Fußball-Regionalliga: SV Rödinghausen besiegt Schlusslicht FC Hennef 3:0 (3:0) – 84 Minuten in Überzahl Nach sechs Minuten ist alles klar 

Rödinghausen (BZ). Drei Punkte. Nicht mehr hatte Mario Ermisch gefordert. Drei Punkte und nicht viel mehr hat der Trainer des Fußball-Regionalligisten SV Rödinghausen bekommen. Sein Team besiegte Schlusslicht FC Hennef mühelos 3:0 (3:0) und spielte dabei 84 Minuten in Überzahl.

Von Sebastian Picht
Hennefs Torwart Rene Monjeamb bewahrt das Schlusslicht bei einer der 14 Ecken des SV Rödinghausen vor einem schlimmeren Ergebnis und klärt zur Ecke.
Hennefs Torwart Rene Monjeamb bewahrt das Schlusslicht bei einer der 14 Ecken des SV Rödinghausen vor einem schlimmeren Ergebnis und klärt zur Ecke.

 Es gibt Spiele, bei denen steht schon nach wenigen Minuten fest, in welche Richtung sie sich entwickeln. Im Champions-League-Achtelfinale am Mittwoch spielte Juventus Turin in Dortmund ein frühes 1:0 in die Karten. In der Regionalliga gab Hennefs Trainer Marco Bäumer schon nach 360 Sekunden auf: »Nach sechs Minuten waren wir sportlich beerdigt.« Schon zuvor hatten die schwungvollen Rödinghauser den Liga-Letzten mächtig unter Druck gesetzt und Marius Bülter nach einem Pass von Sören Siek nur knapp das Ziel verfehlt (4.). Und dann gab's die Szene, die das Spiel früh entschied. Hennefs Linksverteidiger Andreas Moog spielte einen Fehlpass, den Sinisa Veselinovic abfing und alleine aufs Tor zulief. Marcel Radschuweit verhinderte den Rückstand der Gäste mit einer Notbremse. Klarer Fall für Schiedsrichter Markus Wollenweber: rote Karte. »Völlig berechtigt«, erkannte Bäumer an. Hennef musste sein klassisches 4-4-2-System umstellen und hielt der Dauerbelagerung durch Rödinghausen nicht lange stand. In der 11. Minute nahm Siek einen Ball 20 Meter vor dem Tor volley und drosch ihn ins Gehäuse – 1:0.

 Die Gastgeber, bei denen Florian Rüter für den grippeerkrankten Lennart Madroch und Ihsan Kalkan für Malte Beermann begannen, zogen nun ein Powerplay auf. Hochkarätige Chancen kreierte Rödinghausen sehr zur Freude von Mario Ermisch beinahe im Minutentakt. »Heute waren wir von Anfang an da«, lobte der Trainer. In der 16. Minute schoss Veselinovic nach Bülter-Vorarbeit vorbei, in der 20. Minute war der aus Norderstedt gekommene Stürmer dann treffsicherer. Nach Vorarbeit von David Müller über die rechte Seite traf Veselinovic zum 2:0. Bülter schoss in der 23. Minute nach einer Siek-Ecke aus der zweiten Reihe links am Tor vorbei. Völlig zufrieden wirkte Ermisch an der Seitenlinie dennoch nicht. Der Chefcoach bemängelte zu viele Fouls seines Teams. »Das müssen wir einfach spielerisch lösen«, rief er seinen Spielern zu. So ergaben sich einige Standardsituationen für die Gäste, die allerdings nur eine Chance hatten. Jan Schönwälder faustete in der 27. Minute einen Freistoß von Tobias Günther weg, den von Denis Wegner wieder hereingebrachten Ball fälschte der SVR dann zur Ecke ab.

 Nach einem bilderbuchartigen Konter in der 31. Minute war alles klar. Rüter trat auf der rechten Außenbahn an, schüttelte seinen Verfolger eindrucksvoll ab und hatte ein Auge für den mitgelaufenen Bülter. Der beanspruchte das Spielgerät allerdings nicht lange für sich, passte nach links zu Siek und der Kapitän sorgte für das 3:0. Marco Bäumer standen die Schweißperlen auf der Stirn. »0:3 nach 30 Minuten. Wenn man das hochrechnet, dann wird einem ja Angst und Bange. Rödinghausen hat blitzsauberen Fußball gespielt. Das ist schön anzugucken – wenn man nicht gerade der gegnerische Trainer ist.«

 Noch vor dem Seitenwechsel hatte Rödinghausen beste Gelegenheiten, das Ergebnis in die Höhe zu schrauben. Veselinovic kam nach einer Kombination über Siek und Bülter aber einen Moment zu spät (37.) und Markus Smarzoch köpfte nach einer Ecke von Kai-Bastian Evers über das Tor (38.). In der 43. Minute klärte Günther einen Kopfball des aufgerückten Innenverteidigers Kalkan nach einer Evers-Ecke auf der Linie. Bäumer schlotterten vermutlich immer noch die Knie, Rödinghausen kannte nach dem Seitenwechsel aber Gnade mit dem Gegner. Dessen Torwart Rene Monjeamb zeichnete sich allerdings ein ums andere Mal aus. Phasenweise erinnerte die Partie eher an ein Handballspiel: Bei gefühlten 90 Prozent Ballbesitz ließ der SVR den Ball um den gegnerischen Strafraum kreisen – Handball hatten sie in den Tagen zuvor schließlich schon bei Lübbecke gegen Kiel gesehen. Das eine oder andere Mal ging's doch in den Strafraum: Müller scheiterte nach Rüter-Zuspiel (52.), Florian Schöller kratzte einen Veselinovic-Kopfball nach einer Evers-Ecke von der Linie (67.) und Monjeamb klärte einen Bülter-Schuss zur Ecke. Insgesamt 14 Eckbälle hatten die Rödinghauser. Hennef nur einen. Eine Statistik, die alles über das Spiel aussagt. »Das 0:3 ist für uns noch völlig geschmeichelt«, sagte Bäumer. Rödinghausen hatte seine Pflicht erfüllt. Und nicht viel mehr getan. Aber das war von Trainer Mario Ermisch auch nicht gefordert worden.

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