Handball-Verbandsliga: Michael Rieso, Jens Hellmann und Christoph Mylius übernehmen bis zum Saisonende  Berg ist nicht mehr CVJM-Trainer 

Rödinghausen (BZ). Auf einmal geht alles ganz schnell. Thomas Berg ist seit gestern Abend nicht mehr Trainer des Handball-Verbandsligisten CVJM Rödinghausen. Die Sportlichen Leiter Michael Rieso und Mario Stender entschieden sich, Berg zu entlassen. Der Trainer selber hatte immer wieder mit seinem Rücktritt kokettiert. Nun hat der CVJM selbst Inititative ergriffen und Berg die Entscheidung abgenommen.

Von Sebastian Picht
Vorzeitige Trennung: Der Sportliche Leiter Michael Rieso (links) wird zusammen mit den Spielern Jens Hellmann und Christoph Mylius bis zum Saisonende für den CVJM verantwortlich sein. Thomas Berg (rechts) ist nicht länger Trainer in Rödinghausen.
Vorzeitige Trennung: Der Sportliche Leiter Michael Rieso (links) wird zusammen mit den Spielern Jens Hellmann und Christoph Mylius bis zum Saisonende für den CVJM verantwortlich sein. Thomas Berg (rechts) ist nicht länger Trainer in Rödinghausen.

 Es darf darüber spekuliert werden, ob Berg womöglich auch von sich aus zurückgetreten wäre. Diese Frage stellt sich jedoch nach der Entscheidung der Sportlichen Leitung des CVJM nicht mehr. Wie Mario Stender und Michael Rieso in einer Presseerklärung mitteilten, trennt sich der Verein mit sofortiger Wirkung von seinem Trainer: »Wir mussten handeln. Die vergangenen zwei Wochen mit der wiederholten Androhung des Rücktritts von Thomas Berg waren sicherlich nicht förderlich für die Mannschaft, um die allgemeine Verunsicherung innerhalb des Teams zu beseitigen«, heißt es. Berg hatte nach dem 20:36-Debakel in Harsewinkel über einen Rücktritt nachgedacht, dann aber doch noch am Sonntag im Spiel gegen den VfL Mennighüffen auf der Bank gesessen. Die von ihm gewünschte Reaktion auf das Harsewinkel-Spiel bekam der Coach aber nicht zu sehen und behielt sich den Rücktritt vor. Mittlerweile wollte auch der Verein die Zusammenarbeit beenden – auch im Hinblick auf Abstiegssorgen.

 In Riesos und Stenders Erklärung heißt es: »Zudem steht gegen den TSV Ladbergen ein Spiel gegen einen Gegner an, der versuchen wird, uns mit in den Abstiegskampf hineinzuziehen. Um der Mannschaft kurzfristig einen neuen Impuls zu geben, blieb uns deshalb keine andere Wahl als die Entlassung von Thomas Berg.«

Vette übernimmt zur neuen Saison

 Training und Coaching werden bis zum Serienende von Rieso und den Spielern Jens Hellmann und Christoph Mylius übernommen. Zur neuen Saison übernimmt dann Pascal Vette das Kommando.

 Michael Rieso, der sich zum Saisonende aus der Sportlichen Leitung zurückziehen wird, muss also wieder einmal ein Comeback auf der Trainerbank geben. Schon nach den Rücktritten von Wolfgang Prüm und Hartmut Rittersberger war Rieso, der mit dem Team als Trainer den Aufstieg in die Landesliga geschafft hatte, eingesprungen.

 Thomas Berg, ehemaliger Torwart von GWD Minden, hatte sein Amt in Rödinghausen zu Beginn des vergangenen Jahres angetreten, nachdem Wolfgang Prüm aus privaten Gründen zurückgetreten war. Der extrem ehrgeizige Trainer beendete die Saison mit Rödinghausen auf Rang acht und wollte mit dem CVJM mittelfristig um den Oberliga-Aufstieg mitspielen. Berg führte in der Saisonvorbereitung eine professionelle Leistungsdiagnostik ein, hatte im Saisonverlauf aber immer wieder mit personellen Rückschlägen zu kämpfen. Mit Alexander Deuker, Stefan Listing und Sascha Kampeter fielen wichtige Stützen des Teams monatelang aus. Dennoch gelangen beeindruckende Siege wie das 35:22 in Hahlen oder ein 33:15 gegen Oberlübbe. Da waren aber auch Ausrutscher gegen die HSG Gütersloh (19:32) und das Debakel in Harsewinkel.

 Wegen unterschiedlicher Vorstellungen über die grundsätzliche Ausrichtung des Vereins einigten sich CVJM und Berg schon Anfang Dezember darauf, die Zusammenarbeit zum Ende der Saison zu beenden, wollten bis zum Mai aber noch gemeinsame Sache machen. Sechs Spieltage vor Saisonende kommt es nun doch zur vorzeitigen Trennung.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.