Handball-Verbandsliga: HSG Spradow verliert trotz guter zweiter Hälfte gegen die TSG Harsewinkel  Eine zu große Hypothek 

Bünde (BZ). Hängende Köpfe auf der Bank, geknickte Fans und ein zaudernder Malte Mischok. Die HSG Spradow muss sich in der Handball-Verbandsliga wieder an das Gefühl des Verlierens gewöhnen. Nach fünf Spielen ohne Pleite setzte es am Samstag eine 30:34 (12:16)-Niederlage gegen die TSG Harsewinkel.

Von Sebastian Picht
Sebastian Theise (am Ball) und die HSG Spradow hat es nach fünf Spielen ohne Niederlage in der Verbandsliga gegen Harsewinkel wieder erwischt.
Sebastian Theise (am Ball) und die HSG Spradow hat es nach fünf Spielen ohne Niederlage in der Verbandsliga gegen Harsewinkel wieder erwischt.

 »Kein schönes Gefühl«, sagt Trainer Malte Mischok als die Spradower Serie ein Ende genommen hat. »Ehrlich gesagt, war das heute aber auch der stärkste Gegner, auf den wir seit sechs Spielen getroffen sind.« Luca Sewing und Manuel Mühlbrandt unter 15 Tore halten – diese Devise gibt Mischok vor der Partie aus. Doch insbesondere Mühlbrandt mit neun Treffern und einer starken Leistung im Abwehr-Mittelblock sowie der pfeilschnelle Linksaußen Florian Öttking werden für Harsewinkel zu den Matchwinnern. Der siebenfache Torschütze Sewing dreht zwar erst spät auf, hat aber auch maßgeblichen Anteil an Harsewinkels Sieg.

 Die Anfangsphase ist bei ständig wechselnden Führungen von vielen Fehlern auf beiden Seiten geprägt. »Wir sind bewusst hohes Risiko gegangen. Da bleiben technische Fehler nicht aus«, begründet Mischok die Fehlerquote. Sein Team führt beim 8:7 zum letzten Mal im ganzen Spiel, ist aber bis zum 11:12 absolut gleichwertig. Nach einer Zeitstrafe gegen Malte Langer nimmt die Partie gegen Ende des ersten Durchgangs seinen entscheidenden Verlauf: Harsewinkel kontert jetzt lehrbuchartig: Mühlbrandt und Sewing laufen zwei Gegenstöße zum 11:15 – Mischok zieht die Reißleine, kann aber auch mit einer Auszeit das 11:16 nicht verhindern. Till Orgel verkürzt zwar immerhin noch auf 12:16, »aber diese Hypothek war für den zweiten Durchgang zu groß«, sagt Mischok. »Im Angriff haben wir in der ersten Halbzeit vorne etwas zu überhastet abgeschlossen.«

Rausch zunächst auf der Bank

 In der zweiten Halbzeit lässt Mischok Dimitri Rausch zunächst auf der Bank, dafür spielen neben Orgel noch Christian Brockschmidt und Jan Frederik Koebke im Rückraum. »Der eine oder andere Spieler hat lange gebraucht, bis er richtig in der Partie drin war«, stellt Mischok fest. Sein Team gibt die Partie trotz des Vier-Tore-Rückstandes aber noch nicht verloren. Mühevoll kämpft sich Spradow immer wieder heran und ist beispielsweise nach Koebkes 18:20 wieder in Reichweite. Wenig später heißt es allerdings schon wieder 19:23 und nach dem 20:26 scheint die Partie verloren zu sein. Jetzt dreht Sebastian Theise, der den Vorzug vor Frederik Iffland am Kreis erhält, auf.

Auch Rechtsaußen Manuel Taubenheim bekommt nun Zugriff aufs Spiel und nach dem 24:28 durch Rausch (50.) stellt Mischok auf eine 4:2-Deckung gegen die TSG-Rückraum-Asse Sewing und Mühlbrandt um. Die Sonderbewachung funktioniert. Björn Rollwitz, mittlerweile für Daniel Habbe im Tor, steigert sich und Harsewinkel leistet sich einige Fehlversuche von den Außenpositionen. Orgel, Theise und Iffland per Siebenmeter verkürzen auf 27:29 (54.), Gästetrainer Hagen Hessenkämper nimmt eine Auszeit. Spradow ist wieder bis auf zwei Tore dran und nach dem 28:30 durch den in dieser Phase starken Rausch gibt es sogar die Chance zum Anschluss. Rausch ist frei durch, zieht vom Kreis ab und der Ball landet auf der Linie. Die Zuschauer im Spradower Fanblock wollen ihn im Tor gesehen haben, die Schiedsrichter entscheiden aber anders. Philipp Birkholz läuft einen Gegenstoß, während Spradow noch hadert und trifft zum 28:31 aus HSG-Sicht. Nach dem 28:32 verkürzen Orgel und Theise bei offener Manndeckung noch einmal auf 30:32. Was Mischok auf die Palme bringt: Die Schiedsrichter zeigen kurz vor Schluss in einem Spradower Angriff Zeitspiel an und Orgel verwirft in Zeitnot. Dann entscheidet Mühlbrandt die Partie mit seinem neunten Treffer. »Wir hatten ja gar keinen Grund, auf Zeit zu spielen«, ärgert sich Mischok, der diplomatisch formuliert: »Die Schiedsrichter haben in einigen entscheidenden Situationen nicht für uns gepfiffen.« Der Harsewinkeler Trainer Hagen Hessenkämper ist dagegen gut aufgelegt: »Es ist nicht leicht, bei Spradow zu gewinnen. Daher bin ich natürlich sehr zufrieden.«

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