hat zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich für den HSV getroffen.

 Trainer Jürgen Prüfer hatte seine Mannschaft gegenüber der bitteren 1:2-Heimniederlage gegen den MSV Duisburg nur auf einer Position umgestellt. Lena Hackmann ersetzte Lydia Hastings und spielte die laufintensive Position in der Herforder Fünferkette. Im Tor vertraute Prüfer erneut auf Friederike Abt für Laura Giuliani.

 Wie gegen den MSV gelang auch gegen den dreimaligen Deutschen Meister aus Potsdam ein guter Start. Und erneut vergab Jessica McDonald nach sieben Minuten die erste Gelegenheit, als die USAmerikanerin an Potsdams Torhüterin Sarholz scheiterte.

 Der Herforder SV machte das Spiel, Turbine aber das Tor: Pauline-Marie Bremer überspielte die Herforder Innenverteidigung und Genova Anonma überlupfte Abt gekonnt aus zehn Metern zum 1:0. Der HSV reagierte geschockt. Vorbereiterin Bremer setzte einen Kopfball nach 24 Minuten freistehend neben das Tor.

 Doch jetzt bestraften die Herforderinnen die Nachlässigkeiten der Gäste. Eine verlängerte Ecke von Lisa Lösch drückte Kirsten Nesse aus kurzer Distanz zum Ausgleich über die Linie. Aber die Freude währte nur kurz. Mit dem ersten Angriff nach dem 1:1 überlief Marie-Pauline Bremer Ashley Grove und scheiterte zunächst an Friederike Abt. Im Nachschuss traf Bremer, die gegen den HSV bereits im Pokal drei Tore erzielt hatte, zur erneuten Führung. Lena Hackmanns Grätsche kam zu spät.

 Glück hatten die Herforderinnen, als eine Potsdamerin im Gewühl im Anschluss an einen Eckball aus einem Meter nur das Außennetz traf. Und dennoch: Mit dem 1:2 zur Pause wahrte der HSV zumindest die Chance.

 Allein, die Hoffnung starb schnell. Denn Felicitas Rauch setzte sich auf der rechten Seite durch und bediente Bremer, die im Fallen zum vorentscheidenden 3:1 in der 47. Minute traf. Der Mut der Herforderinnen war gebrochen und Potsdam verpasste mehrfach das 4:1. Die einzige Torannäherung war ein harmloser, letztlich geblockter Schuss von Giustina Ronzetti Mitte der zweiten Halbzeit. In den letzten 20 Minuten machten die Gäste kaum Fehler und verwalteten das 3:1 mühelos.

 »Die drei Gegentore in diesen unglücklichen Momenten waren heute die absoluten Knackpunkte für unser Spiel«, sagte Prüfer. Die letzte Chance auf einen Bundesliga-Sieg im Jahr 2014 bekommt der HSV am Sonntag in Sand.

Herforder SV:Abt – Nesse, Göllner (58. Wu), Wermelt, Grove, Hackmann (83. Harbert) – Lösch, Julevic (69. Lagaris), Schaaf – Ronzetti, McDonald.Turbine Potsdam:Sarholz – Deines, Elsig, Anomna, Andonova (63. Simic), Cramer, Wesely, Nagasato (63. Mercik), Rauch, Kulis, Bremer. Tore:0:1 Anonma (10.), 1:1 Nesse (27.), 1:2 Bremer (29.), 1:3 Bremer (47.). Schiedsrichterin: Illing (Limbach)Zuschauer:563. Nächstes Spiel: Sonntag, 14. Dezember, um 14 Uhr beim SC Sand.

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