Handball-Bezirksliga: TV Werther 28:27-Sieger im Topspiel – starke erste Hälfte und dramatisches Finale Nervenstarker Janson führt Youngster zum Sieg

Werther  (WB). Ein großer Kampf vor toller Kulisse von fast 250 Fans: Mit 28:27 (16:12) hat der TV Werther das Verfolgerduell der Handball-Bezirksliga gegen HSG EGB Bielefeld gewonnen und den zweiten Aufstiegsplatz jetzt mit einem Drei-Punkte-Vorsprung auf die unterlegenen Gäste ein wenig abgesichert.

Von Gunnar Feicht
Von Trainer Nils Uhlig (links) bis zu Finn Karklis (rechts): Jubel auf der ganzen Linie beim TV Werther. Der Tabellenzweite feiert einen ungemein wertvollen Erfolg.
Von Trainer Nils Uhlig (links) bis zu Finn Karklis (rechts): Jubel auf der ganzen Linie beim TV Werther. Der Tabellenzweite feiert einen ungemein wertvollen Erfolg. Foto: Gunnar Feicht

Aufgrund der starken ersten Halbzeit und des kämpferisch überragenden Schlussspurts sicher kein unverdienter Erfolg. Aber – die zweite Spielhälfte im Hinterkopf – bilanzierte Trainer Nils Uhlig zu Recht: »Wir hatten das glücklichere Ende für uns. Beide Mannschaften hätten es am Ende verdient aufzusteigen.«

Als Marius Kruse per Siebenmeter an Torwart Schulte gescheitert war und Gadderbaums im zweiten Durchgang überragender Halbrechter Jannis Daberkow aus dem 25:25 ein 25:27 (57.) gemacht hatte, sahen die Hausherren ihre Felle schon davonschwimmen. »Aber wir haben echt Moral bewiesen«, sagte Sven-Hendrik Janson hinterher erschöpft. Der A-Jugend-Coach ging auf Halbrechts mit bestem Beispiel voran, führte Werthers Nachwuchs-Block um Fynn Huxohl doch noch zum Sieg.

Nachdem die Teamkollegen zuvor drei Siebenmeter vergeben hatten, schnappte sich »Henne« den Ball, versenkte ihn zweimal von der Marke zum 26:27-Anschluss und zum 28:27-Siegtor neun Sekunden vor Schluss im Netz. Uhlig: »Da hat er super Verantwortung übernommen.« Dazwischen musste Janson noch auf die Bank, damit eine blutende Wunde gestillt werden konnte. Sein »Ersatzmann« Max Kühn wurde in Überzahl perfekt freigespielt, netzte zum 27:27 ein. Auch dies eine glückliche Fügung, wie auch die Zeitstrafen gegen zwei Gäste-Akteure 2:15 und 1:26 Minuten vor Schluss und zumindest einer der beiden Siebenmeter. »Zuvor hatten die Schiedsrichter zehn Minuten fast alles gegen uns entschieden, die letzten fünf dann fast alles gegen Gadderbaum. Leider haben sie ihre gute Linie der ersten Halbzeit nicht durchgehalten«, sagte Nils Uhlig mit kritischem, aber differenziertem Unterton. Sein Kollege Sven Grüger war mit den Nerven am Ende: »Das war extrem bitter. Am Ende haben die Schiedsrichter alles gegen uns gepfiffen«

Auch bei der eigenen Mannschaft sah Nils Uhlig in der packenden Partie Höhen und Tiefen: »Die erste Halbzeit war stark von uns, weil die Deckung sehr gut gearbeitet hat. Vier, fünf Gegentore gingen sogar noch auf unser eigenes Konto, als wir Abpraller nicht bekommen haben oder das Verhalten eins gegen eins nicht optimal war.« Nach dem 12:6 für Werther (17.) wirkte der 16:12-Pausenstand für EGB sehr schmeichelhaft, der TVW verpasste die mögliche Vorentscheidung.

Im zweiten Abschnitt geriet dann Sand ins Getriebe. Das statische Angriffsspiel machte es der EGB-Deckung zu einfach, Fehlpässe zu erzwingen und schlecht vorbereitete Würfe zu blocken. Uhlig: »Da haben wird den Gegner stark gemacht. Max Kühn und Julius Rose wurden nicht mit genug Tempo in Wurfposition gebracht.« Nach Bielefelder Erfolgserlebnissen am eigenen Kreis lief vorne allen voran Daberkow heiß, traf nach dem Wechsel siebenmal aus dem Feld. Aus dem 21:18 für Werther machte EGB den ersten Ausgleich (23:23/49.), gut sieben Minuten später sprach alles für die Gäste. Aber Werthers Youngster und ihr Vorkämpfer »Henne« Janson drehten den Spieß noch einmal um.

Tore: Kühn (5), Janson (5/2), Huxohl (4), Kruse (4/1), Schröder (4/2), Rose (3), Jankowski, Borgstedt, Karklis für Werther; Daberkow (12/3), Halbgebauer (5), Rasche, Muesmann, Fillies, Werner (je 2), Ansorge, Seuthe für EGB.

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