Fußball-Regionalliga: SV Rödinghausen besiegt Aufsteiger nach 0:1 noch 4:1 (1:1) SVR kocht Velbert weich

Rödinghausen (BZ). Der SV Rödinghausen steht weiter an der Spitze der Fußball-Regionalliga. Das Team von Trainer Mario Ermisch besiegte im ersten Heimspiel der Saison Aufsteiger SSVg Velbert mit 4:1 (1:1). So klar wie das Ergebnis war der Spielverlauf zumindest in der ersten Halbzeit nicht. Velbert forderte Rödinghausen alles ab und ging sogar früh in Führung.

Von Sebastian Picht
Marius Bülter (links), Torschütze zur 2:1-Führung des  SV Rödinghausen, geht mit vollem Einsatz in dieses Duell gegen Velberts Rechtsverteidiger Jeffrey Tumanan.
Marius Bülter (links), Torschütze zur 2:1-Führung des SV Rödinghausen, geht mit vollem Einsatz in dieses Duell gegen Velberts Rechtsverteidiger Jeffrey Tumanan. Foto: Sebastian Picht

Von Entspannung keine Spur. Mario Ermisch gestikuliert wild, schlägt die Hände über dem Kopf zusammen und ärgert sich über die nicht immer nachvollziehbaren Entscheidungen des Schiedsrichters. Die Anfangsphase ist nervenaufreibend. Der Trainer vertraut mit einer Ausnahme (Sebastian Jakubiak ersetzt Björn Schlottke im rechten Mittelfeld) der Anfangself vom Wegberg-Spiel.

Wie von Ermisch erwartet, macht der Gegner Druck. Velbert stört Rödinghausen früh im Spielaufbau, attackiert stets den ballführenden Spieler. Der SVR ist noch nicht sortiert und bringt sich immer wieder in Bedrängnis. In der 3. Minute eilt Jan Schönwälder, der erneut den Vorzug vor Jarno Peters erhalten hat, aus dem Strafraum und senst dabei Velberts Berkant Canbulut und Mitspieler Ihsan Kalkan um. Der Innenverteidiger ist kurz bewusstlos, kann dann aber doch weiterspielen. Schrecksekunde überstanden.

Den nächsten Rückschlag gibt es in der 10. Minute. Alex Fagasinski marschiert viel zu einfach über die linke Seite durch, bedient Philip Schmidt und schon steht es 0:1. Der nächste Schock für Rödinghausen. Spätestens jetzt ist klar: So einfach wie in Wegberg wird’s nicht. Auch für den Trainer nicht. »Weiter! Hier gibt es nichts geschenkt«, animiert Ermisch die Spieler.

Die haben nun etwas tiefer stehende Velberter vor sich, die sich hinter die Mittellinie zurückziehen und gut verschieben. Einmal scheitert Marius Bülter freistehend am Torwart (11.), viel öfter kommt der SVR zunächst durch.

Klar ist nun auch: Rödinghausen muss den Gegner weich kochen. Hoffen, dass der Aufsteiger die hohe Intensität der Anfangsphase nicht über 90 Minuten durchhalten kann. Und auf einen genialen Moment setzen. Kapitän Sören Siek nimmt sich in der 27. Minute ein Herz und leitet den Angriff selber ein, an dessen Ende er mit einem coolen Lupfer über Torwart Philip Sprenger das 1:1 erzielt.

Cellou Diallo ebnet in zentraler Position den Weg, legt wieder für Siek ab und der marschiert durch die Lücke. Frei vor Sprenger wählt Siek nach dem gekonnten Doppelpass die freche Abschlussvariante. »Das habe ich gegen Uerdingen schon einmal gemacht. Ich wusste, dass ich es kann.« Es steht 1:1, das Spiel geht wieder bei Null los. Siek: »Nach dem Nackenschlag zum 0:1 sind wir aufgewacht und nach dem Ausgleich waren wir dann spielbestimmend.«

Schon vor dem Wechsel kann Rödinghausen das Spiel entscheiden. Bülter trifft nach starkem Einsatz von David Müller ans Außennetz (31.), Jakubiak schießt nach einem starken Solo links am Tor vorbei (41.) und Sinisa Veselinovic schießt nach Doppelpass mit Müller erst freistehend weit übers Tor (44.) und scheitert dann nach Diallo-Vorarbeit an Sprenger (45.).

André Pawlak ist froh, dass es mit einem 1:1 in die Pause geht. »Natürlich müssen wir nicht darüber reden, dass der SVR eine Vielzahl an Chancen hatte. Klar ist aber auch, dass es ein ganz anderes Spiel wird, wenn wir in Führung gehen.« Die Chance dafür haben die Gäste in der 35. Minute. Im Anschluss an eine Ecke spekuliert der SVR auf Abseits – und verspekuliert sich um Haaresbreite. Kevin Hagemann bringt den eigentlich schon geklärten Ball wieder in den Strafraum und Schmidt steht acht Meter vorm Tor völlig blank. Der Stürmer schießt mit gestrecktem Bein und dann kracht’s am Lattenkreuz. Riesenglück für den SVR.

 Velbert hat nach Wiederbeginn noch eine gute Chance, Milko Trisic schießt aber rechts am Tor vorbei (48.). Stattdessen drängt Rödinghausen jetzt auf die Entscheidung. Der SVR versucht es wie von Trainer Mario Ermisch gefordert mit Kurzpassspiel. Diallo legt für Bülter ab, der zieht links in den Strafraum und trifft zur Führung (53.).

Rödinghausen hat das Spiel jetzt unter Kontrolle, Velbert nichts mehr zuzusetzen und ab der 74. Minute kann Mario Ermisch sich dann entspannt zurücklehnen. Nach gutem Zusammenspiel von Veselinovic und Siek bringt der eingewechselte Schlottke den Ball herein und im Strafraum klärt Verteidiger Marius Schultens vorm einschussbereiten Bülter ins eigene Tor (74.). Nach Vorarbeit von Jakubiak erhöht Schlottke in der 81. Minute auf 4:1. »Velbert ging die Puste aus«, stellt Jakubiak fest – Gegner weich gekocht.

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