Fußball: SC Peckeloh startet am Sonntag nach einer durchwachsenen Vorbereitung »Landesliga ist nicht selbstverständlich«

Versmold-Peckeloh (WB). Drei Punkte trennen Fußball-Landesligist SC Peckeloh von Platz vier, immerhin schon elf Zähler von einem Abstiegsplatz. Doch vor dem ersten Meisterschaftsspiel des Jahres Sonntag gegen SC Verl II schaut Trainer Markus Kleine-Tebbe auf die untere Tabellenhälfte.

Von Stephan Arend
Vorbild Marvin Heinsch: In Zukunft sollen vermehrt Talente aus der Region den Sprung ins Peckeloher Landesliga-Team schaffen.
Vorbild Marvin Heinsch: In Zukunft sollen vermehrt Talente aus der Region den Sprung ins Peckeloher Landesliga-Team schaffen. Foto: Nico Seifert

»Das wird in dieser Saison ein brutales Rennen um den Klassenerhalt. Auch wir sind noch nicht durch und brauchen noch mindestens zehn Punkte«, sagt der Coach und nennt ein Beispiel: Schlusslicht Mastholte haue sich mit seinen 1.90 Meter-Kanten in jeden Zweikampf: »Ich glaube, die werden es noch schaffen, weil sie die für den Abstiegskampf wichtigen Tugenden mitbringen und gerüstet sind.« Die Peckeloher Wintervorbereitung sei wegen Verletzungen und Krankheiten nur durchwachsen gewesen, Leistungsträger wie Vincent Hall und Daniel Schnadwinkel hätten kaum trainieren können. Der Trainer selbst lag mit Fieber flach: »Wir sind nicht so weit, wie wir uns vorgenommen haben. Zum Beispiel sind die Spieler in puncto Fitness nicht auf einem Stand.«

Wer zum Auftakt am Sonntag ausfällt, ist für Kleine-Tebbe aber kein großes Thema: »Unser Kader umfasst 20 Spieler. Wichtig sind die, die auf dem Platz stehen.« Ausfälle bedeuten für andere Akteure auch immer eine Chance. Und die hat zum Beispiel in Yannic Dieckmann ein junger Akteur genutzt, der es in der bisherigen Saison lediglich auf 31 Landesliga-Minuten gebracht hat. »Bei ihm muss jetzt auch so langsam der nächste Schritt kommen«, sagt der Coach, der in Zukunft noch mehr auf Talente aus der Region setzen will: »Wir werden den Kader mit Spielern aus der Umgebung weiter verjüngen. Auch wenn wir durch die Abgänge wie die von Vincent Hall und Baris Colak Qualität verlieren, ist es eine spannende Aufgabe, zum Beispiel mit den richtig guten Jungs aus unserer eigenen A-Jugend zu arbeiten.«

Markus Kleine-Tebbe warnt unter diesen Voraussetzungen aber vor zu großen Erwartungen: »Peckeloh hat eindeutig einen Standortnachteil. Es ist kein Gesetz, dass wir jedes Jahr automatisch Achter oder Zehnter werden. Und die Landesliga ist auch nicht selbstverständlich für unseren Verein. Vielmehr müssen wir dafür hart arbeiten.«

Ist es denn keine Genugtuung, wahrscheinlich erstmals besser abzuschneiden als der abstiegsgefährdete Altkreisnachbar Spvg. Steinhagen? Die Antwort des SCP-Trainers ist eine Gegenfrage: »Was haben wir denn davon, wenn Steinhagen Platz 14 belegt und wir 13. werden?«

WB-Prognose: SC Peckeloh spielt seine sechste Landesliga-Saison in Folge. Nach den Plätzen 12, 12, 9, 8, und 10 wird die Mannschaft die Spielzeit erneut auf einem Mittelfeldplatz jenseits von Gut und Böse beenden. Spannender als eine bestimmte Tabellen-Position wird in Zukunft ohnehin sein, ob der Verjüngungsprozess mit Talenten aus der Region klappt. Dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen und trotzdem dauerhaft in der Landesliga zu spielen, ist ein lohnendes Ziel.

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