Fußball-Regionalliga: SV Rödinghausen zeigt bei Nullnummer in Kray in Überzahl zu wenig Kreativität Beermann sorgt für Herzinfarkt-Gefahr 

Rödinghausen (BZ). Reif für den Urlaub: Beim Fußball-Regionalligisten SV Rödinghausen sehnt man allmählich die spielfreie Zeit herbei. »Ich denke, die Pause wird uns allen gut tun, um mal die Köpfe mal freizubekommen«, sagte Nico Schneck nach dem 0:0 beim FC Kray.

Von Alexander Grohmann
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 Zwischen Winterpause und Rödinghausens Akteuren liegt jetzt nur noch die Partie am Samstag gegen den Tabellenzweiten Borussia Mönchengladbach U23 – wenn denn gespielt werden kann: »Unser Stadionrrasen ist im Moment mächtig ramponiert und sieht eher aus wie eine Kuhwiese«, sagt Kapitän Sören Siek.

 Auf dem ungewohnten Kunstrasen des FC Kray stand ein Teilerfolg zu Buche. Allerdings stimmte Spieler und Verantwortliche mehr das Ergebnis als die gebrachte Leistung zufrieden. »Das einzig Positive war, dass wir Kray in der Tabelle auf Abstand halten konnten«, sagte Nico Schneck, der vor allem mit dem 52-minütigen Überzahlspiel seiner Elf nach der gelb-roten Karte gegen Ömer Akman (38.) nicht zufrieden war.

 »Wir haben zu langsam kombiniert und waren nicht zielstrebig genug«, befand der Mittelfeldspieler selbstkritisch. Die Konsequenz: Der SVR konnte sich in 90 Minuten keine »Hundertprozentige« erspielen. Die nach der Pause überwiegend mit Verteidigen beschäftigten Krayer strahlten bei ihren Kontern dagegen mehr Gefahr aus.

 Immerhin: Die Rödinghauser Ergebnis-Krise konnte nach drei Pleiten in Folge gestoppt werden – mit neuer Formation: So hatte Mario Ermisch überraschend auf Andreas Saur verzichtet. Nach 17 Einsätzen fand sich der Abwehrchef erstmals in dieser Saison auf der Bank wieder. Marcel Beermann übernahm den Part in der Dreierkette, löste die Aufgabe auf seine Weise. »Bei ein paar Aktionen von ihm stand ich kurz vor dem Herzinfarkt«, sagte der SVR-Coach über seinen robust aufräumenden Verteidiger, mit dessen Leistung er aber zufrieden war.

 Im Sturm schenkte Ermisch dem jungen Aytürk Gecim sein Vertrauen, der sich bei seiner Startelf-Premiere gleich ein Lob von Sören Siek verdiente: »Auf diese jungen Burschen müssen wir bauen«, meinte der Kapitän vielsagend – vielleicht auch mit Blick auf die schwelenden Gerüchte um mögliche personelle Veränderungen in der Winterpause.

 Siek konnte froh sein, das Ende des Spiels auf dem Platz zu erleben. Für sein hartes Foul in der 38. Minute, das eine Rudelbildung und Gelb-Rot gegen Akman zur Folge hatte, wäre ein Platzverweis vertretbar gewesen. »Ich hatte Glück, nicht Rot zu bekommen«, gestand Siek. Nach seiner Gelbsperre zeigte der Mittelfeld-Chef großes Engagement und feuerte immer wieder Distanzschüsse ab – ohne Erfolg. Die richtigen Ideen im Spiel nach vorne fehlten beim SVR. Leidtragender war Francis Williams, der im Sturmzentrum kaum brauchbare Anspiele erhielt. »Wir sind auf Außen nicht bis zur Grundlinie durchgekommen«, erkannte Ermisch das Problem.

 Von den besonderen Umständen in der Kray-Arena mit dem ungewohnten Untergrund und der Nähe zu den Fans ließ sich der SVR derweil nicht verrückt machen. »Ich hatte mir das schlimmer vorgestellt. Dass die Zuschauer hinter dem Tor stehen, ist grenzwertig. Aber alles war in Ordnung«, bemerkte Ermisch. Nur 270 Fans sorgten bei Kray-Angriffen für eine beachtliche Geräuschkulisse.

 Übrigens: Vor einigen Jahren trug der FC Kray seine Spiele noch auf Asche aus. Seitdem hat sich viel getan. Der Kunstrasenplatz entspricht sogar den Fifa-Bestimmungen – nur deshalb wurde die Lizenz für die Regionalliga erteilt. Auch mit Blick auf den Mini-Etat ist FCK-Coach Michael Lorenz stolz auf den Erfolg. »Wir trainieren viermal pro Woche abends nach unserer normalen Arbeit«, sieht er eine Diskrepanz zu den Top-Teams der Klasse.

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