Fußball-Regionalliga: SV Rödinghausen reist zum Rückrundenstart zu Mitaufsteiger FC Kray  Eine Art Endspiel 

Rödinghausen (BZ). Viele neue Erfahrungen macht der SV Rödinghausen seit Saisonbeginn in der Fußball-Regionalliga. Am Samstag kommt auf den Aufsteiger im Auswärtsspiel beim FC Kray aber etwas zu, was er schon aus den vergangenen Jahren kennt. Denn der Anpfiff um 14 Uhr ertönt auf Kunstrasen.

Von Gerrit Nolte
Die Rödinghauser sind in der Pflicht: Nach drei Niederlage in Folge fordert Trainer Mario Ermisch von Lennart Madroch (am Ball) und seinen Mitspielern, dass sie sich auf die Grundtugenden besinnen und bis zur Winterpause noch punkten.
Die Rödinghauser sind in der Pflicht: Nach drei Niederlage in Folge fordert Trainer Mario Ermisch von Lennart Madroch (am Ball) und seinen Mitspielern, dass sie sich auf die Grundtugenden besinnen und bis zur Winterpause noch punkten.

Damit kann sich Trainer Mario Ermisch noch halbwegs anfreunden. Doch der Coach wundert sich, dass die Krayer scheinbar nicht die gleichen Auflagen erfüllen mussten, wie der Rest der Regionalligisten. »Das ist ein ganz normaler Sportplatz mit einer Bande drum herum. Es gibt keine Tribünen oder separate Bereiche für die Gästefans«, verrät der Sportliche Leiter René Wederz. »Das wird eine interessante Sache«, ist sich Ermisch sicher. Aufgrund dieser Umstände in der Kray-Arena wurden die Rödinghauser vom Mitaufsteiger sogar darum gebeten, vor der Partie auf die Spieler einzuwirken. »Damit sie am Samstag nicht provozieren und nichts passiert«, kann Wederz nur mit dem Kopf schütteln.

Das Vorgeplänkel und den Kunstrasen will Ermisch allerdings nicht als Ausrede gelten lassen. »Natürlich ist das gewöhnungsbedürftig. Aber wir bereiten uns die ganze Woche auf Kunstrasen vor – und Kray muss auswärts auch auf Rasen antreten«, sagt Ermisch, der die Begegnung im Essener Stadtteil als extrem wichtig einstuft. »Für uns ist das so eine Art Endspiel. Angesichts der derzeitigen Situation und der letzten Ergebnisse müssen wir uns am Riemen reißen und zu den Basics zurückkehren«, macht der 56-Jährige deutlich, in welcher Lage die Rödinghauser bei nur sechs Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone stecken. »Ich versuche die ganze Woche, die Jungs darauf einzuschwören – und ich kann mir nicht vorstellen, dass einer von uns im nächsten Jahr wieder in der Oberliga spielen will«, sagt Ermisch.

Der Coach glaubt allerdings, dass seine Spieler wissen, worum es geht. »Den Eindruck vermitteln sie mir im Training schon«, sagt Ermisch. Es sei aber immer die Sache, ob das samstags auch auf dem Platz gebracht werden könne. »Wir müssen noch mehr Biss im Zweikampf, mehr Galligkeit und mehr Willen zeigen. Das will ich meiner Mannschaft nicht absprechen. Aber es gilt, das in Kray auch zu zeigen. Man muss in dieser Liga begreifen, dass man nicht fünf, sechs oder sieben Spiele hat, in denen man es locker angehen lassen kann. Sonst hat man keine Chance.«

Zwar stehe seine Mannschaft in der Tabelle etwas schlechter, doch grundsätzlich sei die Entwicklung mit der von Spitzenteam Viktoria Köln zu vergleichen. »Beide sind gut gestartet und dann abgefallen. Für uns gilt es jetzt, halbwegs unbeschadet in die Winterpause zu kommen. Daran müssen wir arbeiten«, fordert Ermisch vollen Einsatz.

Das wird in Kray auch nötig sein. Denn der Coach erwartet ein absolutes Kampfspiel. »Das wird kein Wattebausch-Werfen. Darauf müssen wir uns einstellen und auch so dagegen halten. Daher werden die Spieler auflaufen, die dafür stehen«, kündigt Ermisch an. »Kray ist keine Ballerinatruppe. Die hatten zwischendurch eine gute Phase. Zuletzt lief es aber auch nicht mehr so gut. Aber sie haben mit dem 1:1 gegen Viktoria Köln Selbstvertrauen getankt«, weiß Ermisch. Daher sei er vor dem Anpfiff mit einem Punkt zufrieden. »Wenn wir auswärts antreten, muss man grundsätzlich erstmal damit zufrieden sein. Man muss abwarten, wie sich das Spiel dann entwickelt«, sagt Ermisch. »Wir lernen aber auch dazu. Ich hoffe, dass es am Samstag schon wieder ein Schritt weiter ist.«

In die Starelf dürfte am Samstag Kapitän Sören Siek nach abgesessener Gelbsperre zurückkehren. In der vergangenen Woche fehlte seine Spieleröffnung deutlich. Dafür fehlt Lars Schröder, der sich in der Vorwoche im Training den Zeh gebrochen hat. Marius Bülter hat einen leichten Muskelfaserriss in der Wade und absolvierte nur Lauftraining. »Aber es ist nicht unmöglich, dass er spielt. Wir werden alles dafür tun. Und auch Marius versucht alles, um fit zu werden«, sagt Wederz. Lukas Reineke befindet sich wegen seiner Rückenprobleme im Aufbautraining. Mit dem langzeitverletzten David Müller ist erst im neuen Jahr wieder zu rechnen. »Er wird unser erster Neuzugang im Winter«, sagt Ermisch.

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