Leichtathleten des LAV bei Deutscher Meisterschaft in Neubrandenburg Bünder pokern hoch

Bünde (BZ). »Passt genau!« Hartwig Rohr schaut zufrieden auf die Stoppuhr, die um den Hals baumelt. Es ist eine letzte Leistungsüberprüfung vor dem Ernstfall. Die Nachwuchs-Leichtathleten des LAV Bünde brechen heute nach Neubrandenburg zu den Deutschen Hallen-Meisterschaften auf. »Alle sind in Bestform«, versichert Rohr.

Von Sebastian Picht
Die LAV-Athleten (von links) Arne Ransiek, Jonathan Boetzel, Thimo Witte, Niklas Ransiek, Julius Hilling und Lars Lennart Hepke fahren heute nach Neubrandenburg zur Deutschen Meisterschaft der Nachwuchs-Leichtathleten in der Halle.
Die LAV-Athleten (von links) Arne Ransiek, Jonathan Boetzel, Thimo Witte, Niklas Ransiek, Julius Hilling und Lars Lennart Hepke fahren heute nach Neubrandenburg zur Deutschen Meisterschaft der Nachwuchs-Leichtathleten in der Halle.

 Die Stimmung im Leichtathletik-Trakt der Siegfried-Moning-Halle ist gelöst. Hans-Jürgen Hammer aus dem Trainerteam hält zwei Gummibälle an einer Schnur in der Hand. »Es ist dunkel. Draußen können wir nicht mehr werfen«, sagt Hammer und lässt Arne Ransiek in der Halle einige Probewürfe absolvieren. Ransieks Bruder Niklas simuliert ein paar Meter weiter den Start des 60-Meter-Hürdenlaufes, überquert gekonnt ein Hindernis und läuft dann locker aus. Niemand macht sich verrückt. Alleine die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft ist für die sechs Athleten des LAV ein Erfolg. »Wir haben einige Grünlinge am Start. In der Halle ist alles ein wenig hektischer«, sagt Hartwig Rohr, der frohen Mutes nach Neubrandenburg fährt: »Wir brauchen kein Glück, wir brauchen einfach nur kein Pech. Alle haben vernünftig trainiert und sind gut drauf.«

 Der Westfälische U20-Meister über 4x200 Meter will sich mit Deutschlands Besten messen. Die 1:32,12 Minuten von den westfälischen Meisterschaften in Paderborn Anfang Januar bedeuten für die LAV-Staffel Platz 13 in der Vorqualifikation. »Unser Ziel ist der Endlauf der besten Acht am Sonntag«, gibt Rohr die Marschroute vor. »Wir haben Außenseiterchancen.« Das Quartett wird allerdings ein wenig durcheinander gewürfelt: Für Thimo Witte rutscht Lars Lennart Hepke, der in Paderborn verletzungsbedingt passen musste, zu Niklas Ransiek, Jonathan Boetzel und Justus Hilling ins Team. Die beste Vorbereitung hilft den Bündern aber nicht, wenn es eng wird in Neubrandenburg. »Die Wechsel in der Halle sind ganz problematisch. Da wechseln vier Mannschaften auf zwei, drei Metern Breite. Wir brauchen Platz«, sagt Rohr. »Wenn es Gedränge gibt, dann kann man schnell einige Sekunden verlieren und hat dann bei dem ausgeglichenen Feld keine Chance mehr.« Die Staffeln wurden deshalb bewusst so aufgestellt, dass man nach Möglichkeit nur einen Überholvorgang vornehmen muss. Verstecken will sich Bünde aber nicht: »Wir pokern hoch und riskieren alles«, ist Rohr angriffslustig. »Wir wollen keine Sicherheitswechsel machen, sondern auch bei den Wechseln noch die eine oder andere Zehntelsekunde herauslaufen.«

 Neben der Staffel gehen die Bünder zum Teil auch in den Einzeldisziplinen an den Start. Justus Hilling startet über 200 Meter, Arne Ransiek in der U18 im Speerwurf und Niklas Ransiek über die 60 Meter Hürden. Mit einer Zeit von 8,31 Sekunden ist Ransiek Elfter der Setzliste. »Da sind schon einige Hürden-Cracks dabei«, sagt Hammer, traut dem Dritten der Deutschen U20-Zehnkampf-Meisterschaft 2014 aber eine Verbesserung zu: »Im Duell Mann gegen Mann ist Niklas ein echter Kämpfer.« Erst recht in seiner Lieblingsdisziplin. Wie Hammer weiß aber auch Rohr: »Größere Läufer sind in der Halle eher benachteiligt. Die 110 Meter im Freien liegen Niklas besser.«

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