Fußball-Kreisliga A: Ein Trio mischt vorne mit – Häger will den Mastersschwung nutzen Geheimwaffe Solfrian: BV greift weiterhin an

Versmold/Werther  (WB). Ein Trio aus dem Altkreis hat Kontakt zur Spitze, der SV Häger will mit dem Masterstitel im Rücken die schlechte Vorrundenbilanz vergessen machen: An Motivation für die zweite Saisonhälfte fehlt es nicht, wenn die Fußball-A-Ligisten mit der Vorbereitung beginnen. Der Blick auf die Hinserie der heimischen Teams:

Von Martin Blümer
Künftig wieder für die erste Mannschaft des BV Werther am Ball: Tobias Solfrian kehrt in die A-Liga-Elf zurück.
Künftig wieder für die erste Mannschaft des BV Werther am Ball: Tobias Solfrian kehrt in die A-Liga-Elf zurück. Foto: Martin Blümer

Spvg. Versmold

3. Platz, 41:35 Tore, 30 Punkte

Nach einem personellen Aderlass korrigierte der Verein die Zielsetzung: Weg vom alljährlichen »Wir wollen um den Aufstieg mitspielen«, hin zum zurückhaltenden »Ziel ist ein Platz im oberen Mittelfeld«. Zu groß waren die Lücken, die Stützen wie Daniel Bota, Umut Sakir, Julian Strieder, Christian Klein und Christian Rinderhagen hinterließen. Auch Oliver Fontenla und Jan-Hendrik Gessat fehlten zumeist.

Umso überraschender war das positive Abschneiden. »Wir haben etwas an Qualität verloren, aber die Mannschaft ist toll zusammengewachsen, die Stimmung super«, freut sich Trainer Patrick van der Sanden. Und dies alles nach einer bitteren Pille am ersten Spieltag: Versmold ging bei Aufsteiger SC Babenhausen 0:5 unter. »Wir haben uns aber schnell rehabilitiert und eine Woche später eines unserer Saisonhighlights erlebt«, erinnert van der Sanden an den 3:2-Sieg gegen Aufstiegsfavorit TuS 08 Senne I.

Am sechsten Spieltag folgte der zweite Nackenschlag – 0:5 beim BV Werther. Auch die jeweils unnötigen 2:2-Punktverluste gegen die abstiegsgefährdeten Teams Jöllenbeck II und Hillegossen nahm van der Sanden hin: »Wir sind etwas entspannter geworden. Natürlich ärgern wir uns über Niederlagen, aber wir haben jetzt weniger Druck. Außerdem hatten wir genug positive Momente, die klar überwiegen.« Zum Beispiel als sein Team einen 1:3-Rückstand in Ummeln in einen 4:3-Sieg drehte. Auch das 4:2 beim SV Häger hinterließ Eindruck: Nach rund 15 Minuten rannten die Versmolder einem 0:2 hinterher, hatten am Ende aber den längeren Atem.

Als bisherige Topspieler der Altkreisteams nennt Patrick van der Sanden: Leon Heinemann (Werther), Julius Schick (SCP II) und Ruben Herz (Versmold).

SC Peckeloh II

6. Platz, 35:23 Tore, 27 Punkte

Peckeloh II ist eines der Überraschungsteams der Liga, belegte seit dem dritten Spieltag fast immer den ersten oder zweiten Tabellenrang und machte den selbst ernannten Aufstiegsfavoriten Senne und Brake das Leben schwer. »Bis kurz vor Ende der Hinrunde sind wir über das Ziel hinaus geschossen, damit hat niemand gerechnet. Der aktuell sechste Platz entspricht unserer Zielsetzung. In diesem Tabellenbereich sehe ich uns auch am Ende der Saison«, sagt der Trainer.

Im Kräftemessen mit den Spitzenteams behielten die Peckeloher oft die Oberhand. Den Tabellenvierten Brake besiegten sie 2:1, den Rangzweiten TuS Eintracht fertigten sie 5:2 ab. Gegen Versmold holten sie einen Punkt (1:1), ebenso wie gegen Spitzenreiter Senne (2:2). »Der Zusammenhalt ist groß, ich bin stolz auf meine Mannschaft. Auch von Gegentoren oder Rückschlägen haben wir uns nicht zurück werfen lassen. Mental haben wir wieder einen Schritt nach vorne gemacht«, lobt Medjedovic.

Erst gegen Ende kamen die Peckeloher etwas ins Trudeln. Verletzungspech in der Offensive bereitete in doppelter Hinsicht Probleme. »Durch die vielen Ausfälle hat die Trainingsbeteiligung nachgelassen. Ohnehin mit einem kleinen Kader, haben wir teilweise nur noch acht Spieler beim Training gehabt. Das verursachte ein bisschen Unruhe und in den Spielen fehlte es an Durchschlagskraft«, erklärt der Coach, dem verletzungsbedingt oft die Offensivkräfte Julius Schick, Tobias Bäcker und Eduard Wacker fehlten. Stürmer Miguel Garcia Barron hatte mit einer Sprunggelenkverletzung zu kämpfen.

Als Topspieler der vier Altkreisteams in der Hinrunde nennt Erwin Medjedovic: Jan Albert, Michael Zöllner (beide SCP II) und Alex Bulanov (Versmold).

BV Werther

7. Platz, 42:29 Tore, 25 Punkte

»Wenn ich mir die Tabelle anschaue, dann ist der siebte Platz für uns eindeutig zu wenig. Aber es ist noch alles drin. Uns trennen nur sechs Punkte vom ersten Rang.« Spielertrainer Nils Koch begräbt den Aufstiegswunsch noch lange nicht. Schließlich seien die anderen Teams im oberen Tabellendrittel nicht konstant stark, weswegen sich seiner Meinung nach in der Rückrunde immer wieder Chancen auftun werden.

Eben jene Konstanz fehlt allerdings auch Kochs Team. In der Fremde boten die Wertheraner einige dürftige Leistungen, verloren bereits am ersten Spieltag 0:3 beim aktuellen Tabellenletzten. »Das war ein Ausrutscher. Danach haben wir aber drei Siege in Folge geholt. Insgesamt hatten wir also einen guten Start«, sagt Koch. Die Auswärtsschwäche sorgte indes für einige Rückschläge: 1:2 beim Aufsteiger Babenhausen, 1:4 in Heepen und 0:3 beim abstiegsgefährdeten FC Altenhagen. »Hätten wir zwei von diesen Spielen gewonnen, dann wären wir jetzt Tabellenführer«, rechnet Koch vor.

Sein Team hatte auch tolle Momente: Mitfavorit TuS 08 Senne 1 wurde 3:2 geschlagen, gegen Brake gelang ein gerechtes 2:2, Mitabsteiger SV Häger musste sich mit 2:4 geschlagen geben. Für Koch ein Zeichen, dass es weiter nach oben gehen kann. »Wir können kämpfen und Situationen auch spielerisch lösen. Wir haben die nötige Qualität und Kaderstärke. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir bis zum Ende oben mitspielen werden.« Zum Trumpf könnte die Rückkehr von Torjäger-Routinier Tobias Solfrian werden. Hussein Gharib Hassan (zurück vom TuS Langenheide) und Samet Uzun (TFC Werther) bieten weitere Optionen.

Die bisherigen Altkreis-Topspieler aus Nils Kochs Sicht: Maximilian Romoth (Werther), Cornelius Bulanov (Versmold) und Michael Zöllner (SCP II).

SV Häger

13. Platz, 32:33 Tore, 15 Punkte

Der SV Häger blickt auf eine katastrophale Hinrunde zurück. Für einen Bezirksliga-Absteiger sind vier Siege aus 15 Spielen eindeutig zu wenig. »Ich suche keine Ausreden, wir wissen was falsch gelaufen ist. Das schwere Auftaktprogramm mit Brake und Werther haben wir vergeigt und so kam eins zum anderen«, erklärt Spielertrainer Frederic Kollmeier.

Die Punkte fehlten, das Selbstvertrauen sank auf einen Tiefpunkt, die Negativserie der Bezirksliga-Rückrunde spukte noch in den Köpfen der Spieler herum. Die Folge war der Absturz auf den 14. Rang, einen direkten Abstiegsplatz. Mitte der Hinrunde markierte das 0:4 bei Türkgücü Sennestadt einen weiteren Tiefpunkt, der zum Handeln zwang. Am 9. Spieltag präsentierte der kleine HSV in Güven Aydin einen extrem erfahrenen Spieler als Neuzugang. »Er hat mit seiner Persönlichkeit und Ausstrahlung auf dem Platz für Stabilität gesorgt. Seine Verpflichtung brachte eine kleine Wende«, sagt Kollmeier.

Im Anschluss blieben die Hägeraner vier Spiele ungeschlagen, holten jeweils einen Punkt gegen die Topteams Senne und Eintracht, besiegten Ubbedissen mit 5:2 und ließen auch beim 3:0 in Babenhausen nichts anbrennen. »In dieser Phase haben wir begriffen, dass wir richtig arbeiten müssen und uns nichts geschenkt wird. Das müssen wir auch in der Rückrunde umsetzen. Mit dem Masterssieg im Rücken bin ich guter Dinge, dass uns das auch gelingen wird«, glaubt der Coach. Dabei sollen auch die beiden Neuzugänge Sebastian Gräfe (TuS Brake) und Aytug Gecim (Spvg. Steinhagen) helfen. Auch auf die beiden Langzeitverletzten Jeffrey Johannesmann und Chris Heidemann kann Kollmeier in der Rückrunde wieder bauen.

Als Topspieler der Hinrunde nennt Kollmeier: Marius Nagel (Häger), Cornelius Bulanov (Versmold) und Julius Schick (SCP II).

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.