Fußball-Regionalliga: SV Rödinghausen 0:0 in Kray – Spekulationen um Knappmann  Nikolaus in der Kabine 

Essen (BZ). Nullnummer am Nikolaustag: Der SV Rödinghausen erkämpft sich im letzten Auswärtsspiel des Jahres einen Punkt beim FC Kray. Aus der gelb-roten Karte gegen FCK-Spielmacher Ömer Akman (38.) können die Gäste kein Kapital schlagen und müssen um das 0:0 zittern.

Von Alexander Grohmann
Im letzten Moment rauscht Malte Beermann (Nummer 14/links) heran und spitzelt Marvin Grumann (Nummer zehn) vom FC Kray zentral vor dem SVR-Gehäuse den Ball vom Fuß. Torhüter Jan Schönwälder und Lennart Madroch müssen nicht mehr eingreifen.
Im letzten Moment rauscht Malte Beermann (Nummer 14/links) heran und spitzelt Marvin Grumann (Nummer zehn) vom FC Kray zentral vor dem SVR-Gehäuse den Ball vom Fuß. Torhüter Jan Schönwälder und Lennart Madroch müssen nicht mehr eingreifen. Foto: Grohmann

 Beim FC Kray herrschen spezielle Bedingungen. Die Zuschauer stehen direkt hinter dem Tor, gespielt wird auf Kunstrasen und die Gastgeber bekommen zur moralischen Unterstützung vor dem Anpfiff ungewöhnlichen Besuch. »Das hatte ich auch noch nie, dass bei der Besprechung plötzlich der Nikolaus in der Kabine steht«, berichtet Trainer Michael Lorenz nach dem Spiel von einer kuriosen Idee der Kray-Anhänger. »Er sagte, wir sollen uns mit drei Punkten beschenken.«

 Der SV Rödinghausen will sich aber ebenfalls auf keinen Fall mit leeren Händen auf die Heimreise machen. Mit dem Remis im Aufsteigerduell können beide Seiten leben. »Es ist das von mir erwartete Kampfspiel geworden. Kurz vor Weihnachten muss man auch mal mit einem Punkt zufrieden sein«, sagt Mario Ermisch. Rödinghausens Trainer überrascht an der Buderusstraße mit einer umgekrempelten Startelf.

Für Andreas Saur rückt Malte Beermann neu in die Dreierkette. »Saur hat mir in den letzten Spielen zu sehr Libero gespielt«, begründet Ermisch. Im Sturm erhält Aytürk Gecim seine erste Chance von Beginn an. Dafür fehlt Christian Knappmann. Dass der offenbar angeschlagene Torjäger den Essen-Trip gar nicht mitgemacht hat, lässt Raum für Spekulationen. Angeblich will sich der SVR im Winter auf dem Transfermarkt umschauen. Einige Akteure sollen vor dem Abschied stehen. Darunter auch der unzufriedene Ersatzkeeper Thorben Krol, der nicht im Kader steht.

 Das Abtasten dauert bis zur 23. Minute, als Rödinghausen Mittelfeld-Chef Sören Siek mit links aus 18 Metern scheitert. Diese Szene lockt die auf Konter setzenden Krayer etwas aus der Reserve. Ein Freistoß-Schlenzer von Standard-Spezialist Ömer Akman aus halb-linker Position schlägt in der 26. Minute krachend am linken Pfosten ein – Jan Schönwälder hätte keine Chance gehabt. In der 30. Minute ist Felix Scheider auf der rechten Seite durch, scheitert aber am Rödinghauser Schlussmann.

 Das Spiel der Gastgeber nimmt gerade Fahrt auf, als der Aufsteiger ausgebremst wird. Nach einem Foul an Ihsan Kalkan am gegnerischen Strafraum rauscht in der nächsten Aktion Sören Siek dem Krayer Ilias Elouriachi in die Beine – ein Foul mit Revanche-Charakter (38.). Während Siek mit der gelben Karte gut bedient ist, sieht der bereits verwarnte Ömer Akman für seinen anschließenden Schubser die gelb-rote Karte – eine harte Entscheidung von Schiedsrichter Andreas Steffens.

 Durch das zahlenmäßige Ungleichgewicht entwickelt sich nun ein neues Spiel. Rödinghausen macht Druck, rennt sich nach der Pause aber immer wieder an der gut sortierten FCK-Abwehr fest. Mittelstürmer Francis Williams kann sich nur einmal entscheidend den Bewachern entwinden, schlägt nach gutem Zuspiel in den Strafraum aber ein Luftloch (68.).

 Kray ist in Unterzahl dem Tor sogar näher. In der 56. Minute pariert Schönwälder einen Schuss von Philipp Gödde und muss in Neuer-Manier gegen Scheider (62.) retten. Auf der Gegenseite bleibt Lennart Madroch nach einem leichten Faller der Elfmeterpfiff zurecht versagt (75.). In der letzten Minute hat Emre Yesilova den Siegtreffer auf dem Fuß, doch Felix Frank bugsiert den Ball für den geschlagenen Schönwälder von der Linie – Aufatmen beim SVR. »Mit dem Punkt müssen wir zufrieden sein«, findet Sören Siek.

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