Handball-Oberliga: Spenger 28:28 gegen Menden bietet viel Diskussionsstoff »Schnecke« macht Tempo 

Spenge (HK). Die Niederlagen- und Siegesserien der Handball-Oberligisten TuS Spenge und der HSG Menden-Lendringsen sind beendet. Das denkwürdige 28:28 bot den Fans viel Diskussionsstoff.

Von Lars Krückemeyer
Starke Leistung: Christoph Harbert hat für den TuS Spenge neun Tore gegen die HSG Menden-Lendringsen erzielt.
Starke Leistung: Christoph Harbert hat für den TuS Spenge neun Tore gegen die HSG Menden-Lendringsen erzielt.

 Zum Beispiel die unglaubliche Wandlung des Christoph Harbert. Der bisher so zuverlässige Spenger Rechtsaußen scheiterte in der ersten Hälfte viermal in bester Wurfposition an Torwart Christopher Weber. Doch nach der Pause widerlegte er seinen Spitznamen »Schnecke« und machte Tempo. Harbert vollendete einen Gegenstoß nach dem anderen und erzielte trotz dreifacher Unterzahl den letzten Spenger Treffer zum 28:26. »Die Mannschaft hat mich nach den Fehlwürfen aufgebaut. In der zweiten Halbzeit haben wir in der Abwehr kompakter gestanden, die Mendener Spielzüge besser gestört und sie damit zu schlechteren Würfen gezwungen. Der Punkt ist gut für die Moral und hilft uns«, sagte der Linkshänder. Nach seinen neun Toren ist er drittbester Feldtorschütze der Oberliga.

 Und natürlich das Schiedsrichtergespann: Bernd Heidasch und Andreas Serafini zogen sich in der zweiten Hälfte mit zehn Zeitstrafen ab der 41. Minute den Zorn beider Mannschaften zu. Besonders kurios war eine Entscheidung in der Schlussphase, als Spenges Justus Clausing im Mendener Torkreis liegenblieb, die Schiedsrichter trotzdem weiterspielen ließen, um den Gegenstoß mitten im Torwurf doch noch zu unterbrechen. Respektabel, dass beide Teams ihre Emotionen trotz vieler fragwürdiger Entscheidungen und des dramatischen Spielverlaufs recht gut im Griff hatten.

 Als Überraschungs-Joker hatte Trainer Heiko Holtmann Johannes Ebbinghaus auf der linken Abwehrseite und phasenweise auch im linken Rückraum aufgeboten. Von einem Comeback wollte der 27-Jährige, der wegen hartnäckiger Bandscheibenprobleme nicht schon mehr zum Kader dieser Saison gehörte, aber nicht sprechen. »Nach dem Altenhagen-Spiel haben wir darüber gesprochen, ob ich hin und wieder sporadisch spielen könnte. Ich habe eineinhalb Jahre nicht trainiert und muss erstmal abwarten, wie mein Rücken das verkraftet hat«, sagte Ebbinghaus. Zuletzt hatte er am 16. Januar bei der 30:32-Niederlage in Nordhemmern ein Spiel für den TuS bestritten und dabei ein Tor erzielt.

 Für die spielerische und konditionelle Klasse des TuS Spenge sprechen die zahlreichen Kontertore und der große Kampfgeist. Aber: Nachdem der linke Rückraum seit Wochen lahmt – auch Max Mühlenweg aus der zweiten Mannschaft konnte das Problem am Samstag nicht beheben – war gegen Menden auch der rechte Rückraum ein Totalausfall. Sebastian Kopschek fiel nur durch Fehlwürfe und technische Fehler auf und musste schon nach acht Minuten auf die Bank. Auch Sebastian Redeker konnte trotz der Tore zum 9:13 und 12:15 nicht überzeugen.

 Ein weiteres Rätsel ist für Trainer Heiko Holtmann, dass seine Mannschaft so oft einen schlechten Start in die Spiele erwischt, um sich dann in der zweiten Hälfte wieder heranzukämpfen. »Ich weiß nicht, wie ich sie rechtzeitig wachmachen kann. Wir haben wieder 25 Minuten gebraucht gebraucht, um die beste Formation zu finden«, sagte Holtmann.

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