Landesliga: TG Hörste verliert Derby - Trainer Blankert verlängert Hesselteich zieht die richtigen Lehren

Versmold/Halle (WB). Den Pokal für ihren dritten Platz bei der Wahl zur Altkreis-Mannschaft des Jahres nahmen die Handballer der Spvg. Hesselteich am Freitagabend recht gelassen entgegen. Am Samstag fiel der Jubel nach dem 32:27 (15:12)-Sieg im Landesliga-Derby gegen TG Hörste dafür umso größer aus.

Von Sören Voss
Hörstes Silvan Tarner und Marco Stutzki ziehen gegen Hesselteichs Yannik Mithöfer und Tim Kleine-Tebbe den Kürzeren.
Hörstes Silvan Tarner und Marco Stutzki ziehen gegen Hesselteichs Yannik Mithöfer und Tim Kleine-Tebbe den Kürzeren. Foto: Sören Voss

Vor 275 Zuschauern bewiesen die Schützlinge von Trainer Michael Bohnemeier, dass sie die richtigen Lehren aus der deutlichen 18:27-Hinspielpleite gezogen hatten. Die Außen kamen jetzt viel besser zur Geltung, Jonas Mittendorf war von der ersten Minute als Sonderbewacher von TG-Goalgetter Silvan Tarner eingeteilt und außerdem trafen die Hesselteicher auf einen Nachbarn, der gleich vier Stammspieler zu ersetzen hatte.

Ohne das Kreisläuferduo Luca Borutta/Timon Lepper, Außen Pascal Kaiser und Rückraumspieler Jan Wagemann war Hörste zur Improvisation gezwungen. Während die Spvg. ihre Konzepte speziell in der Startphase über den starken Mittendorf konsequent verfolgte, kamen die Gäste zu keinem Zeitpunkt in ihre gewohnten Abläufe. Wie schon vor Wochenfrist in Brockhagen kämpften sich die dezimierten Rothosen nach 8:13 und 10:15-Rückstand (27.) auch in diesem Derby heran, nach den Ausgleichstreffern vom zehnfachen Torschützen Marco Stutzki zum 19:19 (41.) und dem 20:20 durch den Ex-Hesselteicher Michael Möhlmann aus ungewohnter Rechtsaußenposition fehlte der TG dann aber erneut der letzte Punch. Die Vorentscheidung fiel, als sich Silvan Tarner beim 21:22-Rückstand (48.) die einzige Zeitstrafe des Tages eingehandelt hatte: Ohne Tarner, der trotz Manndeckung neun Tore erzielte, kassierten die Hörster drei Gegentore und gerieten danach mit 21:26 ins Hintertreffen.

In einer unglaublich wilden Schlussphase riskierte Trainer Christian Blankert mit einer offenen Manndeckung noch einmal alles, letztendlich fehlte seinen Schützlingen aber Kraft und Konzentration, um die zahlreichen Ballgewinne gegen den jetzt glänzenden Spvg.-Torsteher Matthias Höppner in Tore umzumünzen.

Das 27:32 war nicht eingeplant, eine positive Nachricht hat die Stimmung beim traditionellen Winterfest der TG Hörste im Landhotel Jäckel aber zumindest etwas steigen lassen: Christian Blankert wird den Handball-Landesligisten auch in der kommenden Saison trainieren.

»Wir waren uns mit Christian schon seit mehreren Wochen einig. Dass es mit der endgültigen Zusage noch etwas gedauert hat, hatte keine sportlichen Gründe«, verrät Thomas Wöstmann in der Halbzeitpause des Landesliga-Derbys. Für Hörstes Sportlichen Leiter gibt es keine Zweifel daran, dass der 36-jährige Steinhagener der richtige Trainer ist: »Alle sind zufrieden. Christian hat gezeigt, dass er die Mannschaft weiterentwickeln kann. Auch der Rückschritt, den uns viele nach Max Schäpers Abgang prophezeit hatten, ist nicht eingetreten.«

Mit der Weiterverpflichtung des ehrgeizigen Trainers unterstreichen die Rothosen, dass sie zeitnah die Rückkehr in die Verbandsliga anpeilen. »Wir wollen ganz vorne mitspielen, aber ohne Druck. Denn es gibt immer viele Faktoren, die man nicht beeinflussen kann«, sagt Wöstmann. Er plant zwar den einen oder anderen Abgang ein (wie z.B. Jan Wagemann, der nach Hesselteich zurückkehrt), die Eckpfeiler des Kaders sollen aber erhalten bleiben und um sowohl externe als auch interne Verstärkungen (wie etwa durch A-Jugend-Keeper Lars Lüdorff) ergänzt werden. Christian Blankert selbst ist optimistisch: »Die Jungs sind sau ehrgeizig, nett und höflich – vielleicht zu höflich. Es sind viele Rohdiamanten dabei, die man jedoch noch schleifen muss. Die Konstanz ist das Problem und es wird Rückschritte geben, aber unser Weg ist gut.«

Auf einen Blick

Spvg. Hesselteich: Höppner, Latussek, Stöwe (5/1), Mittendorf (6), Bettmann (4), Mithöfer (4), Fromme (3), Kleine-Tebbe (3), Twelkemeier (1), Henselewski, Westmeier (n.e.), Mittendorf, Kattenbaum (6).

TG Hörste: Krause, Feist; Schuster (1), Stutzki (10), Hemme (1), Steinlechner (1), Klack (n.e.), Hagemann, Möhlmann (1), Moukhtari (2), Tarner (9).

Stationen: 2:0 (2.), 4:1 (7.), 7:6 (15.), 13:8, 15:10, 15: 12 (HZ), 19:15, 19:19 (41.), 22:21, 26:21 (52.), 29:25, 32:27.

Zeitstrafen: 0:1.

Zuschauer: 275.

Stimmen

Christian Blankert (Trainer Hörste): »Wir haben uns nach schlechtem Start gut herangekämpft, aber die Unterzahl bricht uns dann das Genick, weil wir vier schnelle Gegentore fangen, anstatt den Schaden in Grenzen zu halten. Unsere große Krux bleibt der schwache Torabschluss, der uns leider schon seit eineinhalb Jahren begleitet.«

Michael Bohnemeier (Trainer Hesselteich): »Wir haben unsere Fehler aus dem Hinspiel gut aufgearbeitet, unser Matchplan ist aufgegangen. Marco Stutzki hatte zwar viel Platz, dafür hatten wir alle anderen gut im Griff.«

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